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Das Weihnachten von früher

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
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Früher war sicher nicht alles besser. Auch nicht zu Weihnachten. Oder doch? In der vergangenen Redaktionssitzung fragten wir uns, wie sich Weihnachten wohl vor 50, 60 oder noch mehr Jahren abgespielt hat.

Walter Steidl ist 1926 geboren und in einer Arbeiterfamilie in Bsuch aufgewachsen.

Walter Steidl (85)

Walter Steidl (85)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit früher im Vergleich zu heute erlebt?

Ich kann mich erinnern, dass wir als Kinder vor Weihnachten besonders brav sein mussten, damit das Christkind auch etwas bringt. Wir haben ja dem Christkind auch immer ein Brieferl geschrieben und auf die Fensterbank gelegt.

Was war das Besondere für Sie an Weihnachten?

Es war einfach eine schöne ruhige Zeit, es wurden Kekse und Kletzenbrot gebacken, allein deshalb schon war Weinachten so besonders, genauso wie das Bachlkoch am Weihnachtstag. Würstlsuppe kannten wir erst nach dem Krieg, und Fleisch gab es überhaupt nicht. Erst später haben wir dann selbst ein Schwein ein Jahr lang gefüttert und dann zu Winterbeginn geschlachtet. Und natürlich die Süßigkeiten am Weihnachtsbaum, die Zuckerl und die Zuckerringe.

Welche Rolle spielte der Glaube früher zu Weihnachten?

Bei uns eigentlich gar keine, das war eher bei den Bauern so. Ich bin halt Ministrant geworden, weil mich der Pfarrer gefragt hat und ich mich nicht nein sagen traute. So musste ich in der Weihnachtszeit jeden zweiten Tag um 6 Uhr früh zu Fuß von Bsuch nach Gerling gehen, egal bei welchem Wetter. Und das war manchmal sehr kalt und anstrengend, wenn es viel Schnee hatte.

Anni Dietrich wurde 1930 als Tochter eines Wildbachverbauers geboren und ist im Haus des ehemals sogenannten „Schörhofschmiedes“, gegenüber dem Gasthof Schörhof, aufgewachsen.

Anni Dietrich (81)

Anni Dietrich (81)

Spielte der Glaube eine große Rolle in der Weihnachtszeit?

Ja, ganz sicher! Ab dem ersten Advent wurde an jedem Adventsonntag Rosenkranz gebetet und auch am Heiligen Abend vor der Bescherung. Am Weihnachtstag ist man auch Rauchen gegangen, genauso wie in der Sylvester- und der Heiligendreikönigsnacht, das waren die sogenannten Rauchnächte. Man ist mit dem Weihrauchpfandl in jeden Raum gegangen und drei mal rund ums Haus, damit dieses und auch die Felder vor Unwettern usw. geschützt werden, oder auch die Hausbewohner vor Krankheiten. In der Nacht hat die Heilige-Nacht-Kerze gebrannt, die durfte nicht ausgehen, denn sonst wäre im Folgejahr jemand gestorben.

Wie ist der Weihnachtstag sonst noch abgelaufen?

In der Früh sind wir schon sehr aufgeregt aufgestanden, wir haben ja bis im Alter von 10 oder 11 Jahren an das Christkind geglaubt und auch so lange Wunschzetterl geschrieben. Zu Mittag gab es traditionell ein Bachlkoch – ein Mehlkoch mit einem Mus oben drauf. Abend vor der Bescherung wurde gebetet und es gab eine dünne Suppe, die Würstl gab es erst später nach dem Krieg. Erst da haben wir dann auch ein Schwein gehalten und vor Weihnachten geschlachtet, dann gab es am Christtag immer einen Schweinsbraten. Nach der Bescherung sind wir noch in der Stube zusammengesessen, dann machten wir uns auf den Weg zur Mitternachtsmesse.

Was hat man früher geschenkt bekommen?

Eigentlich fast nur was man gebraucht hat, aber das hat man sich oft auch gewünscht. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk waren Handschuhe, denn der Weg in die Schule nach Saalfelden war schon sehr weit, und vor allem kalt. Ich erinnere mich noch daran, dass der Schnee damals immer an den Holzsohlen der Schuhe kleben geblieben ist, wenn es frisch geschneit hat, das war anstrengend beim Gehen! Deshalb hat man sich auch über warme Sachen gefreut. Und ein gestrickter Pullover war da schon das höchste der Gefühle, etwas Gekauftes gab es fast überhaupt nicht.

Ernst Oberaigner wurde 1932 in Uttendorf geboren, ist aber in Saalfelden bei den Zieheltern Krezenzia und Johann Pichler aufgewachsen, die als Arbeiterfamilie mehr als 20 Kinder großgezogen haben. Der erfolgreiche Schirennläufer siegte bei großen internationalen Rennen, errang Bronze bei der WM 1954 und ist mehrfacher österreichischer Meister.

Ernst Oberaigner (79)

Ernst Oberaigner (79)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit früher im Vergleich zu heute erlebt?

Weihnachten ist früher, als ich noch ein Kind war, nicht einmal mit erstem Advent angegangen, sondern erst kurz vor dem Heiligen Abend. Auch Kekse und Kletzenbrot wurden erst kurz vor Weihnachten gebacken, auf alle Fälle zumindest erst nach dem Nikolaus. Außerdem war die Vorweihnachtszeit früher deutlich ruhiger. Diese ganze Vermarktung und diese Hektik so wie heute gab es früher einfach nicht. Auch der Konsum ist einfach übertrieben, aber das bringt halt auch die Zeit. Wenn heute schon Monate vor Weihnachten als Weihnachtszeit verkauft werden, nimmt das die Vorfreude. Und früher war Weihnachten tatsächlich eine ruhige Zeit, in der man auch in der Stube enger zusammengerückt ist.

Was war das Besondere für Sie an Weihnachten?

Vor allem das Essen. Denn es gab Sachen zu essen, die es im restlichen Jahr eben nicht gegeben hat, wie etwa die Würstlsuppe oder verschiedene Süßspeisen.

Was hat man früher geschenkt bekommen?

Gekriegt haben wir vor allem, was man zum Anziehen gebraucht hat, Schuhe und warme Kleidung waren die Hauptsache, darüber hat man sich aber sehr gefreut. Spielsachen gab es nur sehr vereinzelt. Man hat überhaupt selten etwas gekriegt, das man nicht auch wirklich gebraucht hat. Schi etwa waren eine Sensation und eine absolute Ausnahme. Es ist schön, dass das heute nicht mehr so ist, aber man kann es auch übertreiben. Wenn Kinder heute schon unter dem Jahr alles kriegen, wird ja gar nichts mehr auf Weihnachten aufgespart und ein Geschenk ist nichts Besonderes mehr.

Lisi Zöggeler wurde 1938 geboren und ist bei einem Bauern in Leogang aufgewachsen.

 Lisi Zöggeler (73)

Lisi Zöggeler (73)

Wie haben Sie die Vorweihnachtszeit erlebt?

Am Barbaratag, dem 4. Dezember wurden Kirschzweige abgeschnitten und eingewässert, die haben dann zu Weihnachten wunderschön geblüht. In der Adventzeit haben wir am Abend in der Stube immer Bratäpfel gemacht, das war nur im Advent. Begonnen hat der Advent immer mit dem Hausputz, vom Dachboden bis in den Keller musste jedes Pfandl glänzen. Weihnachtlich geschmückt wurde das Haus dann aber erst zwei Tage vor Weihnachten mit Tannenzweigen, zuvor gab es noch den großen Küchenputz. Man hat oft gesagt, zu den heiligen Zeiten geht der Teufel um, weil die Frauen so böse waren, weil sie so viel putzen mussten.

Gebetet wurde auch viel, damals war Weihnachten tatsächlich noch sehr eng mit dem Glauben verbunden. Einmal in der Woche gab es eine Rorate, eine Kindermesse und jeden Samstag wurde ein Rosenkranz gebetet.

An den drei Donnerstagen vor Weihnachten ist man Anklöckeln gegangen. Als Hirten verkleidet hat man mit dem Stock bei den Nachbarn an die Tür geklopft und dann Weihnachtslieder gesungen.

Kurz vor Weihnachten ist auch immer Kletzenbrot gebacken worden, jeder im Haus bekam einen eigenen Wecken und einer ist separat für den Heiligen Abend zur Seite gelegt worden, mit Zettel dran. Und dann ist im Advent natürlich immer ein Schwein geschlachtet worden, wenn zu warm erst etwas später, da es ja keine Gefriertruhe gab und die Knochen etwa im Schnee eingefroren wurden.

Was war früher das Besondere an der Weihnachtszeit?

Das war sicher das Essen. Der Vater war vor Weihnachten bei den Bauern herum zum Schlachten und hat dann oft die Zunge mitgebracht. Das war eine Delikatesse, denn Fleisch gab es ja sonst nur im Herbst, wenn ein Schaf geschlachtet wurde. Und das Fleisch vom Schwein, das vor Weihnachten geschlachtet wurde, wurde fast ausschließlich geselcht und für die Knödl, die es im Laufe des ganzen Jahres immer wieder gab, verwendet. Und zum Christtag wurde ein Schweinsbraten gekocht, später, nach dem Krieg dann Schnitzel. Ich kann mich erinnern, dass wir da so viel gegessen haben, dass wir Bauchweh gekriegt haben.

Wie ist der Weihnachtstag bei Ihnen abgelaufen?

Gleich in der Früh wurde das Vieh versorgt, dann eine Rindsuppe gekocht, die eine Seltenheit war. Am Vormittag wurde dann der Weihbuschen, der aus Kräuter und Blumen wie Eibis, Minze und Melisse bestand und am Frauentag – dem 15. August – geweiht worden war, auf drei Teile aufgeteilt, also für jede der drei Rauchnächte. Einen Teil hat man dann im Stubenofen ins Backrohr gelegt, damit er für den Abend zum Rauchen gehen schön resch wurde. Die Hacken und Messer wurden geschliffen, das war dann die sogenannte „Bachlschneid“, die besonders lange hielt. Zu Mittag gab es dann ein Bachlkoch, das alle aus einer Rein gegessen haben. In manchen Gegenden wie etwa in Tirol kam auch noch Honig drauf, das war ganz einmalig, denn Zucker gab es ja zu dieser Zeit gar nicht. Das Kripperl wurde im Herrgottswinkel aufgestellt und überall in der Stube wurden Tannenzweigerl reingesteckt. Am Abend kamen dann vor der Bescherung Schneckennudeln – eine Art Buchteln – auf den Tisch, mit Buttermilch. Die Würstlsuppe gab es damals noch nicht, die kam erst später. Nach dem Essen ging man dann Rauchen. In ein Rauchpfandl kam Glut aus dem Stubnofen, ein bisserl Weihrauch und der getrocknete Weihboschn aus dem Ofen. Mit einem Hut hat sich jeder den Rauch dreimal über den Kopf gehoben , dann wurde mit einem Weihbrunnen und einer Kerze, von den Kindern getragen, durch jeden Raum gegangen. Alles wurde mit Weihwasser bespritzt, danach ging man noch drei Mal rund um das Haus. So sollten alle im Haus, das Vieh, die Felder usw. vor Unheil geschützt werden. Nach dem Rauchen wurde dann noch gebetet, der Knecht und die Dirn sind dabei gekniet, wir Kinder saßen hinter dem Tisch. Das hat immer lange gedauert, denn drei Rosenkränze und ein Heiliger sind gebetet worden. Anschließend gingen wir mit dem Vater noch in den Stall und gaben dem Vieh etwas Salz und Kleie vermischt mit einigen Bröseln vom Weihbuschen. Danach durfte der Stall nicht mehr betreten werden, weil uns gesagt wurde, dass die Tiere in der Heiligen Nacht miteinander reden. Dann gab es endlich die Bescherung und den Heilige-Nacht-Wecken, das Kletzenbrot, das man zur Seite gelegt hatte, wurde mit drei Kreuzen gezeichnet und angeschnitten. Das war damals noch ohne Rosinen, sondern bestand eher aus getrockneten Spähbirnen und wurde mit Butter gegessen. Das Essen zu Weihnachten war einfach das Größte, das muss ich schon sagen. Die Erwachsenen bekamen dann noch ein Schnapserl, wir Kinder einen Tee und man ist zusammengesessen, bis man sich mit einer Sturmlaterne auf den Weg zur Mitternachtsmesse gemacht hat. Nur einer musste daheim bleiben und auf die Heilige-Nacht-Kerze aufpassen, denn die durfte nicht ausgehen, sonst ist im Jahr darauf jemand gestorben, hat man gesagt. Der hat dann auch die Suppe schon hergerichtet, die es nach der Messe gab. Eine Rindsuppe mit Fleisch und Weizenbrot. Das war auch wirklich eine Besonderheit, sonst gab es ja nur Roggenbrot. Suppennudeln kannte man damals bei uns noch nicht. Wie gesagt, das Essen zu Weihnachten war schon das Großartigste überhaupt. Am Christtag haben wir dann schon mit Kletzenbrot gefrühstückt und mit den paar Keksen, die es gab. Und zu Mittag gab es den Schweinsbraten, auf den man sich schon so lange gefreut hatte.

War Vorweihnachtszeit früher eine ruhigere Zeit als heute?

Auf alle Fälle. Es war ja auch viel früher dunkel, es gab noch keinen Strom. Ich erinnere mich noch, das war eine Sensation, als wir Strom kriegten und eine 15 Watt Birne in der Stube hatten. Man ist damals schon ein wenig enger zusammengerückt, drin der Stube wurde gesponnen und gestrickt. Da fällt mir noch ein Brauch ein, die sogenannte „Hauslehr“. Der Bauer hat mit Pferd und Pendel – einem Fuhrwerk, auf dem Leute sitzen konnten -den Pfarrer abgeholt, der beim Bauern ein Essen gekriegt hat. Dann sind alle Nachbarn gekommen – deshalb wurde das immer beim Bauern mit der größten Stube gemacht. Der Pfarrer sprach seine Belehrung, eine Art Predigt war das. Die Stube war da immer bummvoll, das gibt es bei einigen Bauern auch heute noch und das ist immer sehr nett. Manchmal ist es natürlich auch etwas länger geworden und es wurde schon auch mal das eine oder andere Schnapserl getrunken. Da gab es dann den Spruch: „Bei der Hausmahlehr (von Malör) ist es wieder lustig geworden.“

Ehrenamt als Auslaufmodell?

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , , , , , ,
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2011 ist das „Jahr der Freiwilligen“. Wir haben für Sie beleuchtet, ob die Bereitschaft für ehrenamtliche Tätigkeiten abnimmt, wie die Situation in Saalfelden aussieht und was die Wissenschaft zu diesem Thema sagt.

 

Laut einer Erhebung der Statistik Austria waren im Jahr 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

Laut Statistik Austria waren 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

 

Sind wir eigensinniger geworden? Fauler? Warum interessieren sich die Jungen nicht mehr fürs Helfen? Vorurteile lassen sich schnell finden, wenn sich die Frage stellt, wie es um die Freiwilligkeit steht. Aber was ist dran an der Schwarzmalerei?

Freiwilligkeit als Kapital

Was Freiwilligkeit für die Gesellschaft bedeutet hat der US-amerikanische Sozialwissenschaftler Robert Putnam untersucht und dabei Folgendes in seinem Buch „Bowling alone“ (was frei übersetzt so viel bedeutet wie alleine auf der Kegelbahn zu stehen) veröffentlicht. Putnam behandelt den Niedergang der Freiwilligkeit in den USA und spricht in diesem Zusammenhang von „social capital“, also sozialem Kapital. Die Grundidee dahinter ist eine Verbindung zwischen Menschen, von der beide Seiten profitieren, vor allem, wenn man sich gegenseitig hilft. Freiwilligkeit schweißt uns also enger zusammen. Dieser Zusammenhalt scheint in den USA immer mehr verloren zu gehen, weil die Menschen sich isolieren und nicht mehr zusammen mit anderen Grillfeste organisieren oder in Vereinen mitarbeiten. Aber warum? Gründe sieht Putnam im Anstieg der Patchwork-Familien, wo scheinbar keine Zeit mehr für außerordentliche Arbeit bleibt. Auch der Medienkonsum nimmt mittlerweile einen beachtlichen Teil der Freizeit der Amerikaner ein. Zugegeben, die USA sind seit jeher ein Sonderfall, aber wie ergeht es uns Österreichern?

Die Zugpferde im Ort

In Saalfelden gibt es zahlreiche Zugpferde für die ehrenamtliche Tätigkeit. Eines davon, besonders für junge Menschen, ist die Landjugend Saalfelden. Seit beinahe 65 Jahren gibt es diese Gruppe, die sich aus jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 35 Jahren zusammensetzt. Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins wird durch gemeinsame Aktivitäten gefördert, aber auch die Arbeit nach außen nimmt einen großen Teil der gemeinsamen Zeit ein. Die Landjugend ist nicht nur an Feiertagen im Laufe des Jahres aktiv, sondern sammelt auch mit viel Engagement Spenden für bedürftige Mitmenschen. Derzeit hält der Verein bei knapp 60 Mitgliedern, die alle großen Einsatz zeigen und einen soliden Mitgliederstamm bilden.

Feuerwehrmann werden …

… will nicht nur ein kleiner Drache, sondern wollen auch viele junge Saalfeldner. Ortsfeuerwehrkommandant Ernst Schreder zeigt sich deshalb begeistert über die gute Jugendarbeit bei der Truppe. Ab 12 Jahren dürfen Mädchen und Jungs in die Freiwillige Feuerwehr eintreten und erhalten neben einer fundierten Ausbildung auch die Möglichkeit, bei allerlei Veranstaltungen mitzuwirken. Nach der Ausbildung in der Hauptwache kommen die jungen Feuerwehrleute dann zu ihren Löschzügen (Letting, Harham, Wiesersberg, Wiesing). Gründe für den regen Zustrom an Nachwuchs sieht Ernst Schreder zum einen im interessanten und abwechslungsreichen Alltag eines Feuerwehrmannes, aber auch in der Gemeinschaft innerhalb der Löschzüge. Vermittelt wird die „Message“ durch gute Öffentlichkeitsarbeit, sei es über Kooperationen mit Schulen oder dem alle zwei Jahre stattfindenden Kinderfest. Nicht umsonst besteht unsere Feuerwehr aus ca. 230 aktiven Helfern, die 45.000 bis 50.000 freiwillige Stunden bei Einsätzen, Übungen und Veranstaltungen zubringen.

Förderung der Schi-Jugend …

… ist die Aufgabe des Schiklubs Saalfelden, der nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Sportlich gesehen ist der Schiklub, immerhin einer der größten im Land, gut aufgestellt, an Nachwuchstalenten mangelt es also nicht. Auch die Betreuung der jungen Sportler funktioniert dank engagierter Eltern sehr gut. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Viele Eltern sind zwar mit vollem Einsatz dabei, gehen aber als Hilfe verloren, wenn ihre Kinder selbst nicht mehr aktiv sind oder in einen höheren Kader aufsteigen. So manche gute Zusammenarbeit wurde dadurch schon aufgelöst, wie Klaus Danzer, Obmann des Schiklubs, bedauert. Solang aber Kinder nachkommen, bekommt man immer wieder Eltern, die sich zur Mithilfe bereit erklären. Eine größere Herausforderung stellt die Abwicklung von Bewerben dar. Wenn man z.B. ein Slalomrennen ausrichtet, benötigt man nicht nur Personal für die Zeitnehmung und die Auswertung, sondern auch viele Torposten und jemanden, der im Ziel die Startnummern einsammelt. „Dort wird es zunehmend eng“, so Obmann Danzer. Seit Jahren gibt es einen beständigen Kern an Mitarbeitern. Seit Jahren fehlen aber auch junge Mitarbeiter, um die Routiniers einmal abzulösen.

Den Saalfeldnern …

… kann man ein gutes Zeugnis ausstellen, was freiwillige Mithilfe anbelangt. Zumindest ist es noch nicht so weit, wie manche vielleicht glauben wollen. Wie sich das Ganze entwickelt, bleibt abzuwarten. Bis dahin: Danke für die Mitarbeit und kommen sie gut nach Hause!

Autor/Bild: Florian Hörl

Besuch in der Vogelsangschule

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , ,
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Seit 2009 gibt es in Saalfelden eine private Gesamtschule der besonderen Art. Das Stadtblatt hat der Vogelsangschule, einer pädagogischen Einrichtung für selbstbestimmtes Lernen, einen Besuch abgestattet.

 

Flor Ariana (6 Jahre) - hier im Mathematik Unterricht - bestimmt ihr Lerntempo selbst.

Flor Ariana (6 Jahre) - hier im Mathematik Unterricht - bestimmt ihr Lerntempo selbst.


Für jemanden, der die straffen Strukturen einer staatlichen Hauptschule genossen hat, ist die Vogelsangschule wie eine andere Welt. Bin ich schon in der Schule oder noch in der Wohnung des Direktors? Es ist so ruhig. Die ersten Schüler queren meinen Weg. Nach und nach treffen weitere Kids ein. Eine Schulglocke gibt es genauso wenig wie Hausaufgaben, Schularbeiten und Zeugnisse. Die Stimmung ist gut, das zeigt auch das Barometer im Flur an. Alle wirken zielstrebig und beschäftigt, keine Spur vom Chaos, das sich ein Außenstehender beim ersten Besuch in einer „Alternativschule“ erwartet. Forscherkreis, Lernatelier, Schulparlament – nein, auch die Begriffe am Stundenplan erinnern nicht an die eigene Schulzeit. Direktor Erich Dümler hat nicht zu viel versprochen, die Vogelsangschule ist eine Privatschule der besonderen Art.

Das pädagogische Konzept

„Wir gehen sehr individuell auf unsere Schüler ein“, erklärt der Direktor. „In den Primaria-Stufen steht vor allem das Prinzip ‚Tun vor Begreifen‘ im Vordergrund. Die Kinder sollen Gesetzmäßigkeiten durch das Tun begreifen und nicht durch den Kopf analysieren. Das führt auch zur besseren Wahrnehmung der Sinne. Unser pädagogisches Konzept basiert auf den Erkenntnissen von Maria Montessori und weiteren Reformpädagogen. Wir sind aber weder eine Montessori- noch eine Waldorfschule. Wichtig ist, dass die Kinder das Lerntempo selbst bestimmen und sich entsprechend ihren Talenten entwickeln. Das erleichtert dann auch die Berufs- oder Schulwahl nach der Pflichtschulzeit.“

Ausführliche Informationen

erhalten Sie am 21. November 2011, 20 Uhr, bei einem öffentlichen Infoabend in der Schule.

Daten und Fakten

  • Der Name “Vogelsang” stammt vom ersten Domizil der Schule, dem “Vogelsanghof” in Leogang
  • Privatschule mit Statut für den Pflichtschulbereich (6 bis 15 J.)
  • Lerngruppen: Primaria I (6 – 9 J.), Primaria II (9 – 12 J.), Sekundaria (ab 13 J.)
  • Derzeit: 2 Lernbegleiter, 14 Schüler
  • Schulgebühren/Monat: 250 Euro
  • Trägerverein: Verein Libelle, Obmann Erich Dümler, Tel. 06582/713 04
  • Standort: Bahnhofstraße 17 (Einfahrt Wiechenthalerweg)
  • Mehr Infos: www.vogelsangschule.at


Text/Bild: Bernhard Pfeffer

Asylwerber in Saalfelden

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
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Was ist ein Flüchtling?

Ein Flüchtling ist nach der Genfer Konvention eine Person, die „…aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann…“.


In Saalfelden warten 30 Asylwerber auf eine Entscheidung über ihre Zukunft.

In Saalfelden warten 30 Asylwerber auf eine Entscheidung über ihre Zukunft.


Abwicklung des Verfahrens

Alle Flüchtlinge/Asylwerber kommen in der Regel durch Schlepper in die EU und auch nach Österreich, wo sie in einem Aufnahmezentrum wie etwa am Flughafen Schwechat, in Traiskirchen oder Thalham in Form eines Erstantrages um Asyl ansuchen. Das gesamte Asylverfahren wird in jenem Land abgewickelt, wo dieser Erstantrag gestellt wurde. Danach ist es nicht mehr möglich – etwa nach einem negativen Bescheid – in einem anderen Land der EU noch einmal einen Antrag zu stellen.

Vom Erstaufnahmezentrum aus werden die Asylwerber auf ganz Österreich aufgeteilt, wobei jedes Bundesland eine Quote zu erfüllen hat. Für Saalfelden sind von Seiten der Stadtgemeinde 30 Asylwerber zugelassen. Nach der ersten Einvernahme im Bundesasylamt Innsbruck erhalten diese Menschen meistens nach zwei bis drei Monaten einen Bescheid, der aber sehr häufig negativ ausfällt. Die Asylwerber können oft einfach nicht nachweisen, dass sie zu Hause tatsächlich verfolgt werden – wie auch. Die zweite Instanz, in der der Asylgerichtshof in Linz oder Wien eine Entscheidung fällt, kann sich dann über zwei Jahre oder länger hinziehen. Erst heuer werden alle Fälle bis 2007 aufgearbeitet werden.

Versorgung der Flüchtlinge

Für die Vollversorgung – also Unterkunft, Frühstück, Mittag- und Abendessen – werden von der Landesregierung pro Person und Tag 16,50 Euro bezahlt. Jeder Asylwerber erhält 40 Euro pro Monat Taschengeld. Von diesem Taschengeld müssen allerdings auch die Kosten etwa für ein Zugticket nach Innsbruck zur Anhörung vor dem Asylamt oder für einen Ausweis getragen werden. In Saalfelden werden die Asylwerber von der örtlichen ehrenamtlichen Kleider-Caritas mit Bekleidung versorgt, zwei mal im Jahr erhalten sie zudem Gutscheine von KIK und Yello. Auch die Ärzte in Saalfelden sind um die Asylwerber sehr bemüht und leisten eine großartige Arbeit.

Weniger einfach haben es Asylwerber, die individuell – also nicht in einem Heim wie in Saalfelden – untergebracht werden. Sie erhalten monatlich 300 Euro, müssen davon 110 Euro für das Zimmer bezahlen und sollen dann von den verbleibenden 190 Euro leben, also sich ernähren und mit Kleidung versorgen. Arbeiten ist einem Asylwerber nicht erlaubt, aus diesem Grund rutschen die Menschen häufig in Prostitution, Drogenhandel oder Schwarzarbeit ab. Das Geld reicht einfach nicht einmal für das Nötigste. Zudem gibt es keine Form der Integration, keine Kontrolle, weswegen sehr viele dieser individuell untergebrachten Flüchtlinge in den Untergrund abtauchen.

Die Dezentralisierung der Flüchtlingsbetreuung ist im Gegensatz zu sehr großen Flüchtlingseinrichtungen weitaus vorteilhafter. Der Einzelne erfährt mehr persönliche Betreuung, die Kontaktaufnahme mit Einheimischen ist ebenfalls einfacher, da z.B. 30 Asylwerber wie in Saalfelden bei den Einheimischen kaum zu Ängsten oder Konflikten führen, während eine Überzahl doch viele überfordern würde.

Soziales Leben der Flüchtlinge

In Saalfelden haben die Asylwerber einen Internetanschluss im Haus, mittlerweile besitzen fast alle einen eigenen Computer, der häufig aus dem Müll geholt und repariert wurde. Gerade das Internet ist neben Briefen oft die einzige Verbindung in die Heimat. Fernsehen, einen Fitnessraum, eine Drehfußballtisch, Tischtennis, Fahrräder und eine ermäßigte Schwimmbadkarte von der Gemeinde bieten Freizeitbeschäftigungen. Ein regulärer Deutschkurs über die Volkshochschule wird von Oktober bis Juni angeboten. Während der Sommerpause wird in der Unterkunft täglich eine Stunde „Sprachkurs“ abgehalten. Auf Grund der unterschiedlichen Herkunft ist das für einige auch die einzige Sprache, in der sie sich untereinander verständigen können. Angesichts der vielen Kulturen, die unter einem Dach leben, muss sich jeder Asylwerber in Toleranz und gegenseitigem Verständnis üben. Das Angebot von gleich vier Kirchen in Saalfelden (katholisch, evangelisch, orthodox und muslimisch) ist österreichweit fast einzigartig und sehr hilfreich angesichts der vielen verschiedenen Religionszugehörigkeiten.

Für die Asylwerber gilt Anwesenheitspflicht, alle Personen müssen sich abmelden, wenn sie Saalfelden für einen Tag verlassen wollen oder müssen. Regelmäßige Kontrollen werden von der örtlichen Polizei, den Bezirks- und Landesbehörden und dem Innenministerium durchgeführt.

Zahlen und Fakten (Quelle: www.asyl.at)

Wurden im Jahr 2001 noch rund 30.000 Asylanträge gestellt, waren es im Jahr 2010 lediglich noch 11.000. 1.100 Anträge wurden 2001 positiv beantwortet, 3.600 negativ. Im Jahr 2010 fielen auf rund 3.000 positive 13.300 negative Bescheide.

Der Anteil der positiven Asylentscheidungen des Bundesasylamtes ist von 49,3% 2008 auf 34,7% 2009 gefallen, beim Asylgerichtshof von 21,2% auf 11,3%. Während also zuvor noch 32% der Verfahren mit Asylgewährung endeten, sind es 2009 nur noch 19,5%.

Autor: Mario Steidl
Foto: Bernhard Pfeffer

Wenn ein Fest zum Kult wird

Verfasst von Doris Echtinger | Tags: , , , , , , , , , ,
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Das erste Wochenende im Juli ist in Saalfelden seit Jahrzehnten für ein ganz besonderes Fest reserviert, das Lenzinger Waldfest. Der Wald wurde in den letzten Jahren weniger, der Kultstatus hingegen nicht.  
Die „Gerstbodner“ - ein eingeschworenes Team bei der Organisation des Waldfestes.

Die „Gerstbodner“ - ein eingeschworenes Team bei der Organisation des Waldfestes.

Bereits seit mehreren Generationen ist das Lenzinger Waldfest für viele Jugendliche und Junggebliebene das Highlight unter den Sommerveranstaltungen. Vom ehemaligen Klassenlehrer über den Onkel, auf den man sonst nur bei Familienfeiern trifft, bis hin zum Jugendflirt aus der Nachbargemeinde – beim Waldfest trifft man auf viele bekannte Gesichter. Es macht den Anschein, als sei der halbe Pinzgau einmal jährlich im Fuchswald versammelt. In Wahrheit sind es nicht ganz so viele Besucher, die von der Feuerwehr Wiesersberg und dem Sportklub Lenzing mit Grillhendl und Bier versorgt werden. Mit bis zu 6.000 Gästen an drei Tagen zählt die Veranstaltung aber zu den größten und auf jeden Fall zu den traditionsreichsten der Region. 
 
Die Entstehungsgeschichte 
 
Hans Lengauer, Mitorganisator des ersten Waldfestes im Jahr 1979, erinnert sich an die Überlegungen der damaligen Sportklub Funktionäre: „Wir wollten auf keinen Fall eine herkömmliche Bierzeltfeier veranstalten. Nachdem im Fuchswald ein schönes Waldstück zur Verfügung stand, das sich als Festgelände eignete, entschieden wir uns, ein Waldfest zu organisieren.“ Sektionsleiter Johann Heugenhauser, Fuchsbauer aus Lenzing, stellte dem Verein den Grund gegen eine geringe Entschädigung zur Verfügung. Auch am Hof von „Fuchs Hans“ wurden Lagerräume für Speisen, Getränke und Material eingerichtet. Die Besucher genossen das Ambiente und die urige Stimmung im Wald. Gepaart mit stimmungsvoller Livemusik und den legendären Waldfest Hendln, ergab das den Flair, der das Fest weit über die Grenzen von Saalfelden hinaus bekannt machte und von Jahr zu Jahr mehr Besucher anzog. 
Ein Trachtenpärchen im Wald steht seit mehr als dreißig Jahren für das Waldfest Lenzing.

Ein Trachtenpärchen im Wald steht seit mehr als dreißig Jahren für das Waldfest Lenzing.

Das Besondere  

Auch wenn Borkenkäfer und Stürme dem Fuchswald in den letzten Jahren stark zugesetzt haben und das Fest derzeit eigentlich nicht mehr im Wald stattfindet, konnte das spezielle Ambiente weitgehend erhalten werden. Hermann Untermoser, der aktuelle Leiter des Organisationskomitees, ist überzeugt: „So ein Festgelände wie beim Lenzinger Waldfest gibt es kein zweites Mal in unserer Gegend. Die Gäste fühlen sich nicht eingeengt, was bei einem herkömmlichen Bierzelt oft der Fall ist. Zusätzlich grenzen die Qualität der Musikgruppen, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und der Familiensonntag das Waldfest von anderen Events ab.“  

Das Besondere am Lenzinger Traditionsfest ist auch der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, wenn es darum geht bei der Veranstaltung mitzuhelfen. Hermann Untermoser freut sich, dass es immer genug freiwillige Helfer gibt. Viele Mitarbeiter sind mit dabei, obwohl sie von den Einnahmen, die dem Sportklub Lenzing und dem Feuerwehr Löschzug Wiesersberg zu Gute kommen, nicht direkt profitieren. Der Gewinn beim Waldfest wird zu einem großen Teil in den Fußballnachwuchs und in die Ausrüstung der Feuerwehr investiert.  

Großes Fest – großer Aufwand  

Für das Organisationskomitee dauert die Arbeit, wenn auch nur im Kleinen, das ganze Jahr über an. Bestellungen und Abrechnungen erfolgen Monate vor oder nach der Veranstaltung. Jetzt wurde bereits wieder eine Musikgruppe für das nächste Jahr gebucht. Sechs Wochen vor der Veranstaltung geht`s dann in die heiße Phase. Da beginnt jeweils an den Samstagen der Aufbau. Die letzte Woche wird durchgearbeitet. Zwei bis vier Tage nimmt der Abbau nach dem Fest in Anspruch.  

Der jährliche Besucheransturm, der auch bei typischem „Waldfest-Wetter“ mit Regen und niedrigen Temperaturen nicht abreißt, gibt den Veranstaltern Recht – das Waldfest hat auch ohne Wald seinen Reiz. Und solange das so bleibt und die Lenzinger Dorfgemeinschaft weiterhin zusammenhält, werden die Gerüchte über ein Ende des kultigen Festes nur Gerüchte bleiben.  

Autoren: Doris Echtinger, Bernhard Pfeffer
Bild: Barbara Heugenhauser
Grafik: Hans Lengauer

Bilder Gallerie ”Waldfest 1998″ (c Barbara Heugenhauser):

AUSSER BETRIEB!

Verfasst von divia2011 | Abgelegt unter stadt:gesellschaft, stadt:jugend, stadt:kultur | Kommentare Keine Kommentare

AUSSER BETRIEB!

Shake it like a Polaroid picture!


Österreichs Jugendlichen wird bekanntlich gerne nachgesagt, dass sie ununterbrochen jammern, es werde ihnen nichts geboten, gleichzeitig aber nicht in der Lage sind, etwas selbstständig auf die Beine zu stellen.
Das wollen wir jetzt ändern! Denn wer, wenn nicht wir Jugendliche selbst, kann unsere Zukunft mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten in die Hand nehmen?

Wir wollen uns kurz vorstellen: Medina Suljkanovic, 17, und Livia Heiß, 18, wohnhaft in Saalfelden. Wir besuchen beide die Maturaklasse des BG Saalfelden und haben durch das Projekt „youth@work“ des Kunsthauses Nexus die Möglichkeit erhalten, selbst in die Rolle eines Veranstalters zu schlüpfen. Dabei organisieren wir von Bands und Printprodukten bis hin zu Finanzen und Künstlerbetreuung alles selbst.

Diese Chance wollen wir nutzen, um junge deutsch-österreichische Newcomer-Bands und DJs in professionellem Rahmen einem breiteren Publikum zu präsentieren.
Unsere Veranstaltung trägt den Titel „AUSSER BETRIEB!“ und findet am Abend des 17.6.2011 ab 21.00 in der Blackbox im Kunsthaus Nexus statt.

Wir haben die Ehre, eine der gefragtesten Newcomer-Bands derzeit begrüßen zu dürfen: Blackout Problems (Alternative / Indie / Rock)! Sie leben für ihre dynamischen Live-Shows, die dem Publikum wie eine Torte ins Gesicht klatschen & mit dem einen oder anderen Akustik-Song süß im Abgang sind. „Wir wollen nicht die einzigen sein, die nach der Show schwitzen!“ Zudem darf man sich bei diesem Auftritt auf einen “special guest” freuen! Hier ist für graue Gedanken AUSSER BETRIEB angesagt!

Davor und danach werden die DJ-Formationen 2LvEK & s.m.a.b.-Duo für Tanzstimmung sorgen!
Obwohl die Auswahl ihrer Beats von Willkür geprägt zu sein scheint, lassen sie sich an den Turntables von der Stimmung des Publikums leiten und schaffen so die perfekte Balance zwischen House, Instrumental, Mainstream & Minimal Techno.

Setzt den Alltag AUSSER BETRIEB und freut euch auf eine unvergessliche Nacht!

Es gibt auch ein Gewinnspiel!
“Schickt uns ein originelles Foto mit dem Thema “AUSSER BETRIEB!” an divia2011@gmx.at. Wir stellen die besten Exemplare auf unsere Veranstaltungsseite auf Facebook. Wir freuen uns auf zahlreiche Einsendungen, denn die einfallsreichsten Werke haben die Chance, 2×2 Eintrittskarten zu gewinnen!”

VK 5€  -  AK 7€

VK-Karten im Büro und Café Nexus sowie in der Sparkasse Saalfelden erhältlich!

Kein Eintritt unter 14!

mehr Infos auf facebook & unter divia2011@gmx.at!

divia – die intelligenten veilchen im all


Garnisonsstandort gesichert

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
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Immer wieder gibt es Gerüchte um die Anton Wallner Kaserne. Bleibt der Standort und damit zahlreiche Arbeitsplätze erhalten? Das Stadtblatt hat mit Kasernenkommandant Oberst Lasser gesprochen.

 

„Alles Antreten“ wird es auch weiterhin heißen in der Anton Wallner Kaserne Saalfelden.

„Alles Antreten“ wird es auch weiterhin heißen in der Anton Wallner Kaserne Saalfelden.

 

Als 2008 die Jägerschule Saalfelden aufgelöst wurde, geschah dies nicht, weil eine Schließung der Wallnerkaserne zur Diskussion stand, sondern weil sämtliche Waffenschulen in Österreich zusammengezogen und in das Burgenland verlegt wurden. Geblieben ist allerdings das Gebirgskampfzentrum – aus diesem Grund ist der Standort Saalfelden für das Österreichische Bundesheer auch gesichert. In Zukunft setzt dieses nämlich weniger auf schwere Waffensysteme – diese werden eher reduziert – sondern auf eine Spezialisierung der Infanterie. „Österreich ist in der Gebirgsausbildung international enorm gefragt und legt seinen Schwerpunkt auf sein Ausbildungsangebot im Gebirge und auf die Alpinausbildung“, so Oberst Lasser, der Kommandant der Wallner Kaserne Saalfelden. Und weiter: „Sämtliche ranghohe Offiziere des österreichischen Bundesheeres, einschließlich Generalleutnant Othmar Commenda, haben sich den Standort Saalfelden vor Ort angesehen und klar formuliert, dass dieser Standort nicht in Frage gestellt wird.“ 

Hohe Ausbildungsstandards 

Das Gebirgskampfzentrum besteht nun seit zwei Jahren und kann pro Jahr auf rund 1.100 Lehrgangsteilnehmer aus Österreich und 100 Teilnehmer aus 20 Nationen zurückblicken. Die NATO etwa oder EU-Mitgliedsländer, die in Afghanistan aktiv sind, lassen ihre Soldaten zum Teil in Saalfelden ausbilden. Der Grund: Die Ausbildungsstandards sind im internationalen Vergleich enorm hoch. Auch mit einigen Balkanländern wie etwa Montenegro gibt es Kooperationen. Österreich hilft dort beim Aufbau einer eigenen Gebirgskampftruppe mit, deren Mitglieder wiederum in Saalfelden ausgebildet werden. 

Neu: Jägerkompanie für Grundwehrdiener 

Nach dem Abzug der Jägerschule aus der Anton Wallner Kaserne wurde die Personalstruktur um ein Drittel reduziert, 100 Arbeitsplätze können aber als gesichert betrachtet werden. Hinzu kommt: In Saalfelden wurden bis vor kurzem Präsenzdiener nach der Grundausbildung als Systemerhalter eingesetzt. Jetzt gibt es eine eigene Jägerkompanie für Grundwehrdiener. Das hat den Vorteil, dass junge Leute sich auch bei uns zum Bundesheer verpflichten können. Diese Möglichkeit wurde bereits von 5% der rund 300 Rekruten pro Jahr genutzt. Und das bietet auch einen weiteren Vorteil für Saalfelden und die gesamte Region: Es sind zukünftig Bundesheersoldaten vor Ort, die im Katastrophenschutz sofort eingesetzt werden können. 

Dass das gesamte Areal der Anton Wallner Kaserne in der bestehenden Größe erhalten bleibt, sei so gut wie sicher, so Oberst Lasser, hänge letztlich aber auch von der aktuellen Wehrdienstdebatte bzw. der Beibehaltung der Wehrdienstpflicht ab. 

Foto: Österreichisches Bundesheer/Anton Wallner Kaserne

Grauzone Glücksspiel

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , ,
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Wetten, spielen, pokern – das Glücksspiel boomt. Auch in Saalfelden bieten Lokalbetreiber Glücksspiele, Sportwetten und Pokerrunden an. Doch ist das alles auch legal?

Pokern zählt in Österreich zu den Glücksspielen.

Pokern zählt in Österreich zu den Glücksspielen.

 

In Österreich gibt es ein Glücksspielmonopol, das nur einem staatlich konzessionierten Anbieter erlaubt, Glücksspiel anzubieten. Der Gesetzgeber hat im Rahmen dieses Monopols insgesamt 13 Konzessionen vergeben, wobei mit der Casinos Austria AG nur eine einzige Gesellschaft alle Konzessionen besitzt. Das ist laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EUGH) nicht rechtskonform. Mit Auslaufen dieser Konzessionen im Jahr 2012 kommt es deshalb zu Neuausschreibungen. Sämtliche Glücksspiele sind in besagten Konzessionen genau definiert und dürfen ausschließlich vom Konzessionär angeboten werden. Das sind einerseits alle Lebendspiele, also Spiele mit einem Croupier wie bei Roulette, Baccara, Black Jack etc. und alle Automatenglücksspiele.

Das Kleine Glücksspiel

Glücksspielautomaten fallen unter das Salzburger Veranstaltungsgesetz, in welchem das sogenannte „Kleine Glücksspiel“ bzw. die „Landesausspielung auf Glücksspielautomaten“ geregelt ist. In Salzburg ist das kleine Glücksspiel und somit jeder Automat verboten. Ausgenommen davon sind so genannte VLTs (Video Lottery Terminals), bei denen die Entscheidung, ob ein Spieler gewinnt, nicht direkt im Gerät, sondern an einem zentralen Server getroffen wird. Das Finanzministerium hat nämlich zusätzlich zu den Konzessionen auch Standorte für diese Terminals genehmigt – Inhaber ist auch hier ausschließlich die Casinos Austria AG. Wenn es sich nicht um einen VLT handelt, der Terminal also über keine Internetverbindung verfügt, können Sie davon ausgehen, dass dieser illegal betrieben wird.

Kleines Glücksspiel legalisieren?

Man schätzt, dass allein im Land Salzburg bis zu 1.500 illegale Automaten aufgestellt sind. Eine Zulassung des kleinen Glücksspiels würde hier Abhilfe schaffen, da klare Kontrollrichtlinien möglich wären. Außerdem dürften in ganz Salzburg dann nicht mehr als 450 Stück davon stehen, da laut Gesetz pro 1.200 Einwohner nur ein Automat zulässig ist. Zudem würde für einen besseren Spielerschutz gesorgt, da Automaten durch dubiose Betreiber nicht mehr manipuliert werden könnten und Spieler eine registrierte Spielerkarte haben müssten. Die Einsätze wären limitiert und Jugendliche würden am Spielen gehindert. Auch die tägliche Spielzeit pro Person würde eingeschränkt. Das Suchtpotenzial bei Glücksspielen ist nicht zu unterschätzen. Suchtverhalten äußert sich einerseits durch immer mehr Zeit, die man in Glücksspiele investiert und andererseits durch das so genannte „Chasing“, also dem Nachjagen von verlorenem Geld, das immer höhere Einsätze nach sich zieht – bis zum totalen Bankrott.

Sportwetten

Diese sind völlig legal und auch nicht konzessioniert. Denn der Ausgang eines einzelnen sportlichen Wettbewerbes kann von zahlreichen Faktoren abhängen, über die man Kenntnis erlangen kann (Wetter, Tagesverfassung, Bodenverhältnisse, Gesundheitszustand etc.). Der Gesetzgeber ist hier der Ansicht, dass die Vorhersage des Ergebnisses eher von der Geschicklichkeit als vom Zufall bestimmt wird. Wettautomaten mit Hunderennen oder Ähnlichem sind hingegen nach Auskunft des Bundesministeriums für Finanzen gesetzeswidrig, da es sich dabei um aufgezeichnete Bewerbe handelt und die Geschicklichkeitskomponente sich zu Gunsten des Zufalls verändert.

Poker

Poker liegt derzeit voll im Trend, wird im Fernsehen übertragen und kann im Internet und in Casinos gespielt werden. Die Diskussion, ob Poker ein Glücksspiel oder ein Geschicklichkeitsspiel ist, wird seit langem geführt. In Österreich hat sich der Gesetzgeber für ersteres entschieden. Poker darf demnach ausschließlich in konzessionierten Casinos gespielt werden. Einzige Ausnahme bildet hier laut Finanzministerium der sogenannte „Kleine Wirtshauspoker“. Dieser ist erlaubt, wenn maximal 10 Euro pro Spieler eingesetzt werden, dass nicht mehr als 1.000 Euro Gewinn möglich sind und nicht öfter als einmal pro Quartal gespielt wird. Wenn Pinzgauer Gastronomiebetriebe, unter anderem eine Saalfeldner Bar, die den Namen „Casino“ trägt, mehrmals pro Woche Pokerturniere anbieten, so ist das laut geltendem Recht gesetzeswidrig. Warum wird es trotzdem geduldet? Dieser Frage ging das Stadtblatt bei verschiedenen Behörden nach. Antworten gab es lange Zeit keine. Erst die Pressesprecherin von Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka gewährte Einblick in die verwirrende Gesetzeslage: „Nach Ansicht des Finanzministeriums ist unternehmerisches Pokern nur in Spielbanken erlaubt. Nach alter Rechtslage gibt es aber einen Rechtsstreit, der noch nicht höchstgerichtlich entschieden ist. Diese Rechtsunsicherheit endet spätestens mit Ende 2012. Denn dann gilt für alle das neue Gesetz.“

Unser Fazit: Glücksspiel birgt zu große Gefahren, um so viel rechtlichen Spielraum zu gewähren.

 

Autor: Mario Steidl
Bild: Fotolia.com

Rückkehr des Bibers

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , ,
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Der Biber kann Bäume mit einem Durchmesser bis 40 cm fällen.

Der Biber kann Bäume mit einem Durchmesser bis 40 cm fällen.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts war der Biber in Europa auf Grund seines Felles und als begehrte Fastenspeise nahezu ausgerottet. Nun erholen sich die Bestände. Auch in Saalfelden wird wieder genagt.

Anzeichen für die Anwesenheit von zumindest einem Biber in Saalfelden gibt es schon seit mehreren Jahren, nun ist es gewiss: Der Biber ist zurück. Das Stadtblatt erhielt aktuelle Nachtaufnahmen von einem ca. 20 kg schweren Prachtkerl. Das Tier kann ausgewachsen bis zu 30 kg erreichen und lebt vermutlich alleine in Saalfelden.

Der Biber ist ein hervorragender Baumeister, sein Bau spielt eine zentrale Rolle in seinem Leben. Der Eingang dazu muss immer unter Wasser liegen, weshalb der Biber schon mal Staudämme baut, um den Wasserspiegel anzuheben. Meister Bockert, wie er in Fabeln genannt wird, ist ein ausgezeichneter Schwimmer und kann bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben. Enorm wichtig für den Lebensraum des Bibers sind langsam fließende oder stehende Gewässer mit Baumbeständen und Gebüsch entlang des Wassers. Dieses Gehölz benötigt er für seinen Bau. Der Biber ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich im Sommer vor allem von Wasserpflanzen, Wurzelknollen, Gräsern und Kräutern. Im Winter legt er Vorräte an oder fällt Bäume, um an deren Rinde zu kommen. Die kegelförmig abgenagten Stammreste sind dann auch die deutlichen Hinweise auf die Anwesenheit des Bibers.

„Unser“ Biber - gefilmt mit einer Nachtkamera.

„Unser“ Biber - gefilmt mit einer Nachtkamera an einem Seitenarm der Saalach.



Zugewandert dürfte der heimische Biber aus Bayern sein, dort ist der Bestand schon seit Jahren wieder im Wachsen begriffen und betrug 2005 bereits zwischen 7.000 und 10.000 Tiere. Bleibt zu hoffen, dass er – oder sie, das wissen wir nicht – auf einen ebenfalls zugewanderten Partner trifft und sich so wieder eine größere Biber-Population an unseren Gewässern bilden kann. Denn der Biber renaturiert Gewässer sozusagen kostenlos und bringt Dynamik in Bach- und Flusslandschaften. Ein Appell geht an dieser Stelle noch an alle Hundebesitzer: Bitte die Hunde anleinen, da diese Biber jagen und im schlimmsten Fall töten können.

Autor: Mario Steidl

Bilder: Fotolia.com/privat

Eine ganz besondere Zeit

Verfasst von Andrea Kupfner | Tags: , , , , , , , , ,
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Christbaum schmücken, “Rachn geh”, Würstelsuppe essen – jeder hat seine eigenen Rituale und Traditionen zur Weihnachtszeit.

Schon als Kind wird man in der christlichen Gesellschaft mit verschiedenen Bräuchen rund um die Weihnachtszeit konfrontiert. Der Adventkranz in der Stube ist das erste Anzeichen, dass eine ganz besondere Jahreszeit anbricht. Es folgen Weihnachtskekse, Christkindlmarkt, Adventsingen, Hirtenspiel, das Einkaufen von Geschenken und viele andere Aktivitäten, die nur in dieser Zeit des Jahres vorkommen. Auch der Glaube und die Kirche rücken wieder mehr in den Vordergrund. Der Kontakt zu Freunden und Verwandten wird gesucht. Den Höhepunkt der Weihnachtszeit bildet der Heilige Abend. Trotz vieler Gemeinsamkeiten hat jeder seine ganz individuellen Rituale und Prioritäten an diesem Tag.

„Rachn geh“ am Heiligen Abend soll Menschen, Haus und Hof vor Unheil schützen.

„Rachn geh“ am Heiligen Abend soll Menschen, Haus und Hof vor Unheil schützen.


Für Bürgermeister Günter Schied beginnt der 24. Dezember am Vormittag mit einem Besuch bei den Rettungsorganisationen, deren Mitarbeiter auch am Heiligen Abend ihren Dienst verrichten müssen. Anschließend bringen er und Lebensgefährtin Helga das Friedenslicht zu Freunden und Verwandten. Weiterer Fixpunkt ist das Aufstellen von geschmückten Christbäumen an den Gräbern. Um 14 Uhr geht`s weiter zur stimmungsvollen Weihnachtsandacht auf der Einsiedelei. Am Abend beginnt nach dem Turmblasen am Friedhof für den Bürgermeister und seine Familie der gemütliche Teil des Tages. Da dürfen natürlich Würstelsuppe, Weihnachtskekse und Kletzenbrot nicht fehlen.

„Bei den Geschenken steht für mich nicht der Wert im Vordergrund, sondern die Absicht, mit der geschenkt wird“, so der Bürgermeister. „Heuer ist meine Enkelin 15 Monate alt. Das macht auch für mich dieses Weihnachtsfest zu etwas Besonderem“.

Dechant Roland Rasser konzentriert sich am Vormittag des Heiligen Abends vor allem auf jene Schäflein, die Weihnachten erstmals unter neuen Umständen erleben. Er besucht Menschen, die krank sind oder einen Schicksalsschlag erlitten haben. Danach folgen die Palvenandacht auf der Einsiedelei, die Kindermette und das „Rachn geh“ im Pfarrhaus. Nach dem Abendessen feiert der Dechant mit Kooperator Thomas Bergner, seiner Haushälterin und zwei weiteren Mitarbeitern der Pfarre die Bescherung. Kulinarisch stehen für Roland Rasser am Heiligabend keine traditionellen Gerichte im Mittelpunkt. Der gebürtige Flachgauer kennt auch den Brauch des „Bachlkoches“ nicht.

„Weihnachten ist für unsere Gesellschaft das Fest der Familie, des Gebetes und des Nachdenkens“, fasst Rasser zusammen. „Für mich gehört das Beten des Weihnachtsevangeliums oder das ‚Vater unser‘ unterm Christbaum zum Heiligen Abend dazu. Ohne diese Elemente ist es nicht das Weihnachtsfest, das an den Ursprungsgedanken, die Geburt Christi, erinnert“.

Für Sabine Aschauer-Smolik stehen in der Weihnachtszeit vor allem Ruhe und Gemütlichkeit im Mittelpunkt. Diesem Vorsatz fällt auch der Weihnachtsputz zum Opfer. Am Heiligen Abend besucht sie mit ihrem Mann und ihrer 11-jährigen Tochter den evangelischen Kindergottesdienst. Danach wird etwas Besonderes gekocht. Jedes Jahr etwas anderes. Man liest sich Gedichte und Geschichten vor und bei der Bescherung erhält die Tochter ihre Geschenke.

„Meiner Meinung nach fokussiert sich die Gesellschaft zu viel auf diesen einen Tag. Alles soll perfekt sein – Weihnachtsputz, Essen, Geschenke und Stimmung. Daher ist die Enttäuschung oft groß, wenn nicht alles perfekt klappt. Da sorgen Kleinigkeiten für Konflikte, Streitereien bis hin zu Gewalt.“

Die 4-jährige Rebecca Hofer wünscht sich heuer vom Christkind eine Kindergitarre, einen Kindercomputer, ganz viel Spielzeug und eine Barbie Puppe. Da das Christkind nicht unendlich viele Geschenke hat, wünscht sich Rebecca sonst nichts mehr, weil sonst für die anderen Kinder nichts mehr übrig bleiben würde. Nicht so toll findet die junge Saalfeldnerin, dass sie den ganzen Tag nicht ins Wohnzimmer darf. Aber das muss sein, weil sonst das Christkind davonfliegen würde. Da wartet sie dann doch lieber brav auf das Läuten des Glöckerls.

Bild: Bernhard Pfeffer