Nachts in Saalfelden …

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:jugend | Kommentare 4 Kommentare

… ist immer was los? Welchen Ruf das Saalfeldner Nachtleben unter Jugendlichen genießt, wo Nachholbedarf besteht und wie störend die Sperrstunde ist, haben wir uns von einigen Nachtschwärmern erklären lassen.

Das Saalfeldner Nachtleben - immer das Gleiche oder doch Abwechslung?

Das Saalfeldner Nachtleben - immer das Gleiche oder doch Abwechslung?

Wenn man junge Saalfeldner mit der Frage konfrontiert, ob ihnen das Ausgehen in unserer Stadt gefällt, bekommt man zunächst nur einen nachdenklichen Gesichtsausdruck präsentiert. Lässt man aber nicht locker, nimmt sich einer ein Herz und beginnt mit: „na eh …“. Sie werden es nicht glauben, aber „na eh“ fasst es hervorragend zusammen. Denn wenn es um das Nachtleben bei uns geht, dann sind die Meinungen genau so gemischt, wie mancher Cocktail zur Happy Hour. Fast zeitgleich hört man von verschiedenen Enden des Tisches „mir gefällt‘s“ und „furchtbar“. Was ist nun gut am Ausgehen in Saalfelden und was weniger „berauschend“? Oft genannt ist der frische Wind, den die Neueröffnung der SEGABAR in der Mittergasse mit sich bringt – „endlich mal was Neues“. Viele fänden es nämlich schade, wenn in diesen Räumlichkeiten nicht weiter gefeiert werden könnte, wobei Freigetränke zur Eröffnung für Vorschusslorbeeren gesorgt haben dürften. Etwas, das jungen Leuten an den Lokalen gefällt, ist die persönliche Note, wenn man so will. Viele sind mit den Betreibern per du und freuen sich, einige Neuigkeiten austauschen zu können. In dieser Hinsicht wird den Menschen auf der anderen Seite der Bar ein gutes Zeugnis ausgestellt, besonders wenn es um Musikwünsche geht: „Der weiß schon genau, was mir gefällt und spielt es dann auch!“

Immer das Gleiche …

… denken sich einige Mitglieder des Partyvolkes. „Immer die gleichen Bars, immer die gleichen Leute! Da ist man froh, wenn man auch mal woanders hin kann.“ Sie sehen schon, was dem einen gefällt, kann dem anderen zuwider sein. Aber warum glaubt die Jugend, dass man in Saalfelden immer die gleichen Leute trifft? Etwas in dieser Diskussion hat mich hellhörig gemacht. „In Maria Alm oder in Zell sind viele Touristen, da ist mehr los als bei uns.“ Viele zieht es aus diesem Grund in die Nachbarorte, besonders in der Wintersaison, um neue Bekanntschaften zu schließen und Menschen aus allen Teilen Europas kennen zu lernen. Viele glauben auch, dieser Nachteil lässt sich nicht mehr aufholen, da Saalfelden einfach kein klassischer Wintersportort ist und Après Ski völlig an uns vorbeiläuft.

Heiß diskutiert ist auch die Sperrstunde um 4 Uhr in der Früh. Einige finden es gut, andere haben um diese Zeit noch zu viel Sitzfleisch, um den Heimweg anzutreten. „Nach 4 kommt nix G‘scheites mehr raus, da wird höchstens gestenkert.“ Andere sehen genau diese Sperrstunde für Reibereien verantwortlich. „Wenn alle auf einmal rausgeschmissen werden, dann stehen alle gleichzeitig beim Taxi“ – und so ein Taxi kann ganz schön rar sein, wenn man in der Kälte steht. Bilden Sie sich selbst eine Meinung, wir haben im Gespräch jedenfalls festgestellt, dass man bis 4 eigentlich alles schafft, was man sich für einen Abend vornehmen kann – meistens jedenfalls.

Gesittet …

… soll es nicht nur in den Lokalen ablaufen. Auf die Frage nach der Disziplin der jungen Lokalbesucher bekommt man die Antwort der berühmten schwarzen Schafe. „Es sind immer welche dabei, die Wirbel machen oder andere anmotzen.“ Hier wünschen sich meine Gesprächspartner mehr Präsenz der Polizei. Fast alle sind unzufrieden mit dem Auftreten der Exekutive im nächtlichen Saalfelden, die laut den Erfahrungen der Jugendlichen oftmals viel zu spät oder gar nicht einschreitet, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt. „Wenn‘s um die Lautstärke der Musik geht sind sie schneller da, als wenn sich jemand schlägert!“ Lautstärke und Anrainer sind auch ein Thema, das kein Gemüt kalt lässt. Einhellige Meinung: Wenn ich in der Stadt wohne, muss ich mich damit abfinden, dass am Wochenende dort mehr los ist als am Waldrand im Grünen.

Abschließend wollte ich noch wissen, was man denn in Saalfelden anders machen müsste, wenn die Jugend selbst entscheiden dürfte. Auch hier gibt es durchaus gegensätzliche Meinungen. Einige wünschen sich mehr Action, d.h. ein Tanzlokal oder eine Disco (die auch länger offen hat als bis 4). Andere hätten gerne ein gemütliches Lokal mit Sitzgelegenheiten, wo man sich unterhalten kann und Musikwünsche stets berücksichtigt werden.

Da wir nicht glauben, dass in absehbarer Zeit der samstägliche Familien-Spiele-Abend ein Revival erfährt, können die Lokale in Saalfelden wohl auch in Zukunft mit dem einen oder anderen Nachtschwärmer rechnen.

Hinterlasse eine Antwort

 Ich akzeptiere die Blog-Regeln.

 

Stabilitätsgesetz fordert erstes Opfer

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gemeinde | Kommentare Keine Kommentare

Am 28. März 2012 hat der Nationalrat das 1. Stabilitätsgesetz 2012 beschlossen. Für Gemeinden hat dieses Gesetzespaket konkrete Auswirkungen. In Saalfelden fordert der Sparkurs des Bundes ein erstes großes Opfer.

Anfang Februar stellte die Bundesregierung ein Gesetz vor, das für mehr Stabilität in Österreich sorgen soll. Es wurde von den Koalitionspartnern als eines der größten Konsolidierungsprogramme der Zweiten Republik gehandelt. Nach ersten Begutachtungen des Gesetzes durch den Gemeinde- und Städtebund stellte sich schnell heraus, dass dieses Sparpaket wesentliche Auswirkungen auf die Finanzgebarung der Gemeinden hat. Kurz gesagt: Liebe Gemeinden, ihr müsst Opfer bringen!

Sportzentrum Bürgerau – Kosten würden um 20 % steigen

In Saalfelden heißt das erste Opfer des Stabilitätsgesetzes „Sportzentrum Bürgerau“. Nach jahrelangen Planungen und Verhandlungen bedeutet das Ende der Vorsteuerabzugsberechtigung für gemeindeeigene KGs (Kommanditgesellschaften) nun auch das Ende für den großen Ausbau der Sportanlage in der Bürgerau. Zur Erklärung: Kommunale Gebäude (Schulen, Feuerwehrgebäude usw.) wurden bisher von einer gemeindeeigenen KG errichtet und von der Gemeinde zurückgemietet. Das hatte den Vorteil, dass sich eine KG 20 % Vorsteuer von den Investitionskosten abziehen kann. Eine öffentliche Körperschaft wie die Gemeinde darf dies nicht. Durch den Wegfall dieser Regelung würden die Investitionskosten für den Ausbau der bestehenden Sportanlage in der Bürgerau um rd. eine Million Euro steigen.


Der Gemeindebund konnte zwar kurz vor der Beschlussfassung des Sparpaketes noch eine Übergangsfrist für die Vorsteuerabzugsberechtigung bis 1. September 2012 heraushandeln, für das Projekt „Sportzentrum Bürgerau“ wäre aber auch dieser kurzzeitige Aufschub nicht relevant. Die Stadtgemeinde hat daher eine Entscheidung gegen eine große Lösung für die Sportanlage Bürgerau getroffen. Bgm. Günter Schied: „Der Wegfall der Vorsteuerabzugsberechtigung für Gemeinden zwingt uns, auf die Bremse zu treten. Das finanzielle Risiko wäre zu groß. Ein zu hoher Anteil an Darlehensrückzahlungen soll uns in den nächsten Jahren nicht jeglichen finanziellen Handlungsspielraum nehmen.“

Investitionen in die Qualität

Die bestehenden Anlagenteile der Sportanlage in der Bürgerau (Sanitäranlagen, Schulsportanlage, Naturrasenplatz, Tribüne, Kabinen, Kantine usw.) sollen schnellstmöglich einer Generalsanierung unterzogen werden und es werden zusätzliche Leichtathletikanlagen errichtet, gab Bürgermeister Günter Schied vor kurzem bekannt. „Ich möchte unsere Sportlerinnen und Sportler nicht mehr länger hinhalten. Jetzt werden wir in Qualitätsverbesserungen investieren.“

Hinterlasse eine Antwort »
 

Bürgerversammlung die Zweite

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gemeinde | Kommentare Keine Kommentare

Am 26. April 2012 (19 Uhr) findet im Congress Saalfelden die öffentliche Bürgerversammlung statt. Eine Neuerung in diesem Jahr: Weniger Zeit für die Vorträge der Politiker, mehr Zeit für die Wortmeldungen der Bürger. 
 
 
Was hat sich im vergangenen Jahr in Saalfelden getan und was bringt die Zukunft? Diese Fragen werden die Stadtpolitiker im ersten Teil der Informations- und Diskussionsveranstaltung beantworten. Der zweite Teil der Bürgerversammlung gehört der Bevölkerung. Die Politiker stehen für Fragen, Anregungen und Diskussionen zur Verfügung. Eine kleine „Reform“ soll die Veranstaltung attraktiver machen: Die Politiker verzichten in diesem Jahr auf einen Teil ihrer Vortragszeit und werden der Bevölkerung mehr Zeit für ihre Wortmeldungen einräumen.
 
Vortragende & Themen
 
Bgm. Günter Schied (SPÖ)
 

  • Unternehmen Stadtgemeinde
  • Auswirkungen des Sparpaketes auf die Stadtgemeinde Saalfelden
  • Dialogtage Saalfelden

 

StR Gerhard Reichkendler (SPÖ)

  • Bauprojekte 2011/2012
  • Bauprojekte der Zukunft
  • Baulandsicherung
  • Überarbeitung des Räumlichen Entwicklungskonzeptes (REK)

 

StR Thomas Schweighart (FPÖ)

  • Neues zur Umfahrung
  • Fußgängerzone (FUZO) Lofererstraße
  • Parkplatzsituation
  • Verkehr und Mobilität in der Zukunft

 

Vizebgm. Erich Rohrmoser (SPÖ)

  • Soziale Ausgaben
  • Seniorenbetreuung
  • Kinder- u. Jugendbetreuung
  • Sozialer Rundum- u. Ausblick

 

StR Helmut Hinterseer (SPÖ)

  • Sportbudget
  • Saisonbilanz der Wintersportler
  • Sportveranstaltungen in Saalfelden
  • Aktuelle u. zukünftige Infrastrukturprojekte

 

Vizebgm. Wolfgang Grießner (ÖVP)

  • Gemeindevergleich Abfallwirtschaft
  • Der Biber in Saalfelden
  • Neues vom e5 Programm
  • Sanierung von Gemeindegebäuden

 

StR Paul Kendlbacher (ÖVP)

  • Kulturbudget
  • Öffentliche Subventionen
  • Kulturinitiativen in Saalfelden
  • Kulturelle Zukunftsprojekte

 

StR Klaus Eder (SPÖ)

  • Einnahmen der Stadtgemeinde
  • Ausgaben der Stadtgemeinde
  • Ausgewählte Kennzahlen des Budgets
  • Infrastruktur in Zahlen

Hinterlasse eine Antwort »
 

Alarmstufe “weiß”

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gemeinde | Kommentare 3 Kommentare

Bis Ende Jänner fielen in Saalfelden rd. 3,5 Meter Schnee, Ein Ausnahmewinter, der dem Winterdienst-Team des Wirtschaftshofes viele Nacht- und Überstunden beschert. Gefordert sind auch Eigeninitiative und Verständnis von Seiten der Bürger. Das Gesetz unterstreicht diese Forderung mit eindeutigen Aufgabenzuweisungen.

1:30 Uhr: Winterdienst-Boss Georg Eisenmann nimmt das Handy und wählt die erste Nummer in seiner Liste. Mit der kurzen Ansage „Gua Moang, zum Schneerama is!“ weiß das Gegenüber, was zu tun ist. Eine halbe Stunde später stehen alle verfügbaren Mitarbeiter beim Wirtschaftshof bereit – mehr oder weniger munter. Die fünfte Nacht hintereinander beginnt die Arbeit um diese Zeit und endet erst einige Stunden nach Mittag. Es wird im Schichtdienst gearbeitet. Der Schneepflug steht nur mehr zum Tanken still. An Tagen wie diesen ist der Fuhrpark des Wirtschaftshofes 24 Stunden im Einsatz. LKWs, Fräsen, Unimogs, Radbagger, Kleinlader, Gehsteigpflüge. Über 220 km Gemeindestraßen und rd. 50 km Gehsteige müssen innerhalb kürzester Zeit befahr- und begehbar gemacht werden. Saalfelden ist gerüstet für die Alarmstufe „weiß“.

Privatstraßen sind Fleißaufgaben

Die Stadtgemeinde hat die Pflicht, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Straßen und Wege so zu bearbeiten, dass keine Schäden an Menschen und Sachen entstehen, die auf den mangelhaften Zustand der Verkehrsfläche und auf vorsätzliche oder grob fahrlässige Handlungen des Wegehalters zurückzuführen sind. So sieht es das Gesetz vor. Zahlreiche Bürger dürften der Annahme sein, dass die Gemeinde die Verantwortung und damit auch die Kosten für die Instandhaltung sämtlicher Verkehrsflächen im Gemeindegebiet tragen muss, berichtet Wirtschaftshofleiter Kurt Binder. „An Tagen mit starken Schneefällen erhalten wir viele Anrufe von Bürgern, die sich beschweren, dass die Straßen zu ihren Wohnungen und Häusern nicht geräumt sind. In den allermeisten Fällen betrifft das Privatstraßen, die vom jeweiligen Wegehalter zu räumen sind. Wir als Gemeinde müssen uns bei starken Schneefällen in erster Linie auf die öffentlichen Verkehrsflächen konzentrieren. Das ist unser gesetzlicher Auftrag. Erst wenn wir den erledigt haben, können wir – nach Maßgabe der betrieblichen Möglichkeiten – weitere Services anbieten.“

Kopfschütteln

Die Masse der Bewohner schätzt den Einsatz des Wirtschaftshofes und zeigt Verständnis, wenn die Arbeit des Schneepfluges zu Schneeablagerungen in der Hauszufahrt führt oder die Einhaltung der Nachtruhe nicht immer möglich ist. Einzelne hingegen sorgen für Kopfschütteln, berichtet Kurt Binder. „Es gibt tatsächlich Bürger, die Anzeige wegen Ruhestörung bei der Polizei erstatten, weil der Schneepflug die Straßen vor ihren Häusern von meterhohem Schnee befreit. Unsere Arbeit ist nur in den Nachtstunden möglich, weil die Leute erstens am Morgen bereits passierbare Straßen und Gehwege erwarten und zweitens die kommunalen Fahrzeuge im Tagesverkehr für ein Verkehrschaos sorgen würden. Da gibt es einfach keine Alternativlösung.“

Regelmäßig gehen auch Anrufe ein, dass Mitarbeiter des Wirtschaftshofes private Garagenzufahrten räumen sollen, weil der Schneepflug die Ausfahrt zugeschoben hat. „Dazu muss ich sagen, dass unsere Fahrer wirklich Rücksicht nehmen, wo es geht. Aber wenn in einer Wohnstraße auf beiden Seiten Zu- und Ausfahrten sind, muss der Schnee irgendwo hin. Aus diesem Grund ist die Ablagerung von Schnee auf Privatgrundstücken auch gesetzlich gedeckt. Die meisten Bürger verstehen, dass wir den Schnee aus den Wohngebieten nicht sofort via Fräse und LKW abtransportieren können. Sonst würden wir drei Tage brauchen, bis wir unser Wegenetz einmal durch hätten. Aber einige sind in dieser Frage sehr intolerant und sehen nicht ein, dass nicht alle Aufgaben die Gemeinde – und somit die Allgemeinheit – übernehmen kann.“

Kleine Ursachen – große Wirkung

Wenn viel Schnee fällt, müssen alle zusammenhelfen, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten. Gemeinde, private Unternehmen, Einsatzorganisationen und natürlich auch die Bürger. Für den Einzelnen sind es nur kleine aber in Summe sehr wichtige Punkte, auf die Rücksicht genommen werden muss. Der Schnee von privaten Zufahrten, Vorplätzen und Parkplätzen darf nicht auf Gemeindestraßen abgelagert werden. Diese Vorgangsweise ist gesetzlich verboten und muss von der Gemeinde bei Wiederholungstätern auch mit Anzeigen geahndet werden. Kurt Binder weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: „Autos, die über Nacht auf öffentlichen Verkehrsflächen parken, erschweren die Schneeräumung für meine Mitarbeiter wesentlich. Durch präzise Wettervorhersagen ist es im Normalfall möglich, den PKW über Nacht von öffentlichen Verkehrsflächen zu entfernen. 95 Prozent der Fahrzeughalter schaffen das, 5 Prozent werden wir weiterhin bei ihrem Lernprozess begleiten müssen.“

____________________________________________________________________

 Von Rechts wegen

  • Die Verpflichtungen zur Schneeräumung und Streuung ergeben sich aus § 1319a des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Juristen sprechen dabei von der „Wegehalterhaftung“. Wegehalter ist im Regelfall der Grundeigentümer. Wenn durch den mangelhaften Zustand eines Weges ein Mensch zu Schaden kommt oder eine Sache beschädigt wird, haftet der Halter eines Weges, sofern er oder seine Leute vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt haben.
  • Anrainerpflichten gemäß § 93 Straßenverkehrsordnung (StVO):
    (1) Die Eigentümer von Liegenschaften in Ortsgebieten, ausgenommen Eigentümer von unverbauten, land- und forstwirtschaftlich genutzten Liegenschaften, haben dafür zu sorgen, dass die entlang der Liegenschaft in einer Entfernung von nicht mehr als 3 m vorhandenen, dem öffentlichen Verkehr dienenden Gehsteige und Gehwege einschließlich der in ihrem Zuge befindlichen Stiegenanlagen in der Zeit von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr von Schnee und Verunreinigungen gesäubert sowie bei Schnee und Glatteis bestreut sind. Ist ein Gehsteig (Gehweg) nicht vorhanden, so ist der Straßenrand in einer Breite von 1 m zu säubern und zu bestreuen. Die gleiche Verpflichtung trifft die Eigentümer von Verkaufshütten.
    (1a) In einer Fußgängerzone oder Wohnstraße ohne Gehsteig gilt die Verpflichtung nach Abs. 1 für einen 1 m breiten Streifen entlang der Häuserfronten.
    (2) Die in Abs. 1 genannten Personen haben ferner dafür zu sorgen, dass Schneewächten oder Eisbildungen von den Dächern ihrer an der Straße gelegenen Gebäude bzw. Verkaufshütten entfernt werden.
    (6) Zum Ablagern von Schnee von Häusern oder Grundstücken auf die Straße ist eine Bewilligung der Behörde erforderlich.
  • Bei Schneewächten oder Eisbildungen an Dächern stellt das Aufstellen von Warnschildern oder an die Hauswand gelehnte Latten nur eine Sofortmaßnahme dar, unabhängig davon ist der Hauseigentümer jedoch gemäß § 93 Abs 2 StVO verpflichtet, das Dach zu reinigen und die Schneewächtern sowie das Eis zu entfernen.
  • Leider muss immer wieder festgestellt werden, dass Anrainer ihren Schnee von Vorplätzen, Parkplätzen und Dächern auf die Gemeindestraßen räumen und so zu einer Verschärfung der angespannten Schneelage auf den Straßen beitragen. Das Ablagern von Schnee auf Gemeindestraßen ist gemäß § 92 StVO verboten. Wer trotzdem den Schnee von seinem privaten Bereich auf die Straße räumt, kann, abgesehen von den Straffolgen, zur Entfernung, Reinigung oder zur Kostentragung für die Entfernung oder Reinigung verhalten werden.
  • Der Eigentümer hat „Straßenschnee“ in privaten Gärten zu dulden, das besagt § 10 des Salzburger Landesstraßengesetzes: Die Besitzer der an die Straße grenzenden Grundstücke sind verpflichtet, den Abfluss des Wassers von der Straße auf ihren Grund, die notwendige Ablagerung des bei der Schneeräumung von der Straße abgeräumten Schnees einschließlich des Streusplitts auf ihrem Grund und die Herstellung von Ableitungsgräben, Sickergruben u. dgl. auf ihrem Besitz ohne Anspruch auf Entschädigung zu dulden.

Hinterlasse eine Antwort »
 

Große Bauprojekte im Jahr 2012

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gemeinde, stadt:wirtschaft | Kommentare Keine Kommentare

In Saalfelden wird ständig gebaut. Irgendwo steht immer ein Kran. Das Stadtblatt hat versucht, eine Übersicht über die großen Baustellen im Jahr 2012 zu schaffen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit! 

Hochbau

Schulzentrum Saalfelden
Ort: Lofererstraße (Weiselfeld)
Bauzeit: Oktober 2010 bis Mai 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- 2012 wird das Sonderpädagogische Zentrum fertiggestellt
- Eröffnung des Schulzentrums mit Tag der offenen Tür im Juni 2012

Kletterhalle „Felsenfest“
Ort: Leogangerstraße (SK Sportanlage)
Bauzeit: Oktober 2011 bis Juni 2012
Bauherr: Kletterhalle Saalfelden GmbH
- 18 m hohe Halle
- 1650 m² Kletterfläche
- 150 m² Boulderfläche
- Bergsport Shop
- Restaurant
- Duschen, Sanitäranlagen
Mehr Infos: www.facebook.com (Suchbegriff „Kletterhalle Saalfelden)

Kletterhalle „Felsenfest“ - Eröffnung im Juli.

Kletterhalle „Felsenfest“ - Eröffnung im Juli.

 

Wohnanlage „Oberbräu“
Ort: Bräugasse (altes HTL Schülerheim)
Bauzeit: Herbst 2012 bis Winter 2013/14
Bauherr: Habitat Wohnbau GmbH/Wals
- 35 Wohnungen
- 2 Doppelhaushälften mit Tiefgarage
Mehr Infos: Projektleiter Karl-Heinz Rossmann, Tel. 0664/131 67 62

Bräugasse - Wohnanlage statt Schülerheim.

Bräugasse - Wohnanlage statt Schülerheim.

 

Schülerheim Saalfelden
Ort: Almerstraße (Schulareal HTL/HBLW)
Bauzeit: Aug. 2011 bis Aug. 2012
Bauherr: GSWB
- 182 Betten
- Verpflegungs-, Lern- und Freizeiträume
Mehr Infos: www.studentenheim.at/blog

Brückenbau

Sanierung Brücke B 311 – Saalach
Ort: B 311 über Saalach (Gewerbegebiet)
Bauzeit: Zweite Jahreshälfte 2012
Bauherr: Land Salzburg
- Generalinstandsetzung
- keine Fahrbahnsperren, Geschwindigkeitsbeschränkung in der Bauphase

Sanierung Brücke B 311 – ÖBB
Ort: B 311 über ÖBB Gleise (Höhe SIG)
Bauzeit: Zweite Jahreshälfte 2012
Bauherr: Land Salzburg
- Tragwerksverstärkung und weitere Sanierungsmaßnahmen
- B 311 zeitweise nur einspurig befahrbar, Geschwindigkeitsbeschränkung

Sanierung Rettenbachmühl-Brücke
Ort: Bsuch über Saalach
Bauzeit: Herbst 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Erneuerung Tragwerk

Fernwärmenetz

Lofererstraße
Ort: Polizei bis Schülerheim Oberbräu
Bauzeit: 5 Wochen – Termin noch nicht fix
Bauherr: Salzburg AG
- Ausbau des Biomasse-Fernwärmenetzes

Straßenbau

Generalsanierung Mühlrain
Ort: Mühlrain
Bauzeit: Frühjahr bis Sommerferien
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Fertigstellung der Kanal- und Straßenbauarbeiten Mühlrain/Ritzenseestraße

Asphaltierarbeiten Lenzing – Euring
Ort: Lenzing/Kirche bis Ortsende Euring
Bauzeit: ca. 1 Woche im Sommer

Asphaltierarbeiten Dilling – Schmieding
Ort: B 164 bis Abzweigung Hof
Bauzeit: ca. 1 Woche im Sommer

Wasser-, Kanalbau

Retentionsbecken Ritzensee
Ort: Ritzensee/Parkplatz Seerestaurant
- Unterirdisches Retentionsbecken zur Verhinderung von Überflutungen im Bereich Mühlrain/Ritzenseestraße

Entlastungskanal Bsuch/Breitenbergham
Ort: Bsuch/Breitenbergham
Bauzeit: 5 Monate ab Frühjahr 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Fertigstellung des 2. Bauabschnittes in Breitenbergham

Sportstätten 

Umbau Sportanlage Bürgerau
Ort: Sportanlage Bürgerau
Bauzeit: Beginn Herbst 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Sanierung und Erweiterung der Sportanlage in der Bürgerau

Im Herbst startet die Sanierung der Anlage.

Im Herbst startet die Sanierung der Anlage.

Radwegbau 

Radweg Harham
Ort: Harham bis Auffahrt Örgenbauernalm und weiter über das Gewerbegebiet Harham
- Verbindung zwischen Harham und Maishofen kann bis auf ein 70 m langes Zwischenstück (keine Zusage der Grundeigentümerin zur Grundablöse) geschlossen werden.

Radweg Grünhäuslsiedlung
Ort: Grünhäuslsiedlung bis Raikasiedlung
- Nach Fertigstellung des Schülerheimes kann die Lücke zwischen Grünhäusl- und Raikasiedlung geschlossen werden.

Bildquellen: Habitat Wohnbau, Archiv Stadtgemeinde Saalfelden

Hinterlasse eine Antwort »
 

Die Kunst auf der Haut

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:jugend | Kommentare 1 Kommentar

Die Tätowierkunst ist nahezu so alt wie die Menschheit. Ihre Geschichte reicht dabei von ritueller und religiöser Bedeutung über die Brandmarkung von Kriminellen bis hin zum politischen Statement. Heute sind Tätowierungen vor allem als Körperschmuck in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Marvin Eder (li) und Stefan Ben Hassen vom Tattoo und Piercing Studio “Die Pekkerei”.

Marvin Eder (li) und Stefan Ben Hassen vom Tattoo und Piercing Studio “Die Pekkerei”.

Vor noch nicht allzu langer Zeit haftete Tätowierungen der Ruch des Kriminellen an: „Häfenbrüder“, Seemänner und gesellschaftliche Außenseiter waren es vor allem, die mit den Bildern auf ihrer Haut meistens ihre eindeutige soziale Zugehörigkeit zum Ausdruck brachten. Doch was bis vor 30 Jahren nur einer Minderheit vorbehalten war, ist mittlerweile zu einem Massenphänomen geworden, das von der totalen Kommerzialisierung und Massentauglichkeit bis hin zur absoluten Kunstform reicht. In den 80ern erreichte die Tätowierkunst erstmals wieder eine Hochblüte in diversen Subkulturen, wie etwa in der Rock- und Metalszene: Motive wie Totenschädel, Dämonen und anders Höllengetier gehörten damals auf die Haut des Rockers wie der Strom zur Gitarre. Als George Clooney 1996 im Film „From Dusk ’til Dawn“ ein so genanntes „Tribal-Tattoo“ trug, löste das einen wahren Tätowier-Boom aus. Und jeder kann sich noch an jene Zeit erinnern, als das sogenannte „A….geweih“ – eine Tätowierung über dem Allerwertesten – zu einem „Must Have“ bei allen Damen zwischen 16 und 30 wurde. Einst gesellschaftlichen Außenseitern vorbehalten, wurden Tätowierungen plötzlich zur Massenware, die sich selbst die Bürgerkinder mal eben im Vorbeigehen wie ein Stückchen Modeschmuck von der Stange zulegten. Mit einem gravierenden Unterschied: Schmuck lässt sich ablegen, ein Tattoo nur sehr schwer. „Es sind vor allem Menschen, die sich in sehr jungen Jahren diese Modemotive haben machen lassen haben, die heute zu mir kommen“, sagt Dr. Weiss aus Salzburg, die Tätowierungen mittels Laser entfernt. „Dass das Tätowieren mittlerweile gesellschaftsfähig geworden ist, zeigt der Umstand, dass sowohl viele Tätowierer als auch Tattooentferner sehr gut davon leben können.“ Interessanter Weise sind es meist Menschen um die dreißig, die heiraten oder Eltern werden, also in einen ganz neuen Lebensabschnitt gehen und sich ihre Tätowierung dann entfernen lassen wollen. „Bei Farben wie schwarz oder blau geht das mit dem Laser auch sehr gut, aber bei Farben wie weiß, gelb oder bei Neonfarben ist das sehr schwierig!“

Die Saalfeldnerin Christine Zimmer hat sich mit der Agentur „Tattoomodels“ selbständig gemacht und damit eine sehr erfolgreiche Plattform zur Selbstvermarktung von Models mit Tätowierungen gegründet. Ausschließlich tätowierte Models können sich bei ihr professionell ablichten lassen und werden in einen Modelkatalog aufgenommen. Wer bucht tätowierte Models, möchte man meinen? „Firmen wie Moskova, DC oder Kastner & Öhler buchen sie ebenso wie etwa Audi zur Präsentation eines neuen Autos. Hieß es früher ’sex sells’, so suchen sich mittlerweile viele Unternehmen einen anderen Hingucker, gerade im jugendlichen Segment.“ In der Kommerzialisierung der Tattooszene sieht sie aber auch ein Problem: „Tätowierer wachsen wie Schwammerl aus dem Boden, und nur wenige sind auch wirklich gut.“ Zu einem guten Tätowierer gehört für Christine Zimmer auch, einmal zu einem Motiv nein zu sagen oder junge Menschen, die einem Modetrend aufspringen, zu raten, noch einmal darüber nachzudenken. Auch Stefan Ben Hassen, Tätowierer in der Pekkerei in Saalfelden, ist dieser Ansicht: „Wenn Jugendliche zu uns kommen, und eigentlich gar nicht wirklich wissen, was sie wollen, ist das oft ein Zeichen dafür, dass sie nur irgendwo dazugehören wollen. Unter diesen Umständen raten wir auch von einer Tätowierung ab. Wir tätowieren bei jungen Leuten außerdem grundsätzlich nicht an Stellen, die man nicht verdecken kann, wie etwa am Hals oder auf den Händen.“ Marvin Eder hat das Tattoo- und Piercingstudio vor zwei Jahren eröffnet, Termin für eine Tätowierung bekommt man bei ihm bis April keinen mehr. „Nur den Samstag halten wie uns für kleinere Tätowierungen, die nicht lange dauern, frei.“ Wie wird man eigentlich Tätowierer? Die Ausbildung zum Tätowierer ist wie eine Art Lehre. Man verbringt zwei bis drei Jahre in einem guten Tätowierstudio, übt sehr viel mit der Tätowiermaschine auf Obst wie etwa auf Melonen oder auch auf Schweinehaut. „Es vergeht sehr viel Zeit bis man dann wirklich selbst tätowiert, und das ist auch gut so“, erzählt Stefan.

Auch die Tätowierkunst ist Trends unterworfen. Im urbanen Bereich ist der sogenannte Old School Stil mit den klassischen Motiven wie dem Totenkopf, der Rose oder dem Paradiesvogel eher out und es setzt sich immer mehr der New School Stil durch. Dieser zeichnet sich einerseits durch großflächige Tätowierungen in sehr realistischem Stil oder aber auch durch sehr abstrakte und experimentelle Motive aus, die tatsächlich wie moderne Kunstwerke anmuten – nur eben nicht auf Leinwand, sondern auf der Haut. Die Gründe für eine Motivwahl sind dabei sehr individuell. Nach wie vor zeigen Menschen mit Tätowierungen die Zugehörigkeit zu einer Szene, wie etwa die Rockabillies, die sich einen Hot Rod, ein Paar Schwalben oder etwa Kartenspiele und Würfel tätowieren lassen. Manche sind einfach Mitläufer und tätowieren sich diverse Modemotive weil es gerade hipp ist. Und sehr viele Menschen betrachten Ihren Körper einfach als Kunstwerk. „Es kommt auch häufig vor, dass Leute sich Motive tätowieren lassen, die sie mit einem einschneidenden Ereignis in ihrem Leben verbinden“, so der Tätowierer Ben Hassen.

Tätowierungen findet man mittlerweile in allen sozialen Schichten und Altersklassen. „Es kommen auch Leute zu uns ins Studio, die sich mit 50 noch einen Rasenmäher auf die sich ausbreitende Glatze tätowieren lassen. Und erst kürzlich war eine Frau hier, die sich die Namen ihrer Enkel auf die Hände tätowieren ließ“, erinnert sich Marvin aus der Pekkerei. Christine Zimmer hat sogar schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein Polizist ihr bei einer Verkehrskontrolle seine Tätowierungen gezeigt hat. Aus welchen Gründen und mit welchen Motiven sich viele Menschen aller Altersgruppen auch immer tätowieren lassen, zeigt dies vor allem eines: Tätowierungen sind in unserer Gesellschaft mittlerweile fast so etwas wie Normalität geworden.

Weitere Infos im Web:

www.tattoomodels.at
Die Homepage der im Beitrag erwähnten „Tatttoomodels“ der Saalfeldenerin Christine Zimmer

http://www.zeit.de/lebensart/mode/2011-05/fs-tattoo/seite-1
Eine wirklich tolle Fotostrecke zur jungen Tätowierkunst im experimentellen Stil mit abstrakten Motiven, die z.T. wie Kinderzeichnungen anmuten, hat „Die Zeit“ veröffentlicht.

http://www.tattoo-spirit.de
Hier findet man unter anderem auch ein Lexikon zu den zahlreichen Motiven und Stilen in der Tätowierkunst sowie zu deren Geschichte.

http://www.kpic.at/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=2&Itemid=7
Der Fotograf Klaus Pichler die Tätowierungen von Ex-Häftlingen fotografiert und deren Geschichten dahinter aufgeschrieben. Eine sehr beeindruckende Dokumentation!!!

http://www.pekkerei.at
Die Homepage des Saalfeldener Tätowierstudios „Die Pekkerei“.

Fotos: Mario Steidl, Philipp Tomsich/Thorsten Urschler/tattoomodels.at

Hinterlasse eine Antwort »
 

Das Weihnachten von früher

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gesellschaft | Kommentare Keine Kommentare

Früher war sicher nicht alles besser. Auch nicht zu Weihnachten. Oder doch? In der vergangenen Redaktionssitzung fragten wir uns, wie sich Weihnachten wohl vor 50, 60 oder noch mehr Jahren abgespielt hat.

Walter Steidl ist 1926 geboren und in einer Arbeiterfamilie in Bsuch aufgewachsen.

Walter Steidl (85)

Walter Steidl (85)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit früher im Vergleich zu heute erlebt?

Ich kann mich erinnern, dass wir als Kinder vor Weihnachten besonders brav sein mussten, damit das Christkind auch etwas bringt. Wir haben ja dem Christkind auch immer ein Brieferl geschrieben und auf die Fensterbank gelegt.

Was war das Besondere für Sie an Weihnachten?

Es war einfach eine schöne ruhige Zeit, es wurden Kekse und Kletzenbrot gebacken, allein deshalb schon war Weinachten so besonders, genauso wie das Bachlkoch am Weihnachtstag. Würstlsuppe kannten wir erst nach dem Krieg, und Fleisch gab es überhaupt nicht. Erst später haben wir dann selbst ein Schwein ein Jahr lang gefüttert und dann zu Winterbeginn geschlachtet. Und natürlich die Süßigkeiten am Weihnachtsbaum, die Zuckerl und die Zuckerringe.

Welche Rolle spielte der Glaube früher zu Weihnachten?

Bei uns eigentlich gar keine, das war eher bei den Bauern so. Ich bin halt Ministrant geworden, weil mich der Pfarrer gefragt hat und ich mich nicht nein sagen traute. So musste ich in der Weihnachtszeit jeden zweiten Tag um 6 Uhr früh zu Fuß von Bsuch nach Gerling gehen, egal bei welchem Wetter. Und das war manchmal sehr kalt und anstrengend, wenn es viel Schnee hatte.

Anni Dietrich wurde 1930 als Tochter eines Wildbachverbauers geboren und ist im Haus des ehemals sogenannten „Schörhofschmiedes“, gegenüber dem Gasthof Schörhof, aufgewachsen.

Anni Dietrich (81)

Anni Dietrich (81)

Spielte der Glaube eine große Rolle in der Weihnachtszeit?

Ja, ganz sicher! Ab dem ersten Advent wurde an jedem Adventsonntag Rosenkranz gebetet und auch am Heiligen Abend vor der Bescherung. Am Weihnachtstag ist man auch Rauchen gegangen, genauso wie in der Sylvester- und der Heiligendreikönigsnacht, das waren die sogenannten Rauchnächte. Man ist mit dem Weihrauchpfandl in jeden Raum gegangen und drei mal rund ums Haus, damit dieses und auch die Felder vor Unwettern usw. geschützt werden, oder auch die Hausbewohner vor Krankheiten. In der Nacht hat die Heilige-Nacht-Kerze gebrannt, die durfte nicht ausgehen, denn sonst wäre im Folgejahr jemand gestorben.

Wie ist der Weihnachtstag sonst noch abgelaufen?

In der Früh sind wir schon sehr aufgeregt aufgestanden, wir haben ja bis im Alter von 10 oder 11 Jahren an das Christkind geglaubt und auch so lange Wunschzetterl geschrieben. Zu Mittag gab es traditionell ein Bachlkoch – ein Mehlkoch mit einem Mus oben drauf. Abend vor der Bescherung wurde gebetet und es gab eine dünne Suppe, die Würstl gab es erst später nach dem Krieg. Erst da haben wir dann auch ein Schwein gehalten und vor Weihnachten geschlachtet, dann gab es am Christtag immer einen Schweinsbraten. Nach der Bescherung sind wir noch in der Stube zusammengesessen, dann machten wir uns auf den Weg zur Mitternachtsmesse.

Was hat man früher geschenkt bekommen?

Eigentlich fast nur was man gebraucht hat, aber das hat man sich oft auch gewünscht. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk waren Handschuhe, denn der Weg in die Schule nach Saalfelden war schon sehr weit, und vor allem kalt. Ich erinnere mich noch daran, dass der Schnee damals immer an den Holzsohlen der Schuhe kleben geblieben ist, wenn es frisch geschneit hat, das war anstrengend beim Gehen! Deshalb hat man sich auch über warme Sachen gefreut. Und ein gestrickter Pullover war da schon das höchste der Gefühle, etwas Gekauftes gab es fast überhaupt nicht.

Ernst Oberaigner wurde 1932 in Uttendorf geboren, ist aber in Saalfelden bei den Zieheltern Krezenzia und Johann Pichler aufgewachsen, die als Arbeiterfamilie mehr als 20 Kinder großgezogen haben. Der erfolgreiche Schirennläufer siegte bei großen internationalen Rennen, errang Bronze bei der WM 1954 und ist mehrfacher österreichischer Meister.

Ernst Oberaigner (79)

Ernst Oberaigner (79)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit früher im Vergleich zu heute erlebt?

Weihnachten ist früher, als ich noch ein Kind war, nicht einmal mit erstem Advent angegangen, sondern erst kurz vor dem Heiligen Abend. Auch Kekse und Kletzenbrot wurden erst kurz vor Weihnachten gebacken, auf alle Fälle zumindest erst nach dem Nikolaus. Außerdem war die Vorweihnachtszeit früher deutlich ruhiger. Diese ganze Vermarktung und diese Hektik so wie heute gab es früher einfach nicht. Auch der Konsum ist einfach übertrieben, aber das bringt halt auch die Zeit. Wenn heute schon Monate vor Weihnachten als Weihnachtszeit verkauft werden, nimmt das die Vorfreude. Und früher war Weihnachten tatsächlich eine ruhige Zeit, in der man auch in der Stube enger zusammengerückt ist.

Was war das Besondere für Sie an Weihnachten?

Vor allem das Essen. Denn es gab Sachen zu essen, die es im restlichen Jahr eben nicht gegeben hat, wie etwa die Würstlsuppe oder verschiedene Süßspeisen.

Was hat man früher geschenkt bekommen?

Gekriegt haben wir vor allem, was man zum Anziehen gebraucht hat, Schuhe und warme Kleidung waren die Hauptsache, darüber hat man sich aber sehr gefreut. Spielsachen gab es nur sehr vereinzelt. Man hat überhaupt selten etwas gekriegt, das man nicht auch wirklich gebraucht hat. Schi etwa waren eine Sensation und eine absolute Ausnahme. Es ist schön, dass das heute nicht mehr so ist, aber man kann es auch übertreiben. Wenn Kinder heute schon unter dem Jahr alles kriegen, wird ja gar nichts mehr auf Weihnachten aufgespart und ein Geschenk ist nichts Besonderes mehr.

Lisi Zöggeler wurde 1938 geboren und ist bei einem Bauern in Leogang aufgewachsen.

 Lisi Zöggeler (73)

Lisi Zöggeler (73)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit erlebt?

Am Barbaratag, dem 4. Dezember wurden Kirschzweige abgeschnitten und eingewässert, die haben dann zu Weihnachten wunderschön geblüht. In der Adventzeit haben wir am Abend in der Stube immer Bratäpfel gemacht, das war nur im Advent. Begonnen hat der Advent immer mit dem Hausputz, vom Dachboden bis in den Keller musste jedes Pfandl glänzen. Weihnachtlich geschmückt wurde das Haus dann aber erst zwei Tage vor Weihnachten mit Tannenzweigen, zuvor gab es noch den großen Küchenputz. Man hat oft gesagt, zu den heiligen Zeiten geht der Teufel um, weil die Frauen so böse waren, weil sie so viel putzen mussten.

Gebetet wurde auch viel, damals war Weihnachten tatsächlich noch sehr eng mit dem Glauben verbunden. Einmal in der Woche gab es eine Rorate, eine Kindermesse und jeden Samstag wurde ein Rosenkranz gebetet.

An den drei Donnerstagen vor Weihnachten ist man Anklöckeln gegangen. Als Hirten verkleidet hat man mit dem Stock bei den Nachbarn an die Tür geklopft und dann Weihnachtslieder gesungen.

Kurz vor Weihnachten ist auch immer Kletzenbrot gebacken worden, jeder im Haus bekam einen eigenen Wecken und einer ist separat für den Heiligen Abend zur Seite gelegt worden, mit Zettel dran. Und dann ist im Advent natürlich immer ein Schwein geschlachtet worden, wenn zu warm erst etwas später, da es ja keine Gefriertruhe gab und die Knochen etwa im Schnee eingefroren wurden.

Was war früher das Besondere an der Weihnachtszeit?

Das war sicher das Essen. Der Vater war vor Weihnachten bei den Bauern herum zum Schlachten und hat dann oft die Zunge mitgebracht. Das war eine Delikatesse, denn Fleisch gab es ja sonst nur im Herbst, wenn ein Schaf geschlachtet wurde. Und das Fleisch vom Schwein, das vor Weihnachten geschlachtet wurde, wurde fast ausschließlich geselcht und für die Knödl, die es im Laufe des ganzen Jahres immer wieder gab, verwendet. Und zum Christtag wurde ein Schweinsbraten gekocht, später, nach dem Krieg dann Schnitzel. Ich kann mich erinnern, dass wir da so viel gegessen haben, dass wir Bauchweh gekriegt haben.

Wie ist der Weihnachtstag bei Ihnen abgelaufen?

Gleich in der Früh wurde das Vieh versorgt, dann eine Rindsuppe gekocht, die eine Seltenheit war. Am Vormittag wurde dann der Weihbuschen, der aus Kräuter und Blumen wie Eibis, Minze und Melisse bestand und am Frauentag – dem 15. August – geweiht worden war, auf drei Teile aufgeteilt, also für jede der drei Rauchnächte. Einen Teil hat man dann im Stubenofen ins Backrohr gelegt, damit er für den Abend zum Rauchen gehen schön resch wurde. Die Hacken und Messer wurden geschliffen, das war dann die sogenannte „Bachlschneid“, die besonders lange hielt. Zu Mittag gab es dann ein Bachlkoch, das alle aus einer Rein gegessen haben. In manchen Gegenden wie etwa in Tirol kam auch noch Honig drauf, das war ganz einmalig, denn Zucker gab es ja zu dieser Zeit gar nicht. Das Kripperl wurde im Herrgottswinkel aufgestellt und überall in der Stube wurden Tannenzweigerl reingesteckt. Am Abend kamen dann vor der Bescherung Schneckennudeln – eine Art Buchteln – auf den Tisch, mit Buttermilch. Die Würstlsuppe gab es damals noch nicht, die kam erst später. Nach dem Essen ging man dann Rauchen. In ein Rauchpfandl kam Glut aus dem Stubnofen, ein bisserl Weihrauch und der getrocknete Weihboschn aus dem Ofen. Mit einem Hut hat sich jeder den Rauch dreimal über den Kopf gehoben , dann wurde mit einem Weihbrunnen und einer Kerze, von den Kindern getragen, durch jeden Raum gegangen. Alles wurde mit Weihwasser bespritzt, danach ging man noch drei Mal rund um das Haus. So sollten alle im Haus, das Vieh, die Felder usw. vor Unheil geschützt werden. Nach dem Rauchen wurde dann noch gebetet, der Knecht und die Dirn sind dabei gekniet, wir Kinder saßen hinter dem Tisch. Das hat immer lange gedauert, denn drei Rosenkränze und ein Heiliger sind gebetet worden. Anschließend gingen wir mit dem Vater noch in den Stall und gaben dem Vieh etwas Salz und Kleie vermischt mit einigen Bröseln vom Weihbuschen. Danach durfte der Stall nicht mehr betreten werden, weil uns gesagt wurde, dass die Tiere in der Heiligen Nacht miteinander reden. Dann gab es endlich die Bescherung und den Heilige-Nacht-Wecken, das Kletzenbrot, das man zur Seite gelegt hatte, wurde mit drei Kreuzen gezeichnet und angeschnitten. Das war damals noch ohne Rosinen, sondern bestand eher aus getrockneten Spähbirnen und wurde mit Butter gegessen. Das Essen zu Weihnachten war einfach das Größte, das muss ich schon sagen. Die Erwachsenen bekamen dann noch ein Schnapserl, wir Kinder einen Tee und man ist zusammengesessen, bis man sich mit einer Sturmlaterne auf den Weg zur Mitternachtsmesse gemacht hat. Nur einer musste daheim bleiben und auf die Heilige-Nacht-Kerze aufpassen, denn die durfte nicht ausgehen, sonst ist im Jahr darauf jemand gestorben, hat man gesagt. Der hat dann auch die Suppe schon hergerichtet, die es nach der Messe gab. Eine Rindsuppe mit Fleisch und Weizenbrot. Das war auch wirklich eine Besonderheit, sonst gab es ja nur Roggenbrot. Suppennudeln kannte man damals bei uns noch nicht. Wie gesagt, das Essen zu Weihnachten war schon das Großartigste überhaupt. Am Christtag haben wir dann schon mit Kletzenbrot gefrühstückt und mit den paar Keksen, die es gab. Und zu Mittag gab es den Schweinsbraten, auf den man sich schon so lange gefreut hatte.

War Vorweihnachtszeit früher eine ruhigere Zeit als heute?

Auf alle Fälle. Es war ja auch viel früher dunkel, es gab noch keinen Strom. Ich erinnere mich noch, das war eine Sensation, als wir Strom kriegten und eine 15 Watt Birne in der Stube hatten. Man ist damals schon ein wenig enger zusammengerückt, drin der Stube wurde gesponnen und gestrickt. Da fällt mir noch ein Brauch ein, die sogenannte „Hauslehr“. Der Bauer hat mit Pferd und Pendel – einem Fuhrwerk, auf dem Leute sitzen konnten -den Pfarrer abgeholt, der beim Bauern ein Essen gekriegt hat. Dann sind alle Nachbarn gekommen – deshalb wurde das immer beim Bauern mit der größten Stube gemacht. Der Pfarrer sprach seine Belehrung, eine Art Predigt war das. Die Stube war da immer bummvoll, das gibt es bei einigen Bauern auch heute noch und das ist immer sehr nett. Manchmal ist es natürlich auch etwas länger geworden und es wurde schon auch mal das eine oder andere Schnapserl getrunken. Da gab es dann den Spruch: „Bei der Hausmahlehr (von Malör) ist es wieder lustig geworden.“

Hinterlasse eine Antwort »
 

Neues Jahr -neues Budget

Verfasst von Andrea Kupfner | Tags: , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gemeinde | Kommentare 1 Kommentar

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ebenfalls die im aktuellen Budget vorgesehenen Mittel. Mitte Dezember hat die Gemeindevertretung mehrheitlich den Jahresvoranschlag (das Budget) für 2012 beschlossen.

So entsteht ein Budget

Der Jahresvoranschlag, auch Budget genannt, ist ein verbindlicher Finanzplan für Verwaltung und Politik. Bereits im September jeden Jahres eruieren die Sachbearbeiter die voraussehbaren Ausgaben für das Folgejahr. Das passiert einerseits mit Erfahrungswerten, andererseits anhand von konkreten Kostenschätzungen und Angeboten. Der Leiter der Finanzverwaltung bespricht mit dem Bürgermeister und dem Finanzstadtrat die Eckdaten für einen Budgetentwurf (Kosten für Großprojekte, Anpassungen bei Steuern und Abgaben, Prognosen für Ertragsanteile usw.). Bis Ende Oktober werden die gesammelten Daten zu einem Budgetentwurf verarbeitet. Ein Jahresvoranschlag muss immer ausgeglichen sein – gleich viele Einnahmen wie Ausgaben. Beim Budgetentwurf ist das noch nicht der Fall, die Ausgaben überwiegen. Der nächste Schritt ist also, das Budget auszugleichen. Das erfolgt unter Einbindung der Vorsitzenden aller politischen Parteien. Es ist Zeit, Prioritäten zu setzen. Wie aus der Ausgabenpyramide (Grafik rechts oben) ersichtlich, gibt es für die Politik nur einen begrenzten Spielraum für Investitionen. Große Teile des Budgets sind mit Fixkosten belegt, die auf Grund der gesetzlichen Aufgaben einer Gemeinde entstehen. Für das Jahr 2012 stehen etwa die Fertigstellung des Schulzentrums Markt, aufwändige Straßen- und Kanalsanierungen und die Erneuerung der Sportanlage Bürgerau auf der Prioritätenliste. Die Letztverantwortung für einen ausgeglichenen Jahresvoranschlag trägt der Bürgermeister. Liegt ein ausgeglichener Haushalt vor, kommen die politischen Gremien ins Spiel. Der Jahresvoranschlag, der zu diesem Zeitpunkt ein Druckwerk mit mehr als 350 Seiten ist, wird zuerst dem Finanzausschuss und danach der Gemeindevertretung vorgelegt. Nach mehr oder weniger heftigen Diskussionen wird das Budget beschlossen. Als letzter Schritt muss die Gemeindeaufsicht des Landes Salzburg den Voranschlag genehmigen. Liegt diese Genehmigung vor, kann das neue Rechnungsjahr beginnen!

Im Jahr 2012 werden die Ausgaben der Stadtgemeinde rd. 35 Mio. Euro betragen.

Im Jahr 2012 werden die Ausgaben der Stadtgemeinde rd. 35 Mio. Euro betragen.

 

Zuschüsse notwendig

Nicht immer können Einrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden. Beispiele für Betriebe mit einem Ausgabenüberschuss sind Kindergärten und Schwimmbäder. Um etwa bei der Badeanlage Ritzensee ausgeglichen bilanzieren zu können, müsste der Preis für einen Tageseintritt statt derzeit 4,40 Euro auf 6,40 Euro angehoben werden. Damit die Eintrittspreise jedoch auf einem für die gesamte Bevölkerung leistbaren Niveau bleiben, wird auf Steuereinnahmen (Ertragsanteile an Bundessteuern, Kommunalsteuer, Grundsteuer usw.) zurückgegriffen.

 
 

Nicht immer können Gemeindeeinrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden.

Nicht immer können Gemeindeeinrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden.

 

Hinterlasse eine Antwort »
 

Sportanlage Bürgerau – der Bürgermeister nimmt Stellung

Verfasst von Günter Schied | Tags: , , , , , , , , , ,
Abgelegt unter stadt:gemeinde, stadt:sport | Kommentare Keine Kommentare

Die Sportanlage Bürgerau soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden.

Die Sportanlage Bürgerau soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden.

Liebe Saalfeldnerinnen und Saalfeldner!

Die Stadtgemeinde bezieht bei wichtigen Themen Bürgermeinungen in die Entscheidungsfindung mit ein. Die öffentliche Bürgerversammlung, die Diskussionsveranstaltung zur Umfahrung und die Anrainergespräche zur Fußgängerzone Lofererstraße sind nur einige Beispiele. Ebenso stehen wir auch den Bestrebungen der Bürgerinitiative „proBürgerau“, die sich gegen die Ausbaupläne der Stadtgemeinde für die Sportanlage Bürgerau einsetzt, offen gegenüber. Eines gilt es jedoch zu beachten: Genau wie Politiker müssen auch Bürgerinitiativen ihre Mitbürger mit belegbaren Argumenten von einem Anliegen überzeugen, nicht mit Unwahrheiten und Annahmen. Folgende Punkte, die in einer Aussendung der Initiative „proBürgerau“ leider falsch dargestellt wurden, möchte ich auf diesem Weg richtigstellen:

  • Für die Erweiterung der Sportanlage Bürgerau werden zusätzlich zum derzeit genutzten Areal rd. 4000 m² benötigt, das entspricht nicht einmal zwei Drittel eines herkömmlichen Fußballfeldes. Die Bürgerauwiese mit dem Jan Denkmal wird nicht zerstört. Es wird ein Teilbereich für die Erweiterung der Sportanlage in Anspruch genommen. Ein Großteil der Wiese wird in der jetzigen Form erhalten bleiben und natürlich für alle Bürger zugänglich sein.
  • In der Kostenschätzung von 5,3 Mio. Euro sind sämtliche Gewerke berücksichtigt – auch Flutlichtanlagen.
  • Für das Clubhaus ist ein Gastraum mit 56 Sitzplätzen vorgesehen. Ein weiterer Sitzungs- und Seminarraum weist im gültigen Entwurf 36 Sitzplätze auf. Es wird kein Gastlokal mit 190 Sitzplätzen geben.

Ich begrüße es, wenn sich Bürger für ihre Anliegen einsetzen, auch im Rahmen von demokratischen Verfahren wie einem Bürgerbegehren. Ich möchte jedoch verhindern, dass Willenserklärungen auf Basis falscher Informationen zu Stande kommen. Die Stadtgemeinde wird 2012 detailliert über das Projekt „Sanierung und Erweiterung Sportanlage Bürgerau“ informieren. Bitte geben Sie uns die Zeit, das Projekt für Sie so aufzubereiten, dass Sie sich anhand von seriösen und beständigen Informationen eine Meinung bilden können.

Ihr Bürgermeister Günter Schied

Hinterlasse eine Antwort »
 

„Ich wollte bewusst der Günter bleiben“

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
Abgelegt unter Allgemein, stadt:gemeinde | Kommentare Keine Kommentare

Am 27. Oktober 1996 gewann Günter Schied bei einer Stichwahl die Bürgermeisterwahlen in Saalfelden. Seither sind 15 Jahre vergangen. Höchste Zeit für eine Zwischenbilanz.

 

Vor 15 Jahren wurde Günter Schied zum Bürgermeister von Saalfelden gewählt.

Vor 15 Jahren wurde Günter Schied zum Bürgermeister von Saalfelden gewählt.

 

Herr Bürgermeister, Sie sind nun seit 15 Jahren im Amt. Wie sehr hat diese Funktion die Person Günter Schied verändert?

„Ich habe bewusst versucht, der Günter zu bleiben und den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Ich lege keinen Wert darauf, ein Trepperl über den Bürgern zu stehen. Deshalb hoffe ich, dass ich mich durch mein Amt nicht wesentlich verändert habe.“

Am Beginn Ihrer Amtszeit mussten Sie sehr viel dazulernen. Was waren die härtesten Brocken?

„Ich wollte es am Anfang jedem recht machen. Ich musste schnelI erkennen, dass das nicht möglich ist. Ich habe unterschätzt, wie viel man als Bürgermeister in der Öffentlichkeit steht. Das Auftreten vor vielen Leuten, das Reden und das Präsentieren waren mir am Beginn unangenehm. Jetzt sind diese Auftritte Routine. Außerdem konnte ich nicht gut mit Kritik umgehen, ich fühlte mich persönlich angegriffen und machte mir am Mittwoch bereits Gedanken, was wohl am Donnerstag in den Wochenzeitungen stehen würde. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit Kritik umzugehen und mir eine dicke Haut zugelegt.“

Was zählen Sie zu Ihren großen politischen Erfolgen? Wo haben Sie Niederlagen einstecken müssen?

„Meine ersten Projekte als Bürgermeister waren die Neugestaltung der Badeanlage am Ritzensee, die Saunasanierung und -erweiterung und die Errichtung des Langlaufzentrums. Diese Schritte sind mir als große Erfolge in Erinnerung geblieben. Im Laufe der Jahre kamen etliche Projekte hinzu, darunter die Errichtung des Kunsthauses Nexus und des Congress, zahlreiche Schul- und Kindergartensanierungen und die Ausweisung von Baulandsicherungsmodellen und Gewerbegebieten. Ich habe mich für die Einführung der Citybusse und die Stadterhebung eingesetzt. Ebenso zähle ich den Neubau des Wirtschaftshofes zu meinen großen persönlichen Erfolgen. Da hatte ich zu Beginn auch in den eigenen Reihen mit Gegenwind zu kämpfen.

Als Niederlage empfinde ich die Schließung der Biberg Schilifte und das Scheitern der „Löwen Lifte“. Dieses Liftprojekt sah die Verbindung von Saalfelden und Viehhofen mit Schiliften und -pisten vor. Leider konnten wir uns damals gegenüber der Landeskommission für Schilift-Erschließungen nicht durchsetzen.“

Das Amt des Bürgermeisters wirkt sich stark auf das Privatleben aus. Welche Opfer schmerzen am meisten?

„Es war nicht leicht, dass ich so wenig Zeit mit meiner Familie verbringen konnte. Auch die Zeit für mich selbst fehlte über weite Strecken. Ich habe erkannt, dass ich mir diese Zeit nehmen muss. Vor allem die sportliche Betätigung wurde mir immer wichtiger und ich habe begonnen, mir bewusst Zeit für mich selbst freizuhalten.

In der Funktion als Bürgermeister verschwindet die Privatperson fast gänzlich. Auf dem Berg, am Sportplatz, in der Sauna – überall wird man als Bürgermeister wahrgenommen und kaum mehr als Privatmensch. Anliegen werden in allen Lebenslagen und zu jeder Uhrzeit vorgebracht. Mit dieser Tatsache muss man leben können.“

Politik und Korruption – gibt es auch für einen Bürgermeister viele Versuchungen?

„Ich wurde eigentlich sehr selten mit einschlägigen Angeboten konfrontiert. An einen Fall am Beginn meiner Amtszeit kann ich mich noch erinnern. Da wollte ein Bürger große Grünlandflächen in Bauland umwidmen. Er erwähnte in einem Vier-Augen-Gespräch, dass natürlich auch für den Bürgermeister ein Bauplatz herausschauen würde.

Häufiger kommt es vor, dass Bürger mit dem Verweis ‚Ich bin immer ein treuer Wähler gewesen‘ oder ‚Wie du weißt, bin ich schon lange ein Mitglied deiner Partei‘ eine Entscheidung zu ihren Gunsten erwirken wollen. Mit solchen Hinweisen kann man aber bei mir nicht punkten.“

Wo liegen in nächster Zeit Ihre Schwerpunkte? Welche Projekte sind für Saalfelden wichtig?

„Ich setze mich für die frühestmögliche Umsetzung der Nord-Süd-Umfahrung ein. Ebenso ist mir eine Verkehrslösung in Richtung Maria Alm wichtig. Weit oben auf meiner Prioritätenliste steht auch eine moderne Sportanlage in der Bürgerau.“

Wird der Name Günter Schied auf dem Stimmzettel der Bürgermeisterwahlen 2014 stehen?

„Ich mache meine Arbeit noch immer sehr gerne. Ich werde rechtzeitig vor den nächsten Wahlen eine Entscheidung treffen.“

Bild/Text: Bernhard Pfeffer

Hinterlasse eine Antwort »