Das Weihnachten von früher

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
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Früher war sicher nicht alles besser. Auch nicht zu Weihnachten. Oder doch? In der vergangenen Redaktionssitzung fragten wir uns, wie sich Weihnachten wohl vor 50, 60 oder noch mehr Jahren abgespielt hat.

Walter Steidl ist 1926 geboren und in einer Arbeiterfamilie in Bsuch aufgewachsen.

Walter Steidl (85)

Walter Steidl (85)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit früher im Vergleich zu heute erlebt?

Ich kann mich erinnern, dass wir als Kinder vor Weihnachten besonders brav sein mussten, damit das Christkind auch etwas bringt. Wir haben ja dem Christkind auch immer ein Brieferl geschrieben und auf die Fensterbank gelegt.

Was war das Besondere für Sie an Weihnachten?

Es war einfach eine schöne ruhige Zeit, es wurden Kekse und Kletzenbrot gebacken, allein deshalb schon war Weinachten so besonders, genauso wie das Bachlkoch am Weihnachtstag. Würstlsuppe kannten wir erst nach dem Krieg, und Fleisch gab es überhaupt nicht. Erst später haben wir dann selbst ein Schwein ein Jahr lang gefüttert und dann zu Winterbeginn geschlachtet. Und natürlich die Süßigkeiten am Weihnachtsbaum, die Zuckerl und die Zuckerringe.

Welche Rolle spielte der Glaube früher zu Weihnachten?

Bei uns eigentlich gar keine, das war eher bei den Bauern so. Ich bin halt Ministrant geworden, weil mich der Pfarrer gefragt hat und ich mich nicht nein sagen traute. So musste ich in der Weihnachtszeit jeden zweiten Tag um 6 Uhr früh zu Fuß von Bsuch nach Gerling gehen, egal bei welchem Wetter. Und das war manchmal sehr kalt und anstrengend, wenn es viel Schnee hatte.

Anni Dietrich wurde 1930 als Tochter eines Wildbachverbauers geboren und ist im Haus des ehemals sogenannten „Schörhofschmiedes“, gegenüber dem Gasthof Schörhof, aufgewachsen.

Anni Dietrich (81)

Anni Dietrich (81)

Spielte der Glaube eine große Rolle in der Weihnachtszeit?

Ja, ganz sicher! Ab dem ersten Advent wurde an jedem Adventsonntag Rosenkranz gebetet und auch am Heiligen Abend vor der Bescherung. Am Weihnachtstag ist man auch Rauchen gegangen, genauso wie in der Sylvester- und der Heiligendreikönigsnacht, das waren die sogenannten Rauchnächte. Man ist mit dem Weihrauchpfandl in jeden Raum gegangen und drei mal rund ums Haus, damit dieses und auch die Felder vor Unwettern usw. geschützt werden, oder auch die Hausbewohner vor Krankheiten. In der Nacht hat die Heilige-Nacht-Kerze gebrannt, die durfte nicht ausgehen, denn sonst wäre im Folgejahr jemand gestorben.

Wie ist der Weihnachtstag sonst noch abgelaufen?

In der Früh sind wir schon sehr aufgeregt aufgestanden, wir haben ja bis im Alter von 10 oder 11 Jahren an das Christkind geglaubt und auch so lange Wunschzetterl geschrieben. Zu Mittag gab es traditionell ein Bachlkoch – ein Mehlkoch mit einem Mus oben drauf. Abend vor der Bescherung wurde gebetet und es gab eine dünne Suppe, die Würstl gab es erst später nach dem Krieg. Erst da haben wir dann auch ein Schwein gehalten und vor Weihnachten geschlachtet, dann gab es am Christtag immer einen Schweinsbraten. Nach der Bescherung sind wir noch in der Stube zusammengesessen, dann machten wir uns auf den Weg zur Mitternachtsmesse.

Was hat man früher geschenkt bekommen?

Eigentlich fast nur was man gebraucht hat, aber das hat man sich oft auch gewünscht. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk waren Handschuhe, denn der Weg in die Schule nach Saalfelden war schon sehr weit, und vor allem kalt. Ich erinnere mich noch daran, dass der Schnee damals immer an den Holzsohlen der Schuhe kleben geblieben ist, wenn es frisch geschneit hat, das war anstrengend beim Gehen! Deshalb hat man sich auch über warme Sachen gefreut. Und ein gestrickter Pullover war da schon das höchste der Gefühle, etwas Gekauftes gab es fast überhaupt nicht.

Ernst Oberaigner wurde 1932 in Uttendorf geboren, ist aber in Saalfelden bei den Zieheltern Krezenzia und Johann Pichler aufgewachsen, die als Arbeiterfamilie mehr als 20 Kinder großgezogen haben. Der erfolgreiche Schirennläufer siegte bei großen internationalen Rennen, errang Bronze bei der WM 1954 und ist mehrfacher österreichischer Meister.

Ernst Oberaigner (79)

Ernst Oberaigner (79)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit früher im Vergleich zu heute erlebt?

Weihnachten ist früher, als ich noch ein Kind war, nicht einmal mit erstem Advent angegangen, sondern erst kurz vor dem Heiligen Abend. Auch Kekse und Kletzenbrot wurden erst kurz vor Weihnachten gebacken, auf alle Fälle zumindest erst nach dem Nikolaus. Außerdem war die Vorweihnachtszeit früher deutlich ruhiger. Diese ganze Vermarktung und diese Hektik so wie heute gab es früher einfach nicht. Auch der Konsum ist einfach übertrieben, aber das bringt halt auch die Zeit. Wenn heute schon Monate vor Weihnachten als Weihnachtszeit verkauft werden, nimmt das die Vorfreude. Und früher war Weihnachten tatsächlich eine ruhige Zeit, in der man auch in der Stube enger zusammengerückt ist.

Was war das Besondere für Sie an Weihnachten?

Vor allem das Essen. Denn es gab Sachen zu essen, die es im restlichen Jahr eben nicht gegeben hat, wie etwa die Würstlsuppe oder verschiedene Süßspeisen.

Was hat man früher geschenkt bekommen?

Gekriegt haben wir vor allem, was man zum Anziehen gebraucht hat, Schuhe und warme Kleidung waren die Hauptsache, darüber hat man sich aber sehr gefreut. Spielsachen gab es nur sehr vereinzelt. Man hat überhaupt selten etwas gekriegt, das man nicht auch wirklich gebraucht hat. Schi etwa waren eine Sensation und eine absolute Ausnahme. Es ist schön, dass das heute nicht mehr so ist, aber man kann es auch übertreiben. Wenn Kinder heute schon unter dem Jahr alles kriegen, wird ja gar nichts mehr auf Weihnachten aufgespart und ein Geschenk ist nichts Besonderes mehr.

Lisi Zöggeler wurde 1938 geboren und ist bei einem Bauern in Leogang aufgewachsen.

 Lisi Zöggeler (73)

Lisi Zöggeler (73)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit erlebt?

Am Barbaratag, dem 4. Dezember wurden Kirschzweige abgeschnitten und eingewässert, die haben dann zu Weihnachten wunderschön geblüht. In der Adventzeit haben wir am Abend in der Stube immer Bratäpfel gemacht, das war nur im Advent. Begonnen hat der Advent immer mit dem Hausputz, vom Dachboden bis in den Keller musste jedes Pfandl glänzen. Weihnachtlich geschmückt wurde das Haus dann aber erst zwei Tage vor Weihnachten mit Tannenzweigen, zuvor gab es noch den großen Küchenputz. Man hat oft gesagt, zu den heiligen Zeiten geht der Teufel um, weil die Frauen so böse waren, weil sie so viel putzen mussten.

Gebetet wurde auch viel, damals war Weihnachten tatsächlich noch sehr eng mit dem Glauben verbunden. Einmal in der Woche gab es eine Rorate, eine Kindermesse und jeden Samstag wurde ein Rosenkranz gebetet.

An den drei Donnerstagen vor Weihnachten ist man Anklöckeln gegangen. Als Hirten verkleidet hat man mit dem Stock bei den Nachbarn an die Tür geklopft und dann Weihnachtslieder gesungen.

Kurz vor Weihnachten ist auch immer Kletzenbrot gebacken worden, jeder im Haus bekam einen eigenen Wecken und einer ist separat für den Heiligen Abend zur Seite gelegt worden, mit Zettel dran. Und dann ist im Advent natürlich immer ein Schwein geschlachtet worden, wenn zu warm erst etwas später, da es ja keine Gefriertruhe gab und die Knochen etwa im Schnee eingefroren wurden.

Was war früher das Besondere an der Weihnachtszeit?

Das war sicher das Essen. Der Vater war vor Weihnachten bei den Bauern herum zum Schlachten und hat dann oft die Zunge mitgebracht. Das war eine Delikatesse, denn Fleisch gab es ja sonst nur im Herbst, wenn ein Schaf geschlachtet wurde. Und das Fleisch vom Schwein, das vor Weihnachten geschlachtet wurde, wurde fast ausschließlich geselcht und für die Knödl, die es im Laufe des ganzen Jahres immer wieder gab, verwendet. Und zum Christtag wurde ein Schweinsbraten gekocht, später, nach dem Krieg dann Schnitzel. Ich kann mich erinnern, dass wir da so viel gegessen haben, dass wir Bauchweh gekriegt haben.

Wie ist der Weihnachtstag bei Ihnen abgelaufen?

Gleich in der Früh wurde das Vieh versorgt, dann eine Rindsuppe gekocht, die eine Seltenheit war. Am Vormittag wurde dann der Weihbuschen, der aus Kräuter und Blumen wie Eibis, Minze und Melisse bestand und am Frauentag – dem 15. August – geweiht worden war, auf drei Teile aufgeteilt, also für jede der drei Rauchnächte. Einen Teil hat man dann im Stubenofen ins Backrohr gelegt, damit er für den Abend zum Rauchen gehen schön resch wurde. Die Hacken und Messer wurden geschliffen, das war dann die sogenannte „Bachlschneid“, die besonders lange hielt. Zu Mittag gab es dann ein Bachlkoch, das alle aus einer Rein gegessen haben. In manchen Gegenden wie etwa in Tirol kam auch noch Honig drauf, das war ganz einmalig, denn Zucker gab es ja zu dieser Zeit gar nicht. Das Kripperl wurde im Herrgottswinkel aufgestellt und überall in der Stube wurden Tannenzweigerl reingesteckt. Am Abend kamen dann vor der Bescherung Schneckennudeln – eine Art Buchteln – auf den Tisch, mit Buttermilch. Die Würstlsuppe gab es damals noch nicht, die kam erst später. Nach dem Essen ging man dann Rauchen. In ein Rauchpfandl kam Glut aus dem Stubnofen, ein bisserl Weihrauch und der getrocknete Weihboschn aus dem Ofen. Mit einem Hut hat sich jeder den Rauch dreimal über den Kopf gehoben , dann wurde mit einem Weihbrunnen und einer Kerze, von den Kindern getragen, durch jeden Raum gegangen. Alles wurde mit Weihwasser bespritzt, danach ging man noch drei Mal rund um das Haus. So sollten alle im Haus, das Vieh, die Felder usw. vor Unheil geschützt werden. Nach dem Rauchen wurde dann noch gebetet, der Knecht und die Dirn sind dabei gekniet, wir Kinder saßen hinter dem Tisch. Das hat immer lange gedauert, denn drei Rosenkränze und ein Heiliger sind gebetet worden. Anschließend gingen wir mit dem Vater noch in den Stall und gaben dem Vieh etwas Salz und Kleie vermischt mit einigen Bröseln vom Weihbuschen. Danach durfte der Stall nicht mehr betreten werden, weil uns gesagt wurde, dass die Tiere in der Heiligen Nacht miteinander reden. Dann gab es endlich die Bescherung und den Heilige-Nacht-Wecken, das Kletzenbrot, das man zur Seite gelegt hatte, wurde mit drei Kreuzen gezeichnet und angeschnitten. Das war damals noch ohne Rosinen, sondern bestand eher aus getrockneten Spähbirnen und wurde mit Butter gegessen. Das Essen zu Weihnachten war einfach das Größte, das muss ich schon sagen. Die Erwachsenen bekamen dann noch ein Schnapserl, wir Kinder einen Tee und man ist zusammengesessen, bis man sich mit einer Sturmlaterne auf den Weg zur Mitternachtsmesse gemacht hat. Nur einer musste daheim bleiben und auf die Heilige-Nacht-Kerze aufpassen, denn die durfte nicht ausgehen, sonst ist im Jahr darauf jemand gestorben, hat man gesagt. Der hat dann auch die Suppe schon hergerichtet, die es nach der Messe gab. Eine Rindsuppe mit Fleisch und Weizenbrot. Das war auch wirklich eine Besonderheit, sonst gab es ja nur Roggenbrot. Suppennudeln kannte man damals bei uns noch nicht. Wie gesagt, das Essen zu Weihnachten war schon das Großartigste überhaupt. Am Christtag haben wir dann schon mit Kletzenbrot gefrühstückt und mit den paar Keksen, die es gab. Und zu Mittag gab es den Schweinsbraten, auf den man sich schon so lange gefreut hatte.

War Vorweihnachtszeit früher eine ruhigere Zeit als heute?

Auf alle Fälle. Es war ja auch viel früher dunkel, es gab noch keinen Strom. Ich erinnere mich noch, das war eine Sensation, als wir Strom kriegten und eine 15 Watt Birne in der Stube hatten. Man ist damals schon ein wenig enger zusammengerückt, drin der Stube wurde gesponnen und gestrickt. Da fällt mir noch ein Brauch ein, die sogenannte „Hauslehr“. Der Bauer hat mit Pferd und Pendel – einem Fuhrwerk, auf dem Leute sitzen konnten -den Pfarrer abgeholt, der beim Bauern ein Essen gekriegt hat. Dann sind alle Nachbarn gekommen – deshalb wurde das immer beim Bauern mit der größten Stube gemacht. Der Pfarrer sprach seine Belehrung, eine Art Predigt war das. Die Stube war da immer bummvoll, das gibt es bei einigen Bauern auch heute noch und das ist immer sehr nett. Manchmal ist es natürlich auch etwas länger geworden und es wurde schon auch mal das eine oder andere Schnapserl getrunken. Da gab es dann den Spruch: „Bei der Hausmahlehr (von Malör) ist es wieder lustig geworden.“

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Neues Jahr -neues Budget

Verfasst von Andrea Kupfner | Tags: , , , , , ,
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Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ebenfalls die im aktuellen Budget vorgesehenen Mittel. Mitte Dezember hat die Gemeindevertretung mehrheitlich den Jahresvoranschlag (das Budget) für 2012 beschlossen.

So entsteht ein Budget

Der Jahresvoranschlag, auch Budget genannt, ist ein verbindlicher Finanzplan für Verwaltung und Politik. Bereits im September jeden Jahres eruieren die Sachbearbeiter die voraussehbaren Ausgaben für das Folgejahr. Das passiert einerseits mit Erfahrungswerten, andererseits anhand von konkreten Kostenschätzungen und Angeboten. Der Leiter der Finanzverwaltung bespricht mit dem Bürgermeister und dem Finanzstadtrat die Eckdaten für einen Budgetentwurf (Kosten für Großprojekte, Anpassungen bei Steuern und Abgaben, Prognosen für Ertragsanteile usw.). Bis Ende Oktober werden die gesammelten Daten zu einem Budgetentwurf verarbeitet. Ein Jahresvoranschlag muss immer ausgeglichen sein – gleich viele Einnahmen wie Ausgaben. Beim Budgetentwurf ist das noch nicht der Fall, die Ausgaben überwiegen. Der nächste Schritt ist also, das Budget auszugleichen. Das erfolgt unter Einbindung der Vorsitzenden aller politischen Parteien. Es ist Zeit, Prioritäten zu setzen. Wie aus der Ausgabenpyramide (Grafik rechts oben) ersichtlich, gibt es für die Politik nur einen begrenzten Spielraum für Investitionen. Große Teile des Budgets sind mit Fixkosten belegt, die auf Grund der gesetzlichen Aufgaben einer Gemeinde entstehen. Für das Jahr 2012 stehen etwa die Fertigstellung des Schulzentrums Markt, aufwändige Straßen- und Kanalsanierungen und die Erneuerung der Sportanlage Bürgerau auf der Prioritätenliste. Die Letztverantwortung für einen ausgeglichenen Jahresvoranschlag trägt der Bürgermeister. Liegt ein ausgeglichener Haushalt vor, kommen die politischen Gremien ins Spiel. Der Jahresvoranschlag, der zu diesem Zeitpunkt ein Druckwerk mit mehr als 350 Seiten ist, wird zuerst dem Finanzausschuss und danach der Gemeindevertretung vorgelegt. Nach mehr oder weniger heftigen Diskussionen wird das Budget beschlossen. Als letzter Schritt muss die Gemeindeaufsicht des Landes Salzburg den Voranschlag genehmigen. Liegt diese Genehmigung vor, kann das neue Rechnungsjahr beginnen!

Im Jahr 2012 werden die Ausgaben der Stadtgemeinde rd. 35 Mio. Euro betragen.

Im Jahr 2012 werden die Ausgaben der Stadtgemeinde rd. 35 Mio. Euro betragen.

 

Zuschüsse notwendig

Nicht immer können Einrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden. Beispiele für Betriebe mit einem Ausgabenüberschuss sind Kindergärten und Schwimmbäder. Um etwa bei der Badeanlage Ritzensee ausgeglichen bilanzieren zu können, müsste der Preis für einen Tageseintritt statt derzeit 4,40 Euro auf 6,40 Euro angehoben werden. Damit die Eintrittspreise jedoch auf einem für die gesamte Bevölkerung leistbaren Niveau bleiben, wird auf Steuereinnahmen (Ertragsanteile an Bundessteuern, Kommunalsteuer, Grundsteuer usw.) zurückgegriffen.

 
 

Nicht immer können Gemeindeeinrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden.

Nicht immer können Gemeindeeinrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden.

 

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Sportanlage Bürgerau – der Bürgermeister nimmt Stellung

Verfasst von Günter Schied | Tags: , , , , , , , , , ,
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Die Sportanlage Bürgerau soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden.

Die Sportanlage Bürgerau soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden.

Liebe Saalfeldnerinnen und Saalfeldner!

Die Stadtgemeinde bezieht bei wichtigen Themen Bürgermeinungen in die Entscheidungsfindung mit ein. Die öffentliche Bürgerversammlung, die Diskussionsveranstaltung zur Umfahrung und die Anrainergespräche zur Fußgängerzone Lofererstraße sind nur einige Beispiele. Ebenso stehen wir auch den Bestrebungen der Bürgerinitiative „proBürgerau“, die sich gegen die Ausbaupläne der Stadtgemeinde für die Sportanlage Bürgerau einsetzt, offen gegenüber. Eines gilt es jedoch zu beachten: Genau wie Politiker müssen auch Bürgerinitiativen ihre Mitbürger mit belegbaren Argumenten von einem Anliegen überzeugen, nicht mit Unwahrheiten und Annahmen. Folgende Punkte, die in einer Aussendung der Initiative „proBürgerau“ leider falsch dargestellt wurden, möchte ich auf diesem Weg richtigstellen:

  • Für die Erweiterung der Sportanlage Bürgerau werden zusätzlich zum derzeit genutzten Areal rd. 4000 m² benötigt, das entspricht nicht einmal zwei Drittel eines herkömmlichen Fußballfeldes. Die Bürgerauwiese mit dem Jan Denkmal wird nicht zerstört. Es wird ein Teilbereich für die Erweiterung der Sportanlage in Anspruch genommen. Ein Großteil der Wiese wird in der jetzigen Form erhalten bleiben und natürlich für alle Bürger zugänglich sein.
  • In der Kostenschätzung von 5,3 Mio. Euro sind sämtliche Gewerke berücksichtigt – auch Flutlichtanlagen.
  • Für das Clubhaus ist ein Gastraum mit 56 Sitzplätzen vorgesehen. Ein weiterer Sitzungs- und Seminarraum weist im gültigen Entwurf 36 Sitzplätze auf. Es wird kein Gastlokal mit 190 Sitzplätzen geben.

Ich begrüße es, wenn sich Bürger für ihre Anliegen einsetzen, auch im Rahmen von demokratischen Verfahren wie einem Bürgerbegehren. Ich möchte jedoch verhindern, dass Willenserklärungen auf Basis falscher Informationen zu Stande kommen. Die Stadtgemeinde wird 2012 detailliert über das Projekt „Sanierung und Erweiterung Sportanlage Bürgerau“ informieren. Bitte geben Sie uns die Zeit, das Projekt für Sie so aufzubereiten, dass Sie sich anhand von seriösen und beständigen Informationen eine Meinung bilden können.

Ihr Bürgermeister Günter Schied

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„Ich wollte bewusst der Günter bleiben“

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
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Am 27. Oktober 1996 gewann Günter Schied bei einer Stichwahl die Bürgermeisterwahlen in Saalfelden. Seither sind 15 Jahre vergangen. Höchste Zeit für eine Zwischenbilanz.

 

Vor 15 Jahren wurde Günter Schied zum Bürgermeister von Saalfelden gewählt.

Vor 15 Jahren wurde Günter Schied zum Bürgermeister von Saalfelden gewählt.

 

Herr Bürgermeister, Sie sind nun seit 15 Jahren im Amt. Wie sehr hat diese Funktion die Person Günter Schied verändert?

„Ich habe bewusst versucht, der Günter zu bleiben und den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Ich lege keinen Wert darauf, ein Trepperl über den Bürgern zu stehen. Deshalb hoffe ich, dass ich mich durch mein Amt nicht wesentlich verändert habe.“

Am Beginn Ihrer Amtszeit mussten Sie sehr viel dazulernen. Was waren die härtesten Brocken?

„Ich wollte es am Anfang jedem recht machen. Ich musste schnelI erkennen, dass das nicht möglich ist. Ich habe unterschätzt, wie viel man als Bürgermeister in der Öffentlichkeit steht. Das Auftreten vor vielen Leuten, das Reden und das Präsentieren waren mir am Beginn unangenehm. Jetzt sind diese Auftritte Routine. Außerdem konnte ich nicht gut mit Kritik umgehen, ich fühlte mich persönlich angegriffen und machte mir am Mittwoch bereits Gedanken, was wohl am Donnerstag in den Wochenzeitungen stehen würde. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit Kritik umzugehen und mir eine dicke Haut zugelegt.“

Was zählen Sie zu Ihren großen politischen Erfolgen? Wo haben Sie Niederlagen einstecken müssen?

„Meine ersten Projekte als Bürgermeister waren die Neugestaltung der Badeanlage am Ritzensee, die Saunasanierung und -erweiterung und die Errichtung des Langlaufzentrums. Diese Schritte sind mir als große Erfolge in Erinnerung geblieben. Im Laufe der Jahre kamen etliche Projekte hinzu, darunter die Errichtung des Kunsthauses Nexus und des Congress, zahlreiche Schul- und Kindergartensanierungen und die Ausweisung von Baulandsicherungsmodellen und Gewerbegebieten. Ich habe mich für die Einführung der Citybusse und die Stadterhebung eingesetzt. Ebenso zähle ich den Neubau des Wirtschaftshofes zu meinen großen persönlichen Erfolgen. Da hatte ich zu Beginn auch in den eigenen Reihen mit Gegenwind zu kämpfen.

Als Niederlage empfinde ich die Schließung der Biberg Schilifte und das Scheitern der „Löwen Lifte“. Dieses Liftprojekt sah die Verbindung von Saalfelden und Viehhofen mit Schiliften und -pisten vor. Leider konnten wir uns damals gegenüber der Landeskommission für Schilift-Erschließungen nicht durchsetzen.“

Das Amt des Bürgermeisters wirkt sich stark auf das Privatleben aus. Welche Opfer schmerzen am meisten?

„Es war nicht leicht, dass ich so wenig Zeit mit meiner Familie verbringen konnte. Auch die Zeit für mich selbst fehlte über weite Strecken. Ich habe erkannt, dass ich mir diese Zeit nehmen muss. Vor allem die sportliche Betätigung wurde mir immer wichtiger und ich habe begonnen, mir bewusst Zeit für mich selbst freizuhalten.

In der Funktion als Bürgermeister verschwindet die Privatperson fast gänzlich. Auf dem Berg, am Sportplatz, in der Sauna – überall wird man als Bürgermeister wahrgenommen und kaum mehr als Privatmensch. Anliegen werden in allen Lebenslagen und zu jeder Uhrzeit vorgebracht. Mit dieser Tatsache muss man leben können.“

Politik und Korruption – gibt es auch für einen Bürgermeister viele Versuchungen?

„Ich wurde eigentlich sehr selten mit einschlägigen Angeboten konfrontiert. An einen Fall am Beginn meiner Amtszeit kann ich mich noch erinnern. Da wollte ein Bürger große Grünlandflächen in Bauland umwidmen. Er erwähnte in einem Vier-Augen-Gespräch, dass natürlich auch für den Bürgermeister ein Bauplatz herausschauen würde.

Häufiger kommt es vor, dass Bürger mit dem Verweis ‚Ich bin immer ein treuer Wähler gewesen‘ oder ‚Wie du weißt, bin ich schon lange ein Mitglied deiner Partei‘ eine Entscheidung zu ihren Gunsten erwirken wollen. Mit solchen Hinweisen kann man aber bei mir nicht punkten.“

Wo liegen in nächster Zeit Ihre Schwerpunkte? Welche Projekte sind für Saalfelden wichtig?

„Ich setze mich für die frühestmögliche Umsetzung der Nord-Süd-Umfahrung ein. Ebenso ist mir eine Verkehrslösung in Richtung Maria Alm wichtig. Weit oben auf meiner Prioritätenliste steht auch eine moderne Sportanlage in der Bürgerau.“

Wird der Name Günter Schied auf dem Stimmzettel der Bürgermeisterwahlen 2014 stehen?

„Ich mache meine Arbeit noch immer sehr gerne. Ich werde rechtzeitig vor den nächsten Wahlen eine Entscheidung treffen.“

Bild/Text: Bernhard Pfeffer

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Mehrheitlicher Beschluss für Umfahrung

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , ,
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Mit 18 zu 7 Stimmen entschied sich die Saalfeldner Gemeindevertretung Anfang Oktober für die Umsetzung einer Nord-Süd-Umfahrung. Der Vorschlag eines Alternativpaketes auf Probe wurde abgelehnt.

 

Mit 18 zu 7 Stimmen entschied sich die Saalfeldner Gemeindevertretung Anfang Oktober für die Umsetzung einer Nord-Süd-Umfahrung.

Mit 18 zu 7 Stimmen entschied sich die Saalfeldner Gemeindevertretung Anfang Oktober für die Umsetzung einer Nord-Süd-Umfahrung.


Der Sitzungssaal des Rathauses war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Bgm. Günter Schied den Tagesordnungspunkt „Verkehrslösung Nord-Süd, Umfahrungsvariante 16 oder Alternativpaket” verlas. Mehr als zwei Stunden wurde über den Punkt diskutiert. Auch über das vier Tage vor der Sitzung aktualisierte Angebot von Verkehrslandesrat Wilfried Haslauer. Bei einer kurzfristig anberaumten Besprechung versprach Haslauer den Saalfeldner Parteispitzen eine Umsetzung von Pförtnerampeln, Kreisverkehrertüchtigungen und Begegnungszonen ab dem Jahr 2012. Zusätzlich räumte er ein, dass bei einem Misserfolg des Alternativpaketes – eine Erfolgsbestimmung sollte im Jahr 2015 stattfinden – die Nord-Süd-Umfahrung weiterverfolgt werde. Falls dann doch eine Umfahrungsstraße gebaut würde, müsse die Stadtgemeinde die Kosten für die Umsetzung der Begegnungszonen an das Land zurückzahlen, so der Vorschlag von Haslauer. Genaue Kennzahlen, an Hand derer Erfolg oder Misserfolg bestimmt werden könnte, lagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

Nachdem zahlreiche Argumente ausgetauscht waren, fand eine geheime Abstimmung über vier Anträge statt. ÖVP und Grüne beantragten jeweils alternative Verkehrslösungen statt einer Umfahrung. Die FPÖ forderte in ihrem Antrag eine Bürgerbefragung zum Thema. Die Anträge von ÖVP, Grüne und FPÖ wurden mehrheitlich abgelehnt. Folgender Antrag der SPÖ wurde mit 18 zu 7 Stimmen beschlossen:

„Die Stadtgemeinde Saalfelden beschließt die letztprojektierte Umfahrung für Saalfelden (Variante 16) mit den bestmöglichen Lärmschutzmaßnahmen (Einhausung im Bereich Gründbühel und im Siedlungsbereich – südliche Zellerstrasse, Saalach- u. Biberweg, westliche Kohlengasse) sowie Begleitmaßnahmen im Bereich Kehlbach/Haid (Kreuzungsfreie Zu- und Abfahrt, Lärmschutzmaßnahmen für die Anrainer) und ersucht das Land Salzburg, diese Umfahrung laut Regierungsbeschluss der Salzburger Landesregierung (Spätherbst 2003) umzusetzen.”
 
Foto/Text: Bernhard Pfeffer

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Ehrenamt als Auslaufmodell?

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , , , , , ,
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2011 ist das „Jahr der Freiwilligen“. Wir haben für Sie beleuchtet, ob die Bereitschaft für ehrenamtliche Tätigkeiten abnimmt, wie die Situation in Saalfelden aussieht und was die Wissenschaft zu diesem Thema sagt.

 

Laut einer Erhebung der Statistik Austria waren im Jahr 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

Laut Statistik Austria waren 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

 

Sind wir eigensinniger geworden? Fauler? Warum interessieren sich die Jungen nicht mehr fürs Helfen? Vorurteile lassen sich schnell finden, wenn sich die Frage stellt, wie es um die Freiwilligkeit steht. Aber was ist dran an der Schwarzmalerei?

Freiwilligkeit als Kapital

Was Freiwilligkeit für die Gesellschaft bedeutet hat der US-amerikanische Sozialwissenschaftler Robert Putnam untersucht und dabei Folgendes in seinem Buch „Bowling alone“ (was frei übersetzt so viel bedeutet wie alleine auf der Kegelbahn zu stehen) veröffentlicht. Putnam behandelt den Niedergang der Freiwilligkeit in den USA und spricht in diesem Zusammenhang von „social capital“, also sozialem Kapital. Die Grundidee dahinter ist eine Verbindung zwischen Menschen, von der beide Seiten profitieren, vor allem, wenn man sich gegenseitig hilft. Freiwilligkeit schweißt uns also enger zusammen. Dieser Zusammenhalt scheint in den USA immer mehr verloren zu gehen, weil die Menschen sich isolieren und nicht mehr zusammen mit anderen Grillfeste organisieren oder in Vereinen mitarbeiten. Aber warum? Gründe sieht Putnam im Anstieg der Patchwork-Familien, wo scheinbar keine Zeit mehr für außerordentliche Arbeit bleibt. Auch der Medienkonsum nimmt mittlerweile einen beachtlichen Teil der Freizeit der Amerikaner ein. Zugegeben, die USA sind seit jeher ein Sonderfall, aber wie ergeht es uns Österreichern?

Die Zugpferde im Ort

In Saalfelden gibt es zahlreiche Zugpferde für die ehrenamtliche Tätigkeit. Eines davon, besonders für junge Menschen, ist die Landjugend Saalfelden. Seit beinahe 65 Jahren gibt es diese Gruppe, die sich aus jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 35 Jahren zusammensetzt. Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins wird durch gemeinsame Aktivitäten gefördert, aber auch die Arbeit nach außen nimmt einen großen Teil der gemeinsamen Zeit ein. Die Landjugend ist nicht nur an Feiertagen im Laufe des Jahres aktiv, sondern sammelt auch mit viel Engagement Spenden für bedürftige Mitmenschen. Derzeit hält der Verein bei knapp 60 Mitgliedern, die alle großen Einsatz zeigen und einen soliden Mitgliederstamm bilden.

Feuerwehrmann werden …

… will nicht nur ein kleiner Drache, sondern wollen auch viele junge Saalfeldner. Ortsfeuerwehrkommandant Ernst Schreder zeigt sich deshalb begeistert über die gute Jugendarbeit bei der Truppe. Ab 12 Jahren dürfen Mädchen und Jungs in die Freiwillige Feuerwehr eintreten und erhalten neben einer fundierten Ausbildung auch die Möglichkeit, bei allerlei Veranstaltungen mitzuwirken. Nach der Ausbildung in der Hauptwache kommen die jungen Feuerwehrleute dann zu ihren Löschzügen (Letting, Harham, Wiesersberg, Wiesing). Gründe für den regen Zustrom an Nachwuchs sieht Ernst Schreder zum einen im interessanten und abwechslungsreichen Alltag eines Feuerwehrmannes, aber auch in der Gemeinschaft innerhalb der Löschzüge. Vermittelt wird die „Message“ durch gute Öffentlichkeitsarbeit, sei es über Kooperationen mit Schulen oder dem alle zwei Jahre stattfindenden Kinderfest. Nicht umsonst besteht unsere Feuerwehr aus ca. 230 aktiven Helfern, die 45.000 bis 50.000 freiwillige Stunden bei Einsätzen, Übungen und Veranstaltungen zubringen.

Förderung der Schi-Jugend …

… ist die Aufgabe des Schiklubs Saalfelden, der nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Sportlich gesehen ist der Schiklub, immerhin einer der größten im Land, gut aufgestellt, an Nachwuchstalenten mangelt es also nicht. Auch die Betreuung der jungen Sportler funktioniert dank engagierter Eltern sehr gut. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Viele Eltern sind zwar mit vollem Einsatz dabei, gehen aber als Hilfe verloren, wenn ihre Kinder selbst nicht mehr aktiv sind oder in einen höheren Kader aufsteigen. So manche gute Zusammenarbeit wurde dadurch schon aufgelöst, wie Klaus Danzer, Obmann des Schiklubs, bedauert. Solang aber Kinder nachkommen, bekommt man immer wieder Eltern, die sich zur Mithilfe bereit erklären. Eine größere Herausforderung stellt die Abwicklung von Bewerben dar. Wenn man z.B. ein Slalomrennen ausrichtet, benötigt man nicht nur Personal für die Zeitnehmung und die Auswertung, sondern auch viele Torposten und jemanden, der im Ziel die Startnummern einsammelt. „Dort wird es zunehmend eng“, so Obmann Danzer. Seit Jahren gibt es einen beständigen Kern an Mitarbeitern. Seit Jahren fehlen aber auch junge Mitarbeiter, um die Routiniers einmal abzulösen.

Den Saalfeldnern …

… kann man ein gutes Zeugnis ausstellen, was freiwillige Mithilfe anbelangt. Zumindest ist es noch nicht so weit, wie manche vielleicht glauben wollen. Wie sich das Ganze entwickelt, bleibt abzuwarten. Bis dahin: Danke für die Mitarbeit und kommen sie gut nach Hause!

Autor/Bild: Florian Hörl

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Besuch in der Vogelsangschule

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , ,
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Seit 2009 gibt es in Saalfelden eine private Gesamtschule der besonderen Art. Das Stadtblatt hat der Vogelsangschule, einer pädagogischen Einrichtung für selbstbestimmtes Lernen, einen Besuch abgestattet.

 

Flor Ariana (6 Jahre) - hier im Mathematik Unterricht - bestimmt ihr Lerntempo selbst.

Flor Ariana (6 Jahre) - hier im Mathematik Unterricht - bestimmt ihr Lerntempo selbst.


Für jemanden, der die straffen Strukturen einer staatlichen Hauptschule genossen hat, ist die Vogelsangschule wie eine andere Welt. Bin ich schon in der Schule oder noch in der Wohnung des Direktors? Es ist so ruhig. Die ersten Schüler queren meinen Weg. Nach und nach treffen weitere Kids ein. Eine Schulglocke gibt es genauso wenig wie Hausaufgaben, Schularbeiten und Zeugnisse. Die Stimmung ist gut, das zeigt auch das Barometer im Flur an. Alle wirken zielstrebig und beschäftigt, keine Spur vom Chaos, das sich ein Außenstehender beim ersten Besuch in einer „Alternativschule“ erwartet. Forscherkreis, Lernatelier, Schulparlament – nein, auch die Begriffe am Stundenplan erinnern nicht an die eigene Schulzeit. Direktor Erich Dümler hat nicht zu viel versprochen, die Vogelsangschule ist eine Privatschule der besonderen Art.

Das pädagogische Konzept

„Wir gehen sehr individuell auf unsere Schüler ein“, erklärt der Direktor. „In den Primaria-Stufen steht vor allem das Prinzip ‚Tun vor Begreifen‘ im Vordergrund. Die Kinder sollen Gesetzmäßigkeiten durch das Tun begreifen und nicht durch den Kopf analysieren. Das führt auch zur besseren Wahrnehmung der Sinne. Unser pädagogisches Konzept basiert auf den Erkenntnissen von Maria Montessori und weiteren Reformpädagogen. Wir sind aber weder eine Montessori- noch eine Waldorfschule. Wichtig ist, dass die Kinder das Lerntempo selbst bestimmen und sich entsprechend ihren Talenten entwickeln. Das erleichtert dann auch die Berufs- oder Schulwahl nach der Pflichtschulzeit.“

Ausführliche Informationen

erhalten Sie am 21. November 2011, 20 Uhr, bei einem öffentlichen Infoabend in der Schule.

Daten und Fakten

  • Der Name “Vogelsang” stammt vom ersten Domizil der Schule, dem “Vogelsanghof” in Leogang
  • Privatschule mit Statut für den Pflichtschulbereich (6 bis 15 J.)
  • Lerngruppen: Primaria I (6 – 9 J.), Primaria II (9 – 12 J.), Sekundaria (ab 13 J.)
  • Derzeit: 2 Lernbegleiter, 14 Schüler
  • Schulgebühren/Monat: 250 Euro
  • Trägerverein: Verein Libelle, Obmann Erich Dümler, Tel. 06582/713 04
  • Standort: Bahnhofstraße 17 (Einfahrt Wiechenthalerweg)
  • Mehr Infos: www.vogelsangschule.at


Text/Bild: Bernhard Pfeffer

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Auf der Suche nach einem Profil

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,
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Für was stehen wir? Was sind unsere Stärken? Was unterscheidet uns von anderen? Diese und weitere Fragen möchte die Saalfelden Leogang Touristik (SALE) gemeinsam mit der Bevölkerung beantworten.


Jeder Mensch hat verschiedene Talente und Fähigkeiten, die ihn ausmachen. Die Summe aller Talente und Fähigkeiten ergeben den Charakter eines Menschen – in sich völlig einzigartig. Genau gleich verhält es sich bei einer Regionsmarke oder Destination. Die einzelnen Talente und Fähigkeiten, die historischen Stärken und Wurzeln zeichnen das Profil einer Feriendestination. Das Profil der Ferienregion Saalfelden Leogang ist derzeit sehr breit aufgestellt, für den Urlauber teils schwer erkennbar. Das möchten die heimischen Touristiker gemeinsam mit der Beratungsfirma Brand:Trust ändern.

Die Schritte zur Marke

Der erste Teil der Markenentwicklung besteht darin, die Talente und Fähigkeiten von Saalfelden Leogang zu finden. Tourismusobmann Hannes Riedlsperger beschreibt die Vorgehensweise: „Wir werden ca. 40 Menschen aus der Region befragen, wo sie die Stärken ihrer Heimatgemeinden sehen. Vom Bürgermeister zum Landwirt, vom Schilehrer zum Händler, vom Pensionisten zum Hotelier – Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Lagern sollen zu Wort kommen. Weiters werden bestehende Aufzeichnungen, Konzepte und Studien durchforstet. Am Ende werden alle Mosaiksteinchen zusammengetragen und zu Markenkernwerten (Charakter/Spitzenleistungen) verdichtet.“

Im zweiten Teil des Projektes werden Stammgäste und Besitzer von Zweitwohnungen zur Ferienregion befragt. „Spannend und sehr wichtig ist für uns auch die Sichtweise zur Region durch unsere langjährigen Gäste“, so der Tourismusobmann. „Weiters werden wir den Tourismusmarkt analysieren, um zu sehen, wo wir uns vom Mitbewerb abheben können. Auf Basis aller erhobenen Daten und einer sechsteiligen Workshop-Reihe mit dem Projektteam wird sich dann die Marken- und Regionspositionierung für Saalfelden Leogang herauskristallisieren. Dieses Ergebnis wird uns zeigen, worauf wir uns künftig konzentrieren müssen, eben das, was die Region ausmacht. Gleichzeitig werden sich aber auch Grenzen abheben, Grenzen, die wir einhalten müssen um authentisch zu bleiben. Es ist der Leitweg, der uns zeigt, wie künftig unser Tun und Handeln ausgerichtet ist, eben wie unsere Region die Dinge auf ihre Art und Weise anpacken muss.“

Erfolg nur mit der Bevölkerung

Nach Abschluss der Strategieentwicklung, bei der die Bürger miteinbezogen werden, liegt der Schwerpunkt der Markenentwicklung natürlich auf der Umsetzung. Wichtig ist, dass sich die Bevölkerung mit dem Konzept und der Marke identifizieren kann. Daher wird es im Anschluss regelmäßige Diskussionsrunden, Markenschulungen und Workshops geben, bei denen sich Bürger aktiv miteinbringen können. Hannes Riedlsperger ist sich sicher: „Wenn die Marke und deren Werte von der Bevölkerung mitgetragen werden, ist Saalfelden Leogang auf dem besten Weg, künftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Mit unseren eigenen Markenwerten sind wir auf dem besten Weg zur Entwicklung eines authentischen Tourismus, darauf aufbauend einer florierenden wirtschaftlichen Entwicklung mit der Bedachtnahme auf eine intakte Umwelt.“

Kein Wechsel an der Spitze

Geschäftsführer Stefan Pühringer bleibt weiterhin in seiner Position und wird die SALE auf dem Weg der Markenentwicklung durchgehend begleiten.

Text/Bild: Bernhard Pfeffer

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Asylwerber in Saalfelden

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
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Was ist ein Flüchtling?

Ein Flüchtling ist nach der Genfer Konvention eine Person, die „…aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann…“.


In Saalfelden warten 30 Asylwerber auf eine Entscheidung über ihre Zukunft.

In Saalfelden warten 30 Asylwerber auf eine Entscheidung über ihre Zukunft.


Abwicklung des Verfahrens

Alle Flüchtlinge/Asylwerber kommen in der Regel durch Schlepper in die EU und auch nach Österreich, wo sie in einem Aufnahmezentrum wie etwa am Flughafen Schwechat, in Traiskirchen oder Thalham in Form eines Erstantrages um Asyl ansuchen. Das gesamte Asylverfahren wird in jenem Land abgewickelt, wo dieser Erstantrag gestellt wurde. Danach ist es nicht mehr möglich – etwa nach einem negativen Bescheid – in einem anderen Land der EU noch einmal einen Antrag zu stellen.

Vom Erstaufnahmezentrum aus werden die Asylwerber auf ganz Österreich aufgeteilt, wobei jedes Bundesland eine Quote zu erfüllen hat. Für Saalfelden sind von Seiten der Stadtgemeinde 30 Asylwerber zugelassen. Nach der ersten Einvernahme im Bundesasylamt Innsbruck erhalten diese Menschen meistens nach zwei bis drei Monaten einen Bescheid, der aber sehr häufig negativ ausfällt. Die Asylwerber können oft einfach nicht nachweisen, dass sie zu Hause tatsächlich verfolgt werden – wie auch. Die zweite Instanz, in der der Asylgerichtshof in Linz oder Wien eine Entscheidung fällt, kann sich dann über zwei Jahre oder länger hinziehen. Erst heuer werden alle Fälle bis 2007 aufgearbeitet werden.

Versorgung der Flüchtlinge

Für die Vollversorgung – also Unterkunft, Frühstück, Mittag- und Abendessen – werden von der Landesregierung pro Person und Tag 16,50 Euro bezahlt. Jeder Asylwerber erhält 40 Euro pro Monat Taschengeld. Von diesem Taschengeld müssen allerdings auch die Kosten etwa für ein Zugticket nach Innsbruck zur Anhörung vor dem Asylamt oder für einen Ausweis getragen werden. In Saalfelden werden die Asylwerber von der örtlichen ehrenamtlichen Kleider-Caritas mit Bekleidung versorgt, zwei mal im Jahr erhalten sie zudem Gutscheine von KIK und Yello. Auch die Ärzte in Saalfelden sind um die Asylwerber sehr bemüht und leisten eine großartige Arbeit.

Weniger einfach haben es Asylwerber, die individuell – also nicht in einem Heim wie in Saalfelden – untergebracht werden. Sie erhalten monatlich 300 Euro, müssen davon 110 Euro für das Zimmer bezahlen und sollen dann von den verbleibenden 190 Euro leben, also sich ernähren und mit Kleidung versorgen. Arbeiten ist einem Asylwerber nicht erlaubt, aus diesem Grund rutschen die Menschen häufig in Prostitution, Drogenhandel oder Schwarzarbeit ab. Das Geld reicht einfach nicht einmal für das Nötigste. Zudem gibt es keine Form der Integration, keine Kontrolle, weswegen sehr viele dieser individuell untergebrachten Flüchtlinge in den Untergrund abtauchen.

Die Dezentralisierung der Flüchtlingsbetreuung ist im Gegensatz zu sehr großen Flüchtlingseinrichtungen weitaus vorteilhafter. Der Einzelne erfährt mehr persönliche Betreuung, die Kontaktaufnahme mit Einheimischen ist ebenfalls einfacher, da z.B. 30 Asylwerber wie in Saalfelden bei den Einheimischen kaum zu Ängsten oder Konflikten führen, während eine Überzahl doch viele überfordern würde.

Soziales Leben der Flüchtlinge

In Saalfelden haben die Asylwerber einen Internetanschluss im Haus, mittlerweile besitzen fast alle einen eigenen Computer, der häufig aus dem Müll geholt und repariert wurde. Gerade das Internet ist neben Briefen oft die einzige Verbindung in die Heimat. Fernsehen, einen Fitnessraum, eine Drehfußballtisch, Tischtennis, Fahrräder und eine ermäßigte Schwimmbadkarte von der Gemeinde bieten Freizeitbeschäftigungen. Ein regulärer Deutschkurs über die Volkshochschule wird von Oktober bis Juni angeboten. Während der Sommerpause wird in der Unterkunft täglich eine Stunde „Sprachkurs“ abgehalten. Auf Grund der unterschiedlichen Herkunft ist das für einige auch die einzige Sprache, in der sie sich untereinander verständigen können. Angesichts der vielen Kulturen, die unter einem Dach leben, muss sich jeder Asylwerber in Toleranz und gegenseitigem Verständnis üben. Das Angebot von gleich vier Kirchen in Saalfelden (katholisch, evangelisch, orthodox und muslimisch) ist österreichweit fast einzigartig und sehr hilfreich angesichts der vielen verschiedenen Religionszugehörigkeiten.

Für die Asylwerber gilt Anwesenheitspflicht, alle Personen müssen sich abmelden, wenn sie Saalfelden für einen Tag verlassen wollen oder müssen. Regelmäßige Kontrollen werden von der örtlichen Polizei, den Bezirks- und Landesbehörden und dem Innenministerium durchgeführt.

Zahlen und Fakten (Quelle: www.asyl.at)

Wurden im Jahr 2001 noch rund 30.000 Asylanträge gestellt, waren es im Jahr 2010 lediglich noch 11.000. 1.100 Anträge wurden 2001 positiv beantwortet, 3.600 negativ. Im Jahr 2010 fielen auf rund 3.000 positive 13.300 negative Bescheide.

Der Anteil der positiven Asylentscheidungen des Bundesasylamtes ist von 49,3% 2008 auf 34,7% 2009 gefallen, beim Asylgerichtshof von 21,2% auf 11,3%. Während also zuvor noch 32% der Verfahren mit Asylgewährung endeten, sind es 2009 nur noch 19,5%.

Autor: Mario Steidl
Foto: Bernhard Pfeffer

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Umfahrung oder Alternativpaket?

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , ,
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Mitte Juli fand im Congress eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema “Umfahrung oder Alternativpaket” statt. Ein voller Saal bestätigte das Interesse der Bevölkerung an diesem Thema.

Mehr als 450 Besucher kamen zum Informationsabend ins Congress.

Mehr als 450 Besucher kamen zum Informationsabend ins Congress.

Derzeit vergeht kaum eine Woche, ohne dass in Zeitungen, Radio oder Fernsehen die Umfahrungsdiskussion in Saalfelden kommentiert wird. Im Lokalteil einer Salzburger Tageszeitung hat kürzlich sogar ein Bürger aus einer oberösterreichischen Gemeinde in einem Leserbrief Stellung zur Frage „Umfahrung oder Alternativpaket in Saalfelden?“ genommen.

Informationen aus erster Hand gab es für die Besucher des von der Stadtgemeinde organisierten Informationsabends im Congress Saalfelden. Bürgermeister Günter Schied, LH Stv. Wilfried Haslauer und die zuständigen Verkehrsplaner des Landes Salzburg lieferten detaillierte Informationen über zwei Varianten zur Verkehrsberuhigung in Saalfelden. Zum einen wurde die im Jahr 2009 mehrheitlich von der Gemeindevertretung beschlossene Umfahrungsvariante Nr. 16 vorgestellt, zum anderen das im Juni 2011 von Verkehrslandesrat Haslauer vorgeschlagene Alternativpaket. Bereits bei den von Verkehrsexperten erstellten Computersimulationen, welche die Funktionsweise der Pförtnerampeln und der mehrspurigen Kreisverkehre demonstrierten, machte sich Unruhe im Saal breit und die ersten Zuhörer äußerten ihre Zweifel an der Effektivität dieses Systems. Bei den anschließenden Diskussionen bestätigte sich dann, dass an diesem Abend die Mehrheit der Besucher für eine Umfahrung war und nicht an einen Erfolg des Alternativpaketes glaubte. Ob diese Stimmung repräsentativ für die Meinung der gesamten Bevölkerung in Saalfelden war, bleibt die große Frage. Eine Frage, mit der sich die Saalfeldner Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung im Oktober beschäftigen muss. Dort soll die Entscheidung über die weitere Vorgangsweise fallen.

Detaillierte Informationen zu den beiden Verkehrslösungen finden Sie unter www.saalfelden.at. Wenn Sie Fragen zum Thema haben, können Sie diese via E-Mail (umfahrung@saalfelden.at) direkt an die Verkehrsexperten des Landes stellen.

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