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Nachts in Saalfelden …

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , ,
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… ist immer was los? Welchen Ruf das Saalfeldner Nachtleben unter Jugendlichen genießt, wo Nachholbedarf besteht und wie störend die Sperrstunde ist, haben wir uns von einigen Nachtschwärmern erklären lassen.

Das Saalfeldner Nachtleben - immer das Gleiche oder doch Abwechslung?

Das Saalfeldner Nachtleben - immer das Gleiche oder doch Abwechslung?

Wenn man junge Saalfeldner mit der Frage konfrontiert, ob ihnen das Ausgehen in unserer Stadt gefällt, bekommt man zunächst nur einen nachdenklichen Gesichtsausdruck präsentiert. Lässt man aber nicht locker, nimmt sich einer ein Herz und beginnt mit: „na eh …“. Sie werden es nicht glauben, aber „na eh“ fasst es hervorragend zusammen. Denn wenn es um das Nachtleben bei uns geht, dann sind die Meinungen genau so gemischt, wie mancher Cocktail zur Happy Hour. Fast zeitgleich hört man von verschiedenen Enden des Tisches „mir gefällt‘s“ und „furchtbar“. Was ist nun gut am Ausgehen in Saalfelden und was weniger „berauschend“? Oft genannt ist der frische Wind, den die Neueröffnung der SEGABAR in der Mittergasse mit sich bringt – „endlich mal was Neues“. Viele fänden es nämlich schade, wenn in diesen Räumlichkeiten nicht weiter gefeiert werden könnte, wobei Freigetränke zur Eröffnung für Vorschusslorbeeren gesorgt haben dürften. Etwas, das jungen Leuten an den Lokalen gefällt, ist die persönliche Note, wenn man so will. Viele sind mit den Betreibern per du und freuen sich, einige Neuigkeiten austauschen zu können. In dieser Hinsicht wird den Menschen auf der anderen Seite der Bar ein gutes Zeugnis ausgestellt, besonders wenn es um Musikwünsche geht: „Der weiß schon genau, was mir gefällt und spielt es dann auch!“

Immer das Gleiche …

… denken sich einige Mitglieder des Partyvolkes. „Immer die gleichen Bars, immer die gleichen Leute! Da ist man froh, wenn man auch mal woanders hin kann.“ Sie sehen schon, was dem einen gefällt, kann dem anderen zuwider sein. Aber warum glaubt die Jugend, dass man in Saalfelden immer die gleichen Leute trifft? Etwas in dieser Diskussion hat mich hellhörig gemacht. „In Maria Alm oder in Zell sind viele Touristen, da ist mehr los als bei uns.“ Viele zieht es aus diesem Grund in die Nachbarorte, besonders in der Wintersaison, um neue Bekanntschaften zu schließen und Menschen aus allen Teilen Europas kennen zu lernen. Viele glauben auch, dieser Nachteil lässt sich nicht mehr aufholen, da Saalfelden einfach kein klassischer Wintersportort ist und Après Ski völlig an uns vorbeiläuft.

Heiß diskutiert ist auch die Sperrstunde um 4 Uhr in der Früh. Einige finden es gut, andere haben um diese Zeit noch zu viel Sitzfleisch, um den Heimweg anzutreten. „Nach 4 kommt nix G‘scheites mehr raus, da wird höchstens gestenkert.“ Andere sehen genau diese Sperrstunde für Reibereien verantwortlich. „Wenn alle auf einmal rausgeschmissen werden, dann stehen alle gleichzeitig beim Taxi“ – und so ein Taxi kann ganz schön rar sein, wenn man in der Kälte steht. Bilden Sie sich selbst eine Meinung, wir haben im Gespräch jedenfalls festgestellt, dass man bis 4 eigentlich alles schafft, was man sich für einen Abend vornehmen kann – meistens jedenfalls.

Gesittet …

… soll es nicht nur in den Lokalen ablaufen. Auf die Frage nach der Disziplin der jungen Lokalbesucher bekommt man die Antwort der berühmten schwarzen Schafe. „Es sind immer welche dabei, die Wirbel machen oder andere anmotzen.“ Hier wünschen sich meine Gesprächspartner mehr Präsenz der Polizei. Fast alle sind unzufrieden mit dem Auftreten der Exekutive im nächtlichen Saalfelden, die laut den Erfahrungen der Jugendlichen oftmals viel zu spät oder gar nicht einschreitet, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt. „Wenn‘s um die Lautstärke der Musik geht sind sie schneller da, als wenn sich jemand schlägert!“ Lautstärke und Anrainer sind auch ein Thema, das kein Gemüt kalt lässt. Einhellige Meinung: Wenn ich in der Stadt wohne, muss ich mich damit abfinden, dass am Wochenende dort mehr los ist als am Waldrand im Grünen.

Abschließend wollte ich noch wissen, was man denn in Saalfelden anders machen müsste, wenn die Jugend selbst entscheiden dürfte. Auch hier gibt es durchaus gegensätzliche Meinungen. Einige wünschen sich mehr Action, d.h. ein Tanzlokal oder eine Disco (die auch länger offen hat als bis 4). Andere hätten gerne ein gemütliches Lokal mit Sitzgelegenheiten, wo man sich unterhalten kann und Musikwünsche stets berücksichtigt werden.

Da wir nicht glauben, dass in absehbarer Zeit der samstägliche Familien-Spiele-Abend ein Revival erfährt, können die Lokale in Saalfelden wohl auch in Zukunft mit dem einen oder anderen Nachtschwärmer rechnen.

Ehrenamt als Auslaufmodell?

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , , , , , ,
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2011 ist das „Jahr der Freiwilligen“. Wir haben für Sie beleuchtet, ob die Bereitschaft für ehrenamtliche Tätigkeiten abnimmt, wie die Situation in Saalfelden aussieht und was die Wissenschaft zu diesem Thema sagt.

 

Laut einer Erhebung der Statistik Austria waren im Jahr 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

Laut Statistik Austria waren 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

 

Sind wir eigensinniger geworden? Fauler? Warum interessieren sich die Jungen nicht mehr fürs Helfen? Vorurteile lassen sich schnell finden, wenn sich die Frage stellt, wie es um die Freiwilligkeit steht. Aber was ist dran an der Schwarzmalerei?

Freiwilligkeit als Kapital

Was Freiwilligkeit für die Gesellschaft bedeutet hat der US-amerikanische Sozialwissenschaftler Robert Putnam untersucht und dabei Folgendes in seinem Buch „Bowling alone“ (was frei übersetzt so viel bedeutet wie alleine auf der Kegelbahn zu stehen) veröffentlicht. Putnam behandelt den Niedergang der Freiwilligkeit in den USA und spricht in diesem Zusammenhang von „social capital“, also sozialem Kapital. Die Grundidee dahinter ist eine Verbindung zwischen Menschen, von der beide Seiten profitieren, vor allem, wenn man sich gegenseitig hilft. Freiwilligkeit schweißt uns also enger zusammen. Dieser Zusammenhalt scheint in den USA immer mehr verloren zu gehen, weil die Menschen sich isolieren und nicht mehr zusammen mit anderen Grillfeste organisieren oder in Vereinen mitarbeiten. Aber warum? Gründe sieht Putnam im Anstieg der Patchwork-Familien, wo scheinbar keine Zeit mehr für außerordentliche Arbeit bleibt. Auch der Medienkonsum nimmt mittlerweile einen beachtlichen Teil der Freizeit der Amerikaner ein. Zugegeben, die USA sind seit jeher ein Sonderfall, aber wie ergeht es uns Österreichern?

Die Zugpferde im Ort

In Saalfelden gibt es zahlreiche Zugpferde für die ehrenamtliche Tätigkeit. Eines davon, besonders für junge Menschen, ist die Landjugend Saalfelden. Seit beinahe 65 Jahren gibt es diese Gruppe, die sich aus jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 35 Jahren zusammensetzt. Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins wird durch gemeinsame Aktivitäten gefördert, aber auch die Arbeit nach außen nimmt einen großen Teil der gemeinsamen Zeit ein. Die Landjugend ist nicht nur an Feiertagen im Laufe des Jahres aktiv, sondern sammelt auch mit viel Engagement Spenden für bedürftige Mitmenschen. Derzeit hält der Verein bei knapp 60 Mitgliedern, die alle großen Einsatz zeigen und einen soliden Mitgliederstamm bilden.

Feuerwehrmann werden …

… will nicht nur ein kleiner Drache, sondern wollen auch viele junge Saalfeldner. Ortsfeuerwehrkommandant Ernst Schreder zeigt sich deshalb begeistert über die gute Jugendarbeit bei der Truppe. Ab 12 Jahren dürfen Mädchen und Jungs in die Freiwillige Feuerwehr eintreten und erhalten neben einer fundierten Ausbildung auch die Möglichkeit, bei allerlei Veranstaltungen mitzuwirken. Nach der Ausbildung in der Hauptwache kommen die jungen Feuerwehrleute dann zu ihren Löschzügen (Letting, Harham, Wiesersberg, Wiesing). Gründe für den regen Zustrom an Nachwuchs sieht Ernst Schreder zum einen im interessanten und abwechslungsreichen Alltag eines Feuerwehrmannes, aber auch in der Gemeinschaft innerhalb der Löschzüge. Vermittelt wird die „Message“ durch gute Öffentlichkeitsarbeit, sei es über Kooperationen mit Schulen oder dem alle zwei Jahre stattfindenden Kinderfest. Nicht umsonst besteht unsere Feuerwehr aus ca. 230 aktiven Helfern, die 45.000 bis 50.000 freiwillige Stunden bei Einsätzen, Übungen und Veranstaltungen zubringen.

Förderung der Schi-Jugend …

… ist die Aufgabe des Schiklubs Saalfelden, der nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Sportlich gesehen ist der Schiklub, immerhin einer der größten im Land, gut aufgestellt, an Nachwuchstalenten mangelt es also nicht. Auch die Betreuung der jungen Sportler funktioniert dank engagierter Eltern sehr gut. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Viele Eltern sind zwar mit vollem Einsatz dabei, gehen aber als Hilfe verloren, wenn ihre Kinder selbst nicht mehr aktiv sind oder in einen höheren Kader aufsteigen. So manche gute Zusammenarbeit wurde dadurch schon aufgelöst, wie Klaus Danzer, Obmann des Schiklubs, bedauert. Solang aber Kinder nachkommen, bekommt man immer wieder Eltern, die sich zur Mithilfe bereit erklären. Eine größere Herausforderung stellt die Abwicklung von Bewerben dar. Wenn man z.B. ein Slalomrennen ausrichtet, benötigt man nicht nur Personal für die Zeitnehmung und die Auswertung, sondern auch viele Torposten und jemanden, der im Ziel die Startnummern einsammelt. „Dort wird es zunehmend eng“, so Obmann Danzer. Seit Jahren gibt es einen beständigen Kern an Mitarbeitern. Seit Jahren fehlen aber auch junge Mitarbeiter, um die Routiniers einmal abzulösen.

Den Saalfeldnern …

… kann man ein gutes Zeugnis ausstellen, was freiwillige Mithilfe anbelangt. Zumindest ist es noch nicht so weit, wie manche vielleicht glauben wollen. Wie sich das Ganze entwickelt, bleibt abzuwarten. Bis dahin: Danke für die Mitarbeit und kommen sie gut nach Hause!

Autor/Bild: Florian Hörl

Saalfelden rockt – aber wo?

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , , , , , ,
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Junge Saalfeldner Rocker sind auf dem Vormarsch, sie haben Ideen, sie haben Fans und sie sind nicht zu überhören. Einziger Wermutstropfen – ihnen fehlt oftmals die Gelegenheit zu proben.

„Austria is shaped like a guitar for a reason … we rock!“ (Österreich ist aus einem Grund geformt wie eine Gitarre … wir rocken!) – liest man im Titel einer Facebook-Gruppe. Auch Saalfelden hat sich in den letzten Jahren zu einem Ort mit viel Potenzial in Sachen Nachwuchsmusik entwickelt. Besonders die Schiene der etwas härteren Rockmusik findet großen Anklang bei jungen Musikern. Verschiedene Gruppen im Ort haben sich formiert, um ihren Songs Gehör zu verschaffen. Eine dieser Gruppen ist „Across a Blackened Sky“, bestehend aus Anhängern der Genres Hardcore und Metal. In ihrer jetzigen Konstellation besteht die Band seit knapp einem Jahr und spielt neben ihren eigenen Liedern auch Songs von Metallica und Slayer. Bisher sind die Jungs unter anderem beim Rockfest in Fusch, im Saalfeldner Nexus und im Rockhouse Salzburg aufgetreten. Aber auch bis nach Wien zu einem Bandcontest hat sie ihr Weg schon geführt.

Across a Blackened Sky

Across a Blackened Sky

Von Nirvana bis Guns N‘Roses

Ebenso wenig ein Geheimtipp in der heimischen Rockszene ist die Band „Ashtray“. Gefunden haben sich die Bandmitglieder Anfang 2008 auf Initiative von Gitarrist und Leadsänger Christoph Miller, frei nach dem Motto „Wer hat Lust mitzumachen“. Dass sie nicht nur Lust, sondern auch Können haben, beweisen sie mit Coverversionen von Nirvana bis Guns N‘Roses. Auch eigene Lieder werden gespielt, die in gemeinsamen Jamsessions geschrieben und komponiert werden.

Ashtray

Ashtray

Sie wollen auf die Bühne

Auf dem Lineup des Wies‘n Rock Festivals in Saalfelden-Ruhgassing fand man sowohl Ashtray als auch Across a Blackened Sky. Schade nur, dass diese Veranstaltung wohl Geschichte ist. Denn wenn es eines gibt, das man in der Saalfeldener Musikszene spürt, dann ist es der Durst nach mehr. Mehr jungen Bands, die sich profilieren wollen und mehr Veranstaltungen, wo diese Gruppen auftreten können. Aus diesem Grund hat Akzente Salzburg eine Aktion ins Leben gerufen, die es jungen Bands ermöglichen soll, eine gemeinsame Plattform zu bilden, wo sie sich austauschen können. „MusikFabrik“ nennt sich dieses Projekt und findet großen Anklang bei den Nachwuchsbands. Vielleicht lässt sich mit Hilfe der Plattform auch das Problem beseitigen, dass viele Bands keine geeigneten Proberäume haben und ihnen die finanziellen Mittel fehlen, um eigene Räumlichkeiten anmieten zu können. Der Idealfall zur Lösung der Misere wäre ein eigenes Gebäude, das mit Hilfe der ortsansässigen Bands und in Kooperation mit der MusikFabrik-Plattform selbst verwaltet wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Begeisterung der jungen Musikergeneration auch andere mitreißt und wir bald mehr von den Saalfeldner Youngsters zu hören bekommen!

Autor: Florian Hörl
Bilder: Across a Blackened Sky, Ashtray