Wetterprognosen für den Winter zu erstellen geschieht mittels mehrerer Parameter. Eine sehr ausgeprägte Vegetation im Sommer deutet auf viel Schnee, der frühe Abzug der Zugvögel auf einen frühen Wintereinbruch hin. Eine geringe Propolisabdichtung der Bienen (Abdichtung der Bienenstöcke) deutet hingegen auf einen nicht allzu kalten Winter hin. Mit solchen Beobachtungen allein begnügt sich der Obmann der Saalfeldner Imker natürlich nicht, denn der wichtigste Indikator ist der Rhythmus des Wetters. Seit 40 Jahren zeichnet Horst Nöbl täglich Sonnendauer, Temperatur, Luftdruck, Bewölkungsgrad und Niederschlagsmenge auf. „Temperatur und Niederschlagsmenge folgen einem sehr ausgeprägten Rhythmus – sie wiederholen sich in einem Zeitabstand von etwa sieben Monaten. War es also im Mai eher kalt und regnerisch wie heuer, lässt sich daraus schließen, dass dies auch im Dezember so sein wird“, so Horst Nöbl. Und noch ein natürlicher Rhythmus lässt sich deutlich erkennen: Bis auf wenige Ausnahmen folgen auf drei schneearme immer drei schneereiche Winter, und ein solcher dürfte uns heuer bevorstehen.
Zusammengenommen bilden diese Perioden gemeinsam mit den Durchschnittswerten jahrzehntelanger Wetterbeobachtungen die konkreten Vorhersagen. Für die Details seiner Prognosen sucht sich Nöbl immer noch ein Vergleichsjahr, das seiner Prognose am nächsten kommt. Für heuer wäre das 1968. Für Dezember hat sich die Prognose des Wetterbeobachters mit dem frühen Wintereinbruch bereits erfüllt. Für den gesamten Februar prognostiziert er ebenfalls eine winterliche Phase. Dafür dürfte es im März bereits sehr warm werden, im April aber noch einmal ein Kälteeinbruch wahrscheinlich sein.
Auf Bauernregeln hält Horst Nöbl einiges, resultieren sie doch ebenfalls aus beobachteten Regelmäßigkeiten oder Folgeerscheinungen. Ereignisse wie die Eismänner, die Schafskälte oder das Weihnachtstauwetter, das sich heuer etwas verspäten dürfte, sind hingegen sogenannte Singularitäten, die jedes Jahr vorkommen, wenn auch nicht genau zu einem Datum. Aber auch sie basieren auf Rhythmus und Perioden in der Natur. All diese Parameter ergeben dann zusammengenommen einen Durchschnittswert, der für November bis Jänner zu 90%, im Frühjahr zu 80% zutrifft. Und recht viel genauer schafft es Christa Kummer kaum mit der Drei-Tages-Vorschau.
Bild: Mario Steidl








