Am 28. März 2012 hat der Nationalrat das 1. Stabilitätsgesetz 2012 beschlossen. Für Gemeinden hat dieses Gesetzespaket konkrete Auswirkungen. In Saalfelden fordert der Sparkurs des Bundes ein erstes großes Opfer.
Anfang Februar stellte die Bundesregierung ein Gesetz vor, das für mehr Stabilität in Österreich sorgen soll. Es wurde von den Koalitionspartnern als eines der größten Konsolidierungsprogramme der Zweiten Republik gehandelt. Nach ersten Begutachtungen des Gesetzes durch den Gemeinde- und Städtebund stellte sich schnell heraus, dass dieses Sparpaket wesentliche Auswirkungen auf die Finanzgebarung der Gemeinden hat. Kurz gesagt: Liebe Gemeinden, ihr müsst Opfer bringen!
Sportzentrum Bürgerau – Kosten würden um 20 % steigen
In Saalfelden heißt das erste Opfer des Stabilitätsgesetzes „Sportzentrum Bürgerau“. Nach jahrelangen Planungen und Verhandlungen bedeutet das Ende der Vorsteuerabzugsberechtigung für gemeindeeigene KGs (Kommanditgesellschaften) nun auch das Ende für den großen Ausbau der Sportanlage in der Bürgerau. Zur Erklärung: Kommunale Gebäude (Schulen, Feuerwehrgebäude usw.) wurden bisher von einer gemeindeeigenen KG errichtet und von der Gemeinde zurückgemietet. Das hatte den Vorteil, dass sich eine KG 20 % Vorsteuer von den Investitionskosten abziehen kann. Eine öffentliche Körperschaft wie die Gemeinde darf dies nicht. Durch den Wegfall dieser Regelung würden die Investitionskosten für den Ausbau der bestehenden Sportanlage in der Bürgerau um rd. eine Million Euro steigen.
Der Gemeindebund konnte zwar kurz vor der Beschlussfassung des Sparpaketes noch eine Übergangsfrist für die Vorsteuerabzugsberechtigung bis 1. September 2012 heraushandeln, für das Projekt „Sportzentrum Bürgerau“ wäre aber auch dieser kurzzeitige Aufschub nicht relevant. Die Stadtgemeinde hat daher eine Entscheidung gegen eine große Lösung für die Sportanlage Bürgerau getroffen. Bgm. Günter Schied: „Der Wegfall der Vorsteuerabzugsberechtigung für Gemeinden zwingt uns, auf die Bremse zu treten. Das finanzielle Risiko wäre zu groß. Ein zu hoher Anteil an Darlehensrückzahlungen soll uns in den nächsten Jahren nicht jeglichen finanziellen Handlungsspielraum nehmen.“
Investitionen in die Qualität
Die bestehenden Anlagenteile der Sportanlage in der Bürgerau (Sanitäranlagen, Schulsportanlage, Naturrasenplatz, Tribüne, Kabinen, Kantine usw.) sollen schnellstmöglich einer Generalsanierung unterzogen werden und es werden zusätzliche Leichtathletikanlagen errichtet, gab Bürgermeister Günter Schied vor kurzem bekannt. „Ich möchte unsere Sportlerinnen und Sportler nicht mehr länger hinhalten. Jetzt werden wir in Qualitätsverbesserungen investieren.“












