Archiv für die Kategorie ‘stadt:sport’

Sportanlage Bürgerau – der Bürgermeister nimmt Stellung

Verfasst von Günter Schied | Tags: , , , , , , , , , ,
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Die Sportanlage Bürgerau soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden.

Die Sportanlage Bürgerau soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden.

Liebe Saalfeldnerinnen und Saalfeldner!

Die Stadtgemeinde bezieht bei wichtigen Themen Bürgermeinungen in die Entscheidungsfindung mit ein. Die öffentliche Bürgerversammlung, die Diskussionsveranstaltung zur Umfahrung und die Anrainergespräche zur Fußgängerzone Lofererstraße sind nur einige Beispiele. Ebenso stehen wir auch den Bestrebungen der Bürgerinitiative „proBürgerau“, die sich gegen die Ausbaupläne der Stadtgemeinde für die Sportanlage Bürgerau einsetzt, offen gegenüber. Eines gilt es jedoch zu beachten: Genau wie Politiker müssen auch Bürgerinitiativen ihre Mitbürger mit belegbaren Argumenten von einem Anliegen überzeugen, nicht mit Unwahrheiten und Annahmen. Folgende Punkte, die in einer Aussendung der Initiative „proBürgerau“ leider falsch dargestellt wurden, möchte ich auf diesem Weg richtigstellen:

  • Für die Erweiterung der Sportanlage Bürgerau werden zusätzlich zum derzeit genutzten Areal rd. 4000 m² benötigt, das entspricht nicht einmal zwei Drittel eines herkömmlichen Fußballfeldes. Die Bürgerauwiese mit dem Jan Denkmal wird nicht zerstört. Es wird ein Teilbereich für die Erweiterung der Sportanlage in Anspruch genommen. Ein Großteil der Wiese wird in der jetzigen Form erhalten bleiben und natürlich für alle Bürger zugänglich sein.
  • In der Kostenschätzung von 5,3 Mio. Euro sind sämtliche Gewerke berücksichtigt – auch Flutlichtanlagen.
  • Für das Clubhaus ist ein Gastraum mit 56 Sitzplätzen vorgesehen. Ein weiterer Sitzungs- und Seminarraum weist im gültigen Entwurf 36 Sitzplätze auf. Es wird kein Gastlokal mit 190 Sitzplätzen geben.

Ich begrüße es, wenn sich Bürger für ihre Anliegen einsetzen, auch im Rahmen von demokratischen Verfahren wie einem Bürgerbegehren. Ich möchte jedoch verhindern, dass Willenserklärungen auf Basis falscher Informationen zu Stande kommen. Die Stadtgemeinde wird 2012 detailliert über das Projekt „Sanierung und Erweiterung Sportanlage Bürgerau“ informieren. Bitte geben Sie uns die Zeit, das Projekt für Sie so aufzubereiten, dass Sie sich anhand von seriösen und beständigen Informationen eine Meinung bilden können.

Ihr Bürgermeister Günter Schied

Technical Park als Zukunftsprojekt

Verfasst von Andreas Rachersberger | Tags: , , , , , , , ,
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Wenn vom 29. August bis zum 9. September 2012 in Saalfelden und Leogang die Mountainbike-WM über die Bühne geht, soll mit dem Technical Park auch eine Sportanlage für die Zukunft stehen.

So soll die WM-Strecke in der Bürgerau aussehen. Der Technical Park ist als Dauereinrichtung geplant.

Luftbild von der geplanten WM-Strecke mit Technical Park.

 

Nach langem Hin und Her ist die Planung der Cross Country Strecke in der Bürgerau nun abgeschlossen. Trotz der Tatsache, dass sich das Vorhaben aufgrund von Widerständen einiger Interessensgruppen hinausgezögert hat, kam von Seiten des Weltradsportverbandes (UCI) kein Zweifel auf. Christian Rothart, Leiter des Organisationskomitees, dazu: „Erstaunlicherweise wurde vom internationalen Verband kein Druck ausgeübt. Mit der UCI läuft es derzeit wie in einer Partnerschaft. Sie haben gesehen, dass wir starke Anstrengungen unternehmen und unterstützen uns dabei.“ Der knapp 4,5 Kilometer lange Rundkurs weist 180 Höhenmeter auf und wird nur temporär für Wettkämpfe genutzt werden. Bei der Strecke gibt es bewusst keine Hochgeschwindigkeitspassagen sowie extrem schwierige Abschnitte, sie soll auch für U23-Fahrer bewältigbar sein. An sportlicher Attraktivität habe die endgültige Variante des Kurses gegenüber der ursprünglich geplanten Streckenführung nicht verloren, ist sich Rothart sicher. Der Start findet an der Lichtenbergstraße statt, um das Starterfeld bei einem langen Anstieg von Beginn an auseinanderzuziehen, die Zieldurchfahrt wird vor der Tribüne des Sportplatzes Bürgerau sein.

Nachhaltige Idee

Für die Nachhaltigkeit des Projekts soll ein sogenannter Technical Park sorgen, der auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern schrittweise bis zur Veranstaltung errichtet wird. Mit der WM selbst hat dieser zwar nichts zu tun, der Park soll aber zukünftig Saalfelden als Mountainbike-Standort repräsentieren und das Angebot in Leogang ergänzen. „Die Idee hinter dem Park ist, das Mountainbike fahren richtig zu lernen. Damit Neuanfänger bestimmte Hindernisse und Strecken bewältigen können, braucht man Übungsstationen“, klärt Mark Hauser, Streckenchef der Cross Country Strecke und Lehrer der Nordischen Skihauptschule, auf. Es wird drei verschiedene Rundkurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden geben, wo das Fahren über Hügel, Steilkurven etc. trainiert werden kann. Des Weiteren sind Geschicklichkeitsparcours geplant, wo die Biker lernen, auf schmalen Flächen die Balance zu halten. Hauser will seinen Schülern künftig den actionreichen Sport mithilfe des Parks näherbringen und das Biken in den Unterricht aufnehmen. Generell solle sich das Projekt auch in Richtung Vereinsarbeit orientieren. Im Vorfeld der WM kann sich Hauser gut vorstellen, allen interessierten Kindern die Möglichkeit zu bieten, an einem Probetraining teilzunehmen.

Auf der Suche nach neuen Grenzen

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , ,
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“Gobi March” – ein 250 km-Lauf durch die Wüste Gobi, einer der unwirtlichsten Orte der Welt. Bernd Tritscher aus Saalfelden war als Läufer mit dabei. Nachfolgend ein Auszug aus dem Renntagebuch des Wüstenläufers.

Das Rennen

“Nachdem ich mir in den letzten Jahren viele meiner bergsteigerischen Ziele erfüllen konnte, wollte ich dieses Jahr ganz etwas anderes machen. Ein Ziel, das mei-nen Ansprüchen gerecht wurde, war bald gefunden: Das ‘Gobi March’, ein Etappenrennen durch die Wüste Gobi. 250 km aufgeteilt auf sechs Etappen. “Self-supported”, also in Eigenverpflegung. Das heißt, Verpflegung und Ausrüstung muss während des Laufens selbst getragen werden, durch die windigste Wüste der Erde. Über ein halbes Jahr Vorbereitungszeit. Auch in die Perfektionierung der Ausrüstung wurde viel Arbeit und Zeit investiert. Am 20. Juni 2010 ging es los nach China, in die größte Provinz des Landes, Xinjiang.”

Extremsportler Bernd Tritscher lief bei seinem ersten Wüstenlauf zur Höchstform auf

Extremsportler Bernd Tritscher lief bei seinem ersten Wüstenlauf zur Höchstform auf

Etappen eins bis vier

„Die erste Nacht in der Wüste macht wohl kaum einem der 160 Teilnehmer Spaß. Nach Sonnenuntergang fallen die Temperaturen auf 5 Grad. Ich friere erbärmlich in meinem High Tech Schlafsack, oder habe ich versehentlich einen Gefrierbeutel erwischt? (…) Aber einmal zu viel angasen oder sonst ein Fehler und diese Tage können zur Hölle werden. Das passiert dann, wenn dich der Mann mit dem Hammer erwischt und sämtliche Vorräte verbraucht sind. Ich nehme pro Tag ca. 2400 Kcal zu mir, verbrenne aber das Drei- bis Vierfache. Vier Renntage verbrennen schnell die Kohlenhydrate. Das Defizit kompensiert der Körper mit Körperfett und Muskelmasse. Das Hineinhören, auf die Signale des Körpers achten und die richtige Taktik sind neben Kondition und Regenerationsfähigkeit entscheidend. (…) Die sirrende Hitze und das Flimmern der Luft versetzen mich in eine Art Trance. Nur die eigenen Schritte, das Atmen und der sanfte Wind sind zu hören. Es ist eine der schönsten Wüstenlandschaften, die ich je gesehen habe. (…) Es ist drückend heiß. Ich trinke was ich kann und denke: Wie soll das morgen gehen? 99 km – vorausgesagte 50 Grad. Normal ist das nicht mehr, was wir da machen.“

Etappe fünf – 99 km

“Als wir ein Dorf durchlaufen, deutet mir ein Chinese unmissverständlich, ich soll ihm ein bisschen Bares geben, dann kann ich auf seinem Gefährt aufsitzen. Aber selbst wenn ich wollte, ich habe kein Geld dabei. (…) Ich stolpere mehr als ich laufe, über ein unebenes Reisfeld. Trinke meinen letzten Energie Shooter. Hoffentlich fährt der nochmal so richtig ein. (…) Vor mir taucht auf einmal eine Gestalt auf. Es ist der Chinese Wei Chao, der im Gesamten einige Sekunden hinter mir liegt. Er wackelt, die Schuhe in der Hand, barfuß durch den Sand. 500 m vor dem Etappenziel überhole ich ihn mit meinen letzten Kräften. Geschafft! Nach über 14 Stunden.“

Akku leer

Was im Zelt geschieht, möchte ich nicht mehr erleben. Es haut mich voll nieder. Nehme noch wahr, wie jemand Wasserflaschen ins Zelt stellt. Krieche zu diesen hin und ziehe sie zu mir. Schaffe es nur in Etappen, die Schuhe und Socken auszuziehen. Habe fast nicht mehr die Kraft, die Verpackung von meinem Riegel aufzureißen. Aber ich muss jetzt essen und trinken. Kaue lustlos an Riegel und Nüssen, während mein Körper zittert. Versuche aufzustehen, habe aber keine Chance aufzukommen, nicht einmal mit Hilfe der Zeltstange. Einer dieser Versuche endet mit einem katastrophalen Krampf im Bein und später in der Bauchmuskulatur. Ich schreie vor Schmerzen. Ich denke mir: Das gibt`s doch nicht, dass da keiner hereinkommt. Die würden dich hier verrecken lassen. Christian (Anm. d. Red.: Christian Schiester, österreichischer Profi-Läufer) liegt draußen, hört mein Gebrüll. Aber er ist selber unfähig, etwas zu tun. Einige Stunden liege ich so da. Der Körper hat alles ausgeschalten, was er nicht braucht, um sich zu erholen.“

Das Ziel

„Bei 80 Prozent der Läufer kann nicht mehr von Laufen die Rede sein. Humpelnd, abgestützt, unfähig alleine zugehen, so erreichen manche das Ziel. Ich muss nochmal alles geben. Ich durchlaufe den Punkt, der vor Tagen noch so weit entfernt war. Das Ziel ist erreicht! (…) Jetzt freue ich mich auf eine Dusche, ein Bett und auf das Essen am Abend. Tagelang nur warmes Wasser, Hirsebrei und Trockenfutter haben mir sechs Kilo vom Leib gerissen. (…) Im Hotel erfahren wir, dass der Amerikaner, der am vierten Tag erschöpft abtransportiert wurde, nicht mehr aus dem Koma erwacht und gestorben ist. Die Stimmung bei der Siegerehrung ist sehr gedrückt. (…) Platz fünf in einem sehr stark und mit einigen Profi-Läufern besetzten Rennen. Für mich ist das der größte sportliche Erfolg, den ich bisher erreicht habe und wahrscheinlich jemals erreichen werde.“

Autor/Bild: Bernd Tritscher

Spielwiese für “Brettkünstler”

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
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“Gemma skaten?”. “Passt, auwa wohi?” – Jahrzehnte nachdem das Skateboarden von den USA aus auf die Saalfeldner Jugendszene übergeschwappt ist, sollte diese Frage in unserer Gemeinde nun geklärt sein. In Ramseiden wurde der neue Skatepark eröffnet.

Bis vor kurzem war es so, dass Skateboarder auf Supermarkt Parkplätzen und öffentlichen Plätzen ihren Sport ausübten. Immer wieder wurden sie vertrieben und als Störenfriede eingestuft. Das größte Problem beim Skateboarden ist der Lärm, der entsteht, wenn das Board am Asphalt aufkommt. Das kann auf Dauer zur Belastung für Anrainer werden. Bislang war es sehr schwierig, einen geeigneten Platz zum Skaten zu finden. Stiegen, Gehsteigkanten, Betonelemente – da fühlen sich Skater wohl. In Saalfelden gab es bereits bei der alten Tennishalle, am jetzigen Hofer Areal und in einer ehemaligen Industriehalle in der Haid Skateanlagen. Leider waren diese Liegenschaften immer nur für kurze Zeit angemietet. Dann wurden die Immobilien zumeist verkauft bzw. die Gebäude abgerissen. Nun ließ die Stadtgemeinde einen eigenen Skatepark auf Gemeindegrund errichten, der eine dauerhafte Heimat für Skateboarder werden soll.

Bei der Eröffnung am vergangenen Mittwoch fanden sich bereits zahlreiche Jugendliche ein, um Pipes, Boxen und Rails zu testen. Das Fazit: Die Anlage ist sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Skateboarder sehr gut geeignet. Kein Wunder, sind doch die Planer und Errichter der Sportanlage selbst begeisterte Skater. Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung des Projektes waren HTL-Schüler David Einwaller und Szene-Urgestein Markus Unterweger vom Bronx Shop.


Skatepark Saalfelden

Foto: Stadtgemeinde Saalfelden