Archiv für die Kategorie ‘stadt:wirtschaft’

Auf der Suche nach einem Profil

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,
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Für was stehen wir? Was sind unsere Stärken? Was unterscheidet uns von anderen? Diese und weitere Fragen möchte die Saalfelden Leogang Touristik (SALE) gemeinsam mit der Bevölkerung beantworten.


Jeder Mensch hat verschiedene Talente und Fähigkeiten, die ihn ausmachen. Die Summe aller Talente und Fähigkeiten ergeben den Charakter eines Menschen – in sich völlig einzigartig. Genau gleich verhält es sich bei einer Regionsmarke oder Destination. Die einzelnen Talente und Fähigkeiten, die historischen Stärken und Wurzeln zeichnen das Profil einer Feriendestination. Das Profil der Ferienregion Saalfelden Leogang ist derzeit sehr breit aufgestellt, für den Urlauber teils schwer erkennbar. Das möchten die heimischen Touristiker gemeinsam mit der Beratungsfirma Brand:Trust ändern.

Die Schritte zur Marke

Der erste Teil der Markenentwicklung besteht darin, die Talente und Fähigkeiten von Saalfelden Leogang zu finden. Tourismusobmann Hannes Riedlsperger beschreibt die Vorgehensweise: „Wir werden ca. 40 Menschen aus der Region befragen, wo sie die Stärken ihrer Heimatgemeinden sehen. Vom Bürgermeister zum Landwirt, vom Schilehrer zum Händler, vom Pensionisten zum Hotelier – Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Lagern sollen zu Wort kommen. Weiters werden bestehende Aufzeichnungen, Konzepte und Studien durchforstet. Am Ende werden alle Mosaiksteinchen zusammengetragen und zu Markenkernwerten (Charakter/Spitzenleistungen) verdichtet.“

Im zweiten Teil des Projektes werden Stammgäste und Besitzer von Zweitwohnungen zur Ferienregion befragt. „Spannend und sehr wichtig ist für uns auch die Sichtweise zur Region durch unsere langjährigen Gäste“, so der Tourismusobmann. „Weiters werden wir den Tourismusmarkt analysieren, um zu sehen, wo wir uns vom Mitbewerb abheben können. Auf Basis aller erhobenen Daten und einer sechsteiligen Workshop-Reihe mit dem Projektteam wird sich dann die Marken- und Regionspositionierung für Saalfelden Leogang herauskristallisieren. Dieses Ergebnis wird uns zeigen, worauf wir uns künftig konzentrieren müssen, eben das, was die Region ausmacht. Gleichzeitig werden sich aber auch Grenzen abheben, Grenzen, die wir einhalten müssen um authentisch zu bleiben. Es ist der Leitweg, der uns zeigt, wie künftig unser Tun und Handeln ausgerichtet ist, eben wie unsere Region die Dinge auf ihre Art und Weise anpacken muss.“

Erfolg nur mit der Bevölkerung

Nach Abschluss der Strategieentwicklung, bei der die Bürger miteinbezogen werden, liegt der Schwerpunkt der Markenentwicklung natürlich auf der Umsetzung. Wichtig ist, dass sich die Bevölkerung mit dem Konzept und der Marke identifizieren kann. Daher wird es im Anschluss regelmäßige Diskussionsrunden, Markenschulungen und Workshops geben, bei denen sich Bürger aktiv miteinbringen können. Hannes Riedlsperger ist sich sicher: „Wenn die Marke und deren Werte von der Bevölkerung mitgetragen werden, ist Saalfelden Leogang auf dem besten Weg, künftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Mit unseren eigenen Markenwerten sind wir auf dem besten Weg zur Entwicklung eines authentischen Tourismus, darauf aufbauend einer florierenden wirtschaftlichen Entwicklung mit der Bedachtnahme auf eine intakte Umwelt.“

Kein Wechsel an der Spitze

Geschäftsführer Stefan Pühringer bleibt weiterhin in seiner Position und wird die SALE auf dem Weg der Markenentwicklung durchgehend begleiten.

Text/Bild: Bernhard Pfeffer

Die Zukunft des Straßenfestes

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,
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Zum 19. Mal fand das Straßenfest heuer statt. Derzeit wird diskutiert, wer die Veranstaltung in den nächsten Jahren in welcher Form organisiert.

Seit fast zwei Jahrzehnten findet in der Saalfeldner Innenstadt einmal jährlich ein großes Straßenfest statt. Seit 1998 übernahm das Stadtmarketing die Organisation des Sommerfestes und trat als Veranstalter auf. Der Veranstalter trägt die Verantwortung, dass alle gesetzlichen Bestimmungen und die Auflagen des Veranstaltungsbescheides eingehalten werden. „Da sich die Problematik im Hinblick auf Verschmutzungen, Beschädigungen und Anrainerbeschwerden von Jahr zu Jahr verschärft hat, sahen wir uns als Organisatoren nicht mehr im Stande, die alleinige Haftung für die Einhaltung der Auflagen und Gesetze zu übernehmen“, erklärt Herbert Gassner, Geschäftsführer der Congress- und Stadtmarketing GmbH. Somit traten heuer erstmals die Wirte selbst als Veranstalter des Straßenfestes auf. „Das Stadtmarketing agiert im Auftrag von Stadtgemeinde, Tourismusverband und Werbegemeinschaft. Wenn wir ein Fest dieser Größenordnung organisieren, wollen wir ein breites Publikum ansprechen – dazu gehören natürlich auch Kinder und Feriengäste. Selbstverständlich verstehen wir, dass die Wirte primär Umsatz generieren möchten, jedoch darf sich das Ganze nicht nur auf den Ausschank von – vornehmlich alkoholischen – Getränken reduzieren. Wir wollen gemeinsam mit den Gastronomen ein Konzept entwickeln, das ein Straßenfest mit mehr Qualität gewährleistet“, so Gassner.

Bis zu 5.000 Besucher verzeichneten die Veranstalter in guten Jahren.

Bis zu 5.000 Besucher verzeichneten die Veranstalter in guten Jahren.

Ideen aus der Gastronomie

Robert Rieder, Inhaber des Segafredo und Mitorganisator der Donnernachtsfeste, steht zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Wirte, Stadtmarketing, Tourismusverband und Gemeinde: „Wir sollten unsere Power auf ein gemeinsames Projekt lenken und ein Fest für Jung und Alt organisieren. Ich finde es sehr wichtig, dass diese Veranstaltung ein Aushängeschild für Saalfelden ist. Die Fäden sollen beim Stadtmarketing zusammenlaufen.“ Als positives Beispiel für ein Stadtfest führt Rieder die Veranstaltung „Stadtzauber“ an, die in St. Johann i. P. stattfindet. Bei diesem Event haben sich auch die Mitarbeiter des Stadmarketings bereits vor Ort Ideen für ein Straßenfest in neuer Form geholt.

Peter Steger, Inhaber der Milwaukee Bar, möchte zwei Straßenfeste während der Sommermonate veranstalten und hat konkrete Ideen, wie das neue Konzept aussehen könnte: „Verschmutzungen und Vandalakte lassen sich bei Veranstaltungen dieser Größenordnung nie ganz vermeiden. Doch Security Personal, das bis zum Ende der Veranstaltung patrouilliert und ständig Verschmutzungen und dergleichen beseitigt, würde die Situation verbessern. Außerdem sollten keine Gläser oder Flaschen ausgegeben werden und ab 2 Uhr morgens sollten alle Wirte den Getränkeausschank ausnahmslos einstellen. Zu diesem Zeitpunkt könnten auch bereits die Aufräumarbeiten beginnen und Polizeikontrollen erfolgen. Im Gegenzug sollten für diese Veranstaltung erweiterte Lokalöffnungszeiten bis 6 Uhr genehmigt werden“. Der Barbesitzer spricht sich ebenfalls für ein attraktives Kinder- und Rahmenprogramm aus, das gemeinsam mit interessierten Vereinen organisiert werden könnte. Ohne die Unterstützung der Stadtgemeinde sei dies jedoch nicht möglich, dafür wären die Umsätze der Wirte zu gering, ist Peter Steger überzeugt.

Initiative “30 KM Zone Dorfheimerstraße”

Verfasst von Hagen5760 | Tags: , , ,
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30 KM Zone Dorfheimerstraße

30 KM Zone Dorfheimerstraße

Dringende Forderung nach 30 KM Zone Dorfheimerstraße Einfahrt Bundesstraße bis Ende Bahnhof (inkl. Verladezone)

Gerade im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung bzw. Optimierung (Ampelregelung bringt mehr Verkehr in die Dorfheimerstraße) liegt der Initiative “30 KM Zone Dorfheimertraße” die enorme Problematik sehr am Herzen.  Abgesehen von der sehr negativen Entwicklung des Verkehrsaufkommens durch Schwerverkehr, Holztransporte, Altstofftransporte, Gefahrenguttransport, Urlauber und der inoffiziellen Umfahrung Saalfeldens sind die Anrainer nicht nur enormen Lärm-, Abgas- und Staubbelastungen ausgesetzt, sondern auch großen Gefahren.

Hinzu kommen geplante Bauobjekte, wie zB. das „Projekt Piffer“ (durch BM Piffer telefonisch bestätigt) parallel zur neuen Urslau. Dies verursacht weitere Verkehrsprobleme (mehr Fahrzeuge) und eine neue Ausfahrt am Nadelöhr Urslaubrücke. Das Tempolimit wird praktisch nicht eingehalten. Für jugendliche Auto- und Mopedlenker ist es zum „Sport“ geworden, über die Urslaubrücke zu rasen um dann aus der Senke herauszuspringen. Die Exekutive ist unterbesetzt und kann nach eigenen Aussagen leider nichts machen!? So möchten wir

Täglicher Stau Dorfheimerstraße

Täglicher Stau Dorfheimerstraße

die Gemeinde dringend auffordern, die notwendige 30 KM Zone auf der gesamten Dorheimerstraße ab Einfahrt Bundesstraße bis Ende Bahnhof (inkl. Ladezone) umgehend einzurichten. Ebenso muß dringend mit dem anliegenden Unternehmen (Steiner, Lagerhaus, Schößwendter, Taxi, …) und den Postbussen gesprochen werden, die mit ihren bis zu 40t schweren Lastern (weit über der Belastbarkeit der Urslaubrücke) zu schnell durch die Dorfheimerstraße donnern. Es ist mittlerweile eine unerträgliche Situation und die Anrainer der Dorfheimerstraße fühlen sich ob mangelnder Bereitschaft zum neuen Verkehrskonzept und zu einer Umfahrungslösung ein wenig missbraucht. Wenngleich bekannt ist, dass eine Umfahrung maximal 6.000 bis 8.000 Fahrzeuge von der B311 wegbringt.

Die restlichen 12.000 – 14.000 Fahrzeuge sind ein Konglomerat aus hausgemachtem Verkehr und Verkehr aus den Umliegergemeinden. Da die Nummerschilder aller einheimischen  Fahrzeuge mit ZE beginnen, ist natürlich der wahre Saalfeldner Anteil nicht wirklich feststellbar. Fakt ist allerdings, dass ein großer Anteil hausgemacht ist, da Saalfelden ein Großprojekt nach dem anderen bauen lässt (zB. Obsmarktstraße ehem. Blattlbraueri) und dabei vollkommen vergisst, dass jede neue Wohnung mindestens einen PKW mit sich bringt!!! Die Gemeinde hat hier leider seinerzeit nicht an der optimalen Unterflurtrasse unter der B311 festgehalten, jetzt ist die finazielle Not, laut LHstv. Dr. Halslauer, um ein solches Projekt zu realisieren, viel zu groß.

Der Wochenmarkt und der Hemmschuh

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , ,
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Viele Bürger entscheiden sich beim Wochenmarkt für Lebensmittel aus der lokalen Landwirtschaft. Das Stadtblatt ging der Frage nach, warum sich nicht mehr Landwirte für den Wochenmarkt entscheiden.

Nur rd. fünf Prozent der Saalfeldner Landwirte nutzen den Wochenmarkt.

Nur rd. fünf Prozent der Saalfeldner Landwirte nutzen den Wochenmarkt.

Der Saalfeldner Wochenmarkt ist für viele Bürger eine willkommene Anlaufstation, um sich mit Produkten aus der lokalen Landwirtschaft einzudecken. Hinter dem Ladentisch stehen jene Personen, die persönlich für die Qualität der Waren einstehen. Man vertraut seinem Gegenüber und zahlt auch gerne etwas mehr als im Supermarkt. In Zeiten von Genmanipulation und lebensgefährlichen Bakterien auf importiertem Gemüse sind Produkte aus der heimischen Landwirtschaft gefragter denn je.

Warum nicht mehr Landwirte?

Durchschnittlich 15 Anbieter treffen sich jeden Freitag am Rathausplatz, um ihre Produkte anzubieten. Etwas mehr als die Hälfte davon sind heimische Landwirte. Weniger als 10, bei mehr als 180 aktiven Landwirtschaftsbetrieben in Saalfelden. Warum sind es nicht mehr? Mit 2013 laufen die gültigen Agrar-Förderverträge (ÖPUL) aus. Was danach kommt, ist von der lokalen Bauernkammer bis zum Landwirtschaftsminister jedem klar: Die EU-Förderungen werden merkbar zurückgehen. Die Bauernkammer Zell am See rät ihren Mitgliedern bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen ab 2013 mit 20 Prozent weniger Fördermittel zu kalkulieren. Welche Schritte können Landwirte setzen, um weniger von Subventionen abhängig zu sein? Eine Lösung ist die Direktvermarktung an den Endverbraucher. Stadtgemeinde und Stadtmarketing schaffen dafür die Rahmenbedingungen in Form des Wochemarktes am Rathausplatz.

Der Hemmschuh

Erwin Kupfner ist Saalfeldner Ortsbauernobmann und hat selbst einige Jahre seine Produkte am Wochenmarkt verkauft. Er versteht die Zurückhaltung seiner Kollegen: „Ein Landwirt ist mit der Urproduktion – dazu gehören Mähen, Düngen, Füttern, Melken, Forstwirtschaft usw. – ausgelastet. Die Direktvermarktung ist ein eigener Beruf. Dafür bleibt in vielen Fällen nicht die Zeit. Weiters haben die meisten Betriebe nicht die geeigneten Räumlichkeiten und technischen Einrichtungen, um die gesetzlichen Vorgaben für die Lebensmittelproduktion zu erfüllen. Dazu wären große Investitionen notwendig.“ Kupfner führt auch die fehlende Absatzsicherheit auf einem Wochenmarkt als Problem an. „Was tun mit nicht verkauften Produkten, die nicht lange haltbar sind und einige Stunden bei hohen Temperaturen angeboten wurden?“ Insgesamt sieht der Ortsbauernobmann eher den Trend zum unselbstständigen Erwerb außerhalb der Landwirtschaft. Das ist für die Bauern der einfachere Weg und verspricht fixe Arbeitszeiten und Entlohnung, so Kupfner.

Grauzone Glücksspiel

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , ,
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Wetten, spielen, pokern – das Glücksspiel boomt. Auch in Saalfelden bieten Lokalbetreiber Glücksspiele, Sportwetten und Pokerrunden an. Doch ist das alles auch legal?

Pokern zählt in Österreich zu den Glücksspielen.

Pokern zählt in Österreich zu den Glücksspielen.

 

In Österreich gibt es ein Glücksspielmonopol, das nur einem staatlich konzessionierten Anbieter erlaubt, Glücksspiel anzubieten. Der Gesetzgeber hat im Rahmen dieses Monopols insgesamt 13 Konzessionen vergeben, wobei mit der Casinos Austria AG nur eine einzige Gesellschaft alle Konzessionen besitzt. Das ist laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EUGH) nicht rechtskonform. Mit Auslaufen dieser Konzessionen im Jahr 2012 kommt es deshalb zu Neuausschreibungen. Sämtliche Glücksspiele sind in besagten Konzessionen genau definiert und dürfen ausschließlich vom Konzessionär angeboten werden. Das sind einerseits alle Lebendspiele, also Spiele mit einem Croupier wie bei Roulette, Baccara, Black Jack etc. und alle Automatenglücksspiele.

Das Kleine Glücksspiel

Glücksspielautomaten fallen unter das Salzburger Veranstaltungsgesetz, in welchem das sogenannte „Kleine Glücksspiel“ bzw. die „Landesausspielung auf Glücksspielautomaten“ geregelt ist. In Salzburg ist das kleine Glücksspiel und somit jeder Automat verboten. Ausgenommen davon sind so genannte VLTs (Video Lottery Terminals), bei denen die Entscheidung, ob ein Spieler gewinnt, nicht direkt im Gerät, sondern an einem zentralen Server getroffen wird. Das Finanzministerium hat nämlich zusätzlich zu den Konzessionen auch Standorte für diese Terminals genehmigt – Inhaber ist auch hier ausschließlich die Casinos Austria AG. Wenn es sich nicht um einen VLT handelt, der Terminal also über keine Internetverbindung verfügt, können Sie davon ausgehen, dass dieser illegal betrieben wird.

Kleines Glücksspiel legalisieren?

Man schätzt, dass allein im Land Salzburg bis zu 1.500 illegale Automaten aufgestellt sind. Eine Zulassung des kleinen Glücksspiels würde hier Abhilfe schaffen, da klare Kontrollrichtlinien möglich wären. Außerdem dürften in ganz Salzburg dann nicht mehr als 450 Stück davon stehen, da laut Gesetz pro 1.200 Einwohner nur ein Automat zulässig ist. Zudem würde für einen besseren Spielerschutz gesorgt, da Automaten durch dubiose Betreiber nicht mehr manipuliert werden könnten und Spieler eine registrierte Spielerkarte haben müssten. Die Einsätze wären limitiert und Jugendliche würden am Spielen gehindert. Auch die tägliche Spielzeit pro Person würde eingeschränkt. Das Suchtpotenzial bei Glücksspielen ist nicht zu unterschätzen. Suchtverhalten äußert sich einerseits durch immer mehr Zeit, die man in Glücksspiele investiert und andererseits durch das so genannte „Chasing“, also dem Nachjagen von verlorenem Geld, das immer höhere Einsätze nach sich zieht – bis zum totalen Bankrott.

Sportwetten

Diese sind völlig legal und auch nicht konzessioniert. Denn der Ausgang eines einzelnen sportlichen Wettbewerbes kann von zahlreichen Faktoren abhängen, über die man Kenntnis erlangen kann (Wetter, Tagesverfassung, Bodenverhältnisse, Gesundheitszustand etc.). Der Gesetzgeber ist hier der Ansicht, dass die Vorhersage des Ergebnisses eher von der Geschicklichkeit als vom Zufall bestimmt wird. Wettautomaten mit Hunderennen oder Ähnlichem sind hingegen nach Auskunft des Bundesministeriums für Finanzen gesetzeswidrig, da es sich dabei um aufgezeichnete Bewerbe handelt und die Geschicklichkeitskomponente sich zu Gunsten des Zufalls verändert.

Poker

Poker liegt derzeit voll im Trend, wird im Fernsehen übertragen und kann im Internet und in Casinos gespielt werden. Die Diskussion, ob Poker ein Glücksspiel oder ein Geschicklichkeitsspiel ist, wird seit langem geführt. In Österreich hat sich der Gesetzgeber für ersteres entschieden. Poker darf demnach ausschließlich in konzessionierten Casinos gespielt werden. Einzige Ausnahme bildet hier laut Finanzministerium der sogenannte „Kleine Wirtshauspoker“. Dieser ist erlaubt, wenn maximal 10 Euro pro Spieler eingesetzt werden, dass nicht mehr als 1.000 Euro Gewinn möglich sind und nicht öfter als einmal pro Quartal gespielt wird. Wenn Pinzgauer Gastronomiebetriebe, unter anderem eine Saalfeldner Bar, die den Namen „Casino“ trägt, mehrmals pro Woche Pokerturniere anbieten, so ist das laut geltendem Recht gesetzeswidrig. Warum wird es trotzdem geduldet? Dieser Frage ging das Stadtblatt bei verschiedenen Behörden nach. Antworten gab es lange Zeit keine. Erst die Pressesprecherin von Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka gewährte Einblick in die verwirrende Gesetzeslage: „Nach Ansicht des Finanzministeriums ist unternehmerisches Pokern nur in Spielbanken erlaubt. Nach alter Rechtslage gibt es aber einen Rechtsstreit, der noch nicht höchstgerichtlich entschieden ist. Diese Rechtsunsicherheit endet spätestens mit Ende 2012. Denn dann gilt für alle das neue Gesetz.“

Unser Fazit: Glücksspiel birgt zu große Gefahren, um so viel rechtlichen Spielraum zu gewähren.

 

Autor: Mario Steidl
Bild: Fotolia.com

Im Interview: Tourismusdirektor Stefan Pühringer

Verfasst von Elisabeth Voithofer | Tags: , , , , , , , , ,
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Vom Hahnenkamm-Rennen zum Jazz Festival. Seit Jänner leitet Stefan Pühringer die Geschicke der Saalfelden Leogang Touristik GmbH (SALE).

Der gebürtige Oberösterreicher Stefan Pühringer war bis zuletzt Marketing-Leiter des Tourismusverbandes Kitzbühel und hat mit Beginn des Jahres das Chefbüro der SALE bezogen. Neben der Führung der Tourismusverbände Saalfelden und Leogang wird er auch das Jazzfestival wirtschaftlich leiten. Das Stadtblatt hat den Touristiker in seinem Büro angetroffen und ihn zur neuen Aufgabenstellung befragt.

Marketingexperte Stefan Pühringer (30).

Marketingexperte Stefan Pühringer (30).



Sie sind seit Anfang des Jahres neuer Tourismusdirektor. Wie ist Ihr erster Eindruck von Saalfelden?

„Ich bin sehr positiv überrascht. Saalfelden hat extrem viel aufgebaut und initiiert in den letzten Jahren. Die Infrastruktur ist genial. Der Ort liegt sehr zentral, ist von allen Seiten leicht erreichbar und hat dadurch einen gewissen Vorteil. Es bewegt sich einiges im Tourismus und man spürt, dass sich die Region in einem wirklichen Aufschwung befindet. Das zeigen vor allem infrastrukturelle Projekte wie die Planung der Mountainbike WM 2012 und die Hotelererweiterungen beim Ritzenhof und Saliterhof. Die Region verfügt über Top-Betriebe, auf denen in touristischer Hinsicht jedenfalls aufgebaut werden kann.“

Was sollte in touristischer Hinsicht verbessert werden?

„Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer. Christian Kresse hat in seiner Tätigkeit als Tourismusdirektor viel in infrastrukturelle Projekte und auch sehr viel Zeit in die Kooperation Saalfelden-Leogang investiert. Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, das Ganze in marketingtechnischer Hinsicht noch zu professionalisieren. Die Mountainbike WM wird ein großes Projekt. Ein weiteres Ziel ist es, Events auszubauen und abzusichern, sodass sie weiterhin erfolgreich durchgeführt werden können.“

Welche touristischen Ansätze sollten in Saalfelden verfolgt werden?

„Die Kompetenzen und Spitzenleistungen sind klar. Das sind einerseits die Nordischen Disziplinen, wo sich Saalfelden bereits eine starke Position aufbauen konnte. Diese sind mit Sicherheit noch ausbaufähig. Wir haben Schulen, die im Nordischen Wintersport sehr stark sind. Als weiteren Schwerpunkt sehe ich den Wandertourismus, der noch ausgebaut werden kann, und das Mountainbiken im Sommer. Kultur ist ein Aufhänger mit dem Jazzfestival. International ist Saalfelden das Aushängeschild für Kulturtourismus im Alpenraum. Die Österreich Werbung verwendet das Jazzfestival gerne als Werbesujet, da steckt schon etwas dahinter.“

Die Mountainbike WM wird also in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt für unsere Region sein?

„Mit der erfolgreichen Abwicklung der Mountainbike WM wird hoffentlich ein Hype entstehen, der sich nachhaltig nützen lässt. Zum Schluss soll eine Strecke bestehen bleiben, die sowohl von Touristen als auch von Einheimischen genützt werden kann.

Neue Ideen

„Es sind schon viele Ideen wie die Mountainbike WM und die Absicherung des Jazzfestivals vorgegeben. Im Moment gilt es an den Kompetenzen zu feilen und Kompetenzzentren zu schaffen. Es ist an der Zeit einen Bewusstseinsprozess einzuleiten: Wo sind wir, wo wollen wir hin? Und hier ist es wichtig einen Input von der Bevölkerung zu bekommen, wo es in Zukunft hingehen soll. Erfolgreiche Projekte sind immer auf motivierte Menschen zurückzuführen.

Die größte Herausforderung als Tourismusdirektor wird sein …

„… ordentlich zu kommunizieren. Menschen an einen Tisch zu bringen. Kommunizieren ist in meinem Beruf die größte Herausforderung. Meine erste Initiative, die ich setzen möchte, ist ein Tourismusworkshop, um die Kommunikation nach innen zu stärken. Ich möchte die Orte, Vermieter und touristischen Leistungsträger an einen Tisch bringen. Tourismus steht und wächst mit der Bevölkerung. Jeder ist betroffen, nicht nur der Tourist, sondern auch die Bevölkerung profitiert von einer guten Infra- und Suprastruktur.“

Auf jeden Fall von meinen Mitarbeitern erwarte ich…

„… weiteres Engagement. Wir haben junge Mitarbeiter, die sehr dynamisch sind und viele Ideen haben. Sie sind alle Idealisten, die viele Überstunden für den Tourismus machen. Das erwarte ich auch weiterhin. Ich bin selber ein begeisterter Touristiker und arbeite gerne mit jungen Leuten zusammen, die den gleichen Enthusiasmus zeigen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft sehe ich darin, dass sich Saalfelden zu einer Tourismusdestination entwickelt, zu der aufgeschaut wird und die Maßstäbe setzt. Im Kulturbereich tun wir das schon mit dem Jazzfestival und dem Kunsthaus Nexus. Ich glaube, dass diese Vorreiterstellung auch im Nordischen Bereich möglich ist. Aus touristischer Sicht ist dieser Sektor auf jeden Fall noch ausbaufähig. Dasselbe gilt für den Mountainbikesport.

Autorin: Elisabeth Voithofer

Bild: Bernhard Pfeffer

Nichtraucherschutz made in Austria

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , , ,
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Seit 1. Juli gilt in der Gastronomie das Tabakgesetz, das den Schutz von Nichtrauchern vorsieht. Wie sieht es bei den Saalfeldner Gastronomen mit der Umsetzung aus? Eine Bestandsaufnahme.

Theorie …

Hintergrund des Tabak- und somit Nichtraucherschutzgesetzes ist der Umstand, dass auch das Einatmen von „Nebenstromrauch“, wie es der Gesetzgeber nennt, also das Passivrauchen, gesundheitsschädlich ist. Und davor sollen die Menschen, vor allem die Nichtraucher und das Personal in Betrieben, geschützt werden. Nun wäre das Ganze natürlich kein österreichisches Gesetz, wenn es dazu nicht auch eine österreichische Lösung in Form von Ausnahmeregelungen gäbe. Denn wenn es sich bei den Gastronomieräumen um nur einen Raum handelt und dieser kleiner als 50 m² ist, kann der Betreiber selbst entscheiden, ob dieser Raum ein Raucher- oder Nichtraucherraum ist. Die gleiche Regelung gilt für gastronomische Betriebe mit nur einem Gastraum, der eine Grundfläche zwischen 50 und 80 m² hat und wo eine Raumteilung zur Schaffung eines Raucherzimmers aus baulichen, feuerpolizeilichen oder denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig ist. In Ein-Gastraum-Lokalen mit einem Gastraum größer als 80 m² gilt grundsätzlich Rauchverbot. In kleinen Räumen, in denen es also noch mehr raucht als in großen, müssen die Nichtraucher oder das Personal nicht vor dem „Nebenstromrauch“ geschützt werden. Klingt komisch, ist aber so.

Wenn ein Lokalinhaber die neue Regelung nicht einhält, muss er mit Sanktionen rechnen. Denn wenn man gegen ein Gesetz verstößt, wie etwa bei zu schnellem Fahren, wird man bestraft. Im Falle des Tabakgesetzes sowohl Wirt als auch Gast mit Strafen bis zu € 10.000 bzw. € 1.000. Nun wären wir aber nicht in Österreich, gäbe es nicht auch einen Graubereich hinsichtlich der Zuständigkeit: Denn der Gesetzgeber hat der Polizei keine Mitwirkungspflicht gegeben, um das Gesetz zu exekutieren, sprich in Lokalen zu kontrollieren. Somit wäre eigentlich – im Fall von Saalfelden – die BH Zell am See für die Kontrolle zuständig. Diese hat aber wiederum nicht genügend Personal dafür. Klingt noch komischer, ist aber trotzdem so.

Nach wie vor blauer Dunst in vielen Lokalen - der Gesetzgeber macht`s möglich.

Nach wie vor blauer Dunst in vielen Lokalen - der Gesetzgeber macht`s möglich.


… und Praxis

Wie sieht die Situation aber nun in Saalfelden aus? An der Umsetzung mangelt es kaum, nahezu alle Gastronomen der Restaurants haben eigene Raucher- sowie Nichtraucherräume. Einzelne kleinere Restaurants bitten ihre Gäste, erst nach dem Essen oder etwa erst ab 21 Uhr zu rauchen. In einigen Betrieben hat man bereits seit längerer Zeit auf Nichtraucher umgestellt und ist sehr zufrieden damit, sowohl seitens der Gäste als auch der Wirte. Gerade in der Speisengastronomie weiß der Großteil die Nichtraucherbereiche sehr zu schätzen, und das betrifft sogar Raucher.

Etwas anders sieht die Situation in den Nachtlokalen aus, denn dort lautet der Grundtenor der Wirte anders: Ein Rauchverbot würde einen Umsatzeinbruch bedeuten, da der Anteil an Rauchern so groß sei. Zudem ist die Barkultur für die meisten Nachtlokalbetreiber auch eng mit der Raucherkultur verbunden. „Wenn ich im Monat um € 3.000 Zigaretten verkaufe, zeigt mir das mehr als deutlich, dass unser Publikum zum Großteil aus Rauchern besteht“, so ein Lokalbesitzer. Dass in der Speisengastronomie nicht geraucht würde, begrüßen aber alle, sogar Raucher selbst.

Trotzdem: Nahezu jeder Gastronom wünscht sich eine einheitliche Lösung seitens des Gesetzgebers und nicht dieses „Wischi-Waschi Gesetz“, wie viele es bezeichnen. Denn die unterschiedlichen Lösungen anhand der Lokalgröße stuft ein Großteil der Wirte als wettbewerbsverzerrend ein. „Wenn ein Raucherpärchen kommt und die merken, dass man bei mir nicht rauchen darf, wechseln sie das Lokal“, so ein weiterer Lokalbetreiber, der auf Grund der Lokalgröße auf Nichtraucher umstellen musste. Einzelne Gastronomen gehen sogar so weit, ihre Räumlichkeiten zu verkleinern, um ein Raucherbetrieb bleiben zu können und keine Umsatzeinbrüche hinnehmen zu müssen.

Fazit

Während sich in der Speisengastronomie der Großteil der Wirte samt Gästen zufrieden über die Umsetzung des Gesetzes und die Nichtraucherräume zeigt, kann man sich in den Nachtlokalen nur schwer mit der Regelung anfreunden. Die meisten Nachtlokale fallen in die „50 m²-Regelung“, auch wenn man da vereinzelt alle Hühneraugen zudrücken muss. Aber wie heißt es so schön: Wo kein Personal, da kein Richter. Oder so ähnlich …

Autor/Bild: Mario Steidl

Stechaubauer – ein Biohof der ersten Stunde

Verfasst von Mario Steidl | Tags: , , , , , , ,
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„Bio“ ist in aller Munde. Doch was macht “Bio” eigentlich aus? Wer sind die produzierenden Menschen, die hinter dieser Lebensphilosophie stehen? Blog-Redakteur Mario Steidl hat den Biohof Stechaubauer in Wiesersberg besucht – und war schwer beeindruckt.

Michael Haitzmann sen. hatte den Hof bereits 1959 von seinem Vater übernommen. Eigentlich lief alles ganz gut, trotzdem war er nicht ganz zufrieden. So beobachtete er etwa, dass die Kühe lieber entlang den Zäunen in den feineren Beständen grasten, als mitten im Feld ins fette Gras zu beißen. Denn: Die bunte Vielfalt von Gräsern und Kräutern in den Wiesen schwand immer mehr. Der wohl bedeutendste Einschnitt für Michael Haitzmann sen. war aber dann die Begegnung mit Dr. Müller aus der Schweiz, der ihn in Wiesersberg besuchte und ihm über die Biogenossenschaft und die Bio-Betriebe in der Schweiz erzählte. Der anfängliche Unglaube, dass man auch ohne Kunstdünger hohe Erträge erzielen konnte, ließ ihn in die Schweiz reisen, um sich selbst davon zu überzeugen. Von da an setzte Michael Haitzmann nur mehr auf natürlichen Dünger, nämlich auf Gesteinsmehl des Saalfeldner Diabas, das in seiner Zusammensetzung dem fruchtbaren Nilschlamm gleicht sowie Mist und Kompost des eigenen Betriebes. Eine leichte Zeit war das damals nicht, sondern eher hart verdientes Brot. Denn er durfte sich als Spinner abtun lassen und erhielt keinen Cent mehr bezahlt als für herkömmliche Produkte und auch keine Förderungen. Dafür aber bald Besuch vom Rektor der Hochschule für Bodenkultur, Prof. Herbert Franz, oder der sehr interessierten Dr. Libiseller von der Landwirtschaftlich-Chemischen Versuchsanstalt in Wien, die die Fortschritte beobachteten. Und ein sehr kritischer Ing. Fill von der Düngeberatungsstelle Innsbruck teilte dem Biobauern Haitzmann nach einigen Jahren Skepsis mit: „Was ich bei dir jetzt mitverfolgt habe, da muss ich gestehen, dass ich auf dem falschen Posten bin.“

Martin Haitzmann ist Biobauer in dritter Generation - das gibt es wohl auf wenigen Höfen

Martin Haitzmann ist Biobauer in dritter Generation - das gibt es wohl auf wenigen Höfen

Der Sohn Michael – damals noch halb ein Bub – machte ein Praktikum beim Biobauern Dähler in der Schweiz, und wollte seine Erfahrungen prompt in Saalfelden umsetzen, auch wenn das Klima und die Böden hier nicht unbedingt optimal dafür sind und der Ackerbau in Saalfelden schon damals de facto verschwunden war. Wovon alle abrieten, genehmigte wiederum der Vater. Anfangs hat vieles tatsächlich nicht geklappt, doch aus der damaligen “Wahnsinnsvorstellung” von einer Kartoffelernte um die 1.000 Kilo wurden mittlerweile 50.000 (!) pro Jahr. Und mit dem Gemüseanbau kam auch der Ab-Hof-Verkauf und so steht die Nahversorgung in der Region mittlerweile im Mittelpunkt der Vermarktung.

Wo liegt aber nun der Unterschied zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft? Davon abgesehen, dass keine chemischen Stoffe für Düngung und Pflanzenschutz verwendet werden, geht es vor allem um den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen. Das heißt konkret: Die Bewirtschaftung der Äcker erfolgt in einem Kreislauf von fünf Jahren. Begonnen wird mit Feldfrüchten, die dem Boden besonders viel Stickstoff entziehen, in den Folgejahren wird die Bepflanzung mit jenen Früchten fortgesetzt, die davon weniger benötigen. Nach drei Jahren Bepflanzung kann der Acker weitere drei Jahre “rasten”. Er wird während dieser Phase mit Hafer und Klee besetzt. Dieser dichte Bewuchs nimmt dem Boden den Stress, der durch Fruchtbepflanzung und Bearbeitung gegeben ist und lässt diesen auch hinsichtlich des Humusaufbaus sich regenerieren. Klee und Hafer eignen sich zudem hervorragend als Futter für die 23 Milchkühe, 25 Kälber und die 10 Schweine, deren Ausscheidungen wiederum als Dünger dienen – womit sich ein natürlicher Kreislauf schließt. Apropos Düngung: Düngung und Bodenleben sind zwei Schlüsselwörter für die Biobauern. Wie darf man das verstehen? Vereinfacht dargestellt wird in der konventionellen Landwirtschaft die Pflanze direkt gedüngt, und zwar chemisch. Der Boden dient eigentlich nur als Träger der Pflanze. In der biologischen Landwirtschaft wird sozusagen das Bodenleben “gefüttert” und zwar mittels der Einbringung der Pflanzenreste sowie mit dem schon angesprochenen Bepflanzungskreislauf und nicht zuletzt mit tierischem Dung. Der so natürlich angereicherte und mit gesunden Mikroorganismen überfüllte Boden düngt wiederum die Pflanze – eine künstliche Düngung ist nicht nötig. In der konventionellen Landwirtschaft sieht Michael Haitzmann die Zukunft weniger rosig: „Stickstoffdünger wird aus Erdöl hergestellt, das ohnehin nicht mehr ewig verfügbar sein wird. Kann dieser Dünger nicht mehr produziert werden, werden auch die Erträge zurückgehen, ebenso, wie der nutzungsfähige Boden durch die Überdüngung zurückgehen wird.“

Die erwähnten Tiere werden übrigens ebenso natürlich gehalten: Die Henderl graben im Gras ihre Mulden, in denen sie ein Sandbad nehmen, die Schweine wühlen sich durch den Erdboden und die Kühe verbringen den Sommer stoisch vor sich hinkauend auf den Weiden. Glückliche Tiere also wie aus dem Bilderbuch.

Dass biologische Landwirtschaft eng mit Klimaschutz verbunden ist, erklärt mir der Jungbauer Martin. Denn als Biobauer betreibt man aktiven Humusaufbau, der Co2 bindet. Sowohl die Pflanze selbst als auch die Erde binden Kohlenstoff. Durch die organische Verwertung der Trägerpflanzen, also die Wiedereinarbeitung in den Boden wird der Kohlenstoff gespeichert, bleibt also im Boden. In Österreich könnten allein durch Kompostierung 200.000 Tonnen CO2 pro Jahr im Boden gespeichert werden.

„Bio“ muss natürlich auch kontrolliert werden: Es gibt eine EU-Bioverordnung, einen Vertrag mit einer staatlich anerkannte Kontrollstelle, die diesen auch überwacht, und dann ist der Stechaubauer auch noch Mitglied beim Verband „Bio Austria“, der die Richtlinien noch höher ansetzt.

Dass “Bio” nun gesünder ist, steht außer Frage, aber warum schmeckt es eigentlich besser? Ganz einfach: Weil die künstliche Düngung fehlt, wächst die Pflanze eben nicht in Rekordzeit und bildet keine so großen Zellen, die viel Wasser speichern. Biologische Pflanzen wachsen langsamer und sind dadurch auch geschmacksintensiver. Dass “Bio” etwas teurer ist als Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, liegt auf der Hand, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Unkraut etwa kann nicht mit chemischen Mitteln einfach beseitigt werden, sondern muss tatsächlich händisch oder mechanisch entfernt werden. Die Erträge sind nicht so hoch und auch das Reifen der Früchte dauert länger. Und es handelt sich ja auch nicht um eine industrialisierte Massenproduktion. Aber dieser etwas höhere Preis wird von allen Kunden angesichts der deutlich höheren Qualität und dem Wissen um Herkunft und nachhaltiger Bewirtschaftung gerne in Kauf genommen. Denn wie natürlich ist es eigentlich, dass ein „Ja!Natürlich“- Brokkoli in gleich viel Plastik eingewickelt ist wie ein Siloheuballen oder dass man Paprika, Zucchini und Co im Fünfer-Plastik-Korb kaufen muss, auch wenn man nur ein Stück braucht? Beim Stechaubauern erhalten Sie auch eine einzelne Karotte, ein Ei oder eine Zwiebel. Und sie fühlen sich beim Betrachten der Ware nicht wie in der Plastikabteilung …

Was nicht ganz einfach ist, ist die Kalkulation der Ernte, denn man kann nicht bis ins Detail planen, wie reichlich (oder auch nicht) diese ausfallen wird. Und man hat keinen Großabnehmer wie eine Supermarktkette, welche die gesamte Produktion abnimmt. Doch hier gibt es die vielleicht hart klingende aber logische Überlegung: „Bevor ich etwas unter seinem Wert anbiete und den Preis kaputt mache, bringe ich es gar nicht auf den Markt, wo es zu Abfall wird, sondern lasse es als Kompost auf dem Feld und reichere damit wieder den Boden an.“

Der Betrieb ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen, aber nicht nur auf Grund der Nachfrage, sondern allein schon wegen der Produktvielfalt: Denn sowohl dem Vater Michael als auch dem Sohn Martin steht die Leidenschaft ins Gesicht geschrieben, wenn sie von ihren Experimenten sprechen und diese stolz vorzeigen: Violette Paprika, Reisetomaten, chinesische Pfefferoni oder asiatische Blattgemüse werden angepflanzt. Aber auch Gemüse wie die Saubohnen, die man früher zum Füttern der Schweine anpflanzte oder die ein ‚Arme Leute Essen’ waren, sind heute wieder sehr gefragt. Und das macht Michael Haitzmann besonderen Spaß: Alte Produkte wieder zu entdecken.

Biologischer Landwirt zu sein ist für Michael Haitzmann auch eine Lebensphilosophie, denn er sieht den Beruf Bauer wie ein Handwerk, in dem die Individualität eine große Rolle spielt und die für ihn auch einer Erhaltung von Kulturgut gleich kommt: Denn je mehr man in die Großerzeugung geht, desto mehr geht diese Individualität verloren. „Früher hat vielleicht fast jeder Bauer Pinzgauer Käse produziert, aber jeder hat anders geschmeckt. Wenn nun eine Großmolkerei zwanzig verschieden Käse verkauft, ist das trotzdem nicht mehr die gleiche Vielfalt. Und ähnlich verhält es sich mit Gemüsesorten.“ Als Biobauer kann man auch nicht über das ganze Jahr alles anbieten, wie es in den Supermärkten Mode ist. Aber muss man tatsächlich im Februar Tomaten oder Gurken essen? Manches wird zwar zugekauft, aber stolz zeigt man sich trotzdem angesichts eines zum Teil sehr bewussten Kundenstocks, der sich dazu entscheidet, nur jene Produkte zu kaufen, die auch saisonal angepflanzt werden. Und so klein ist die Palette auch im Winter nicht: Einlagerungsfähiges Gemüse hält sich über Monate im eigenen Lager und im Glashaus lassen sich im ganzen Winter diverse Blattgemüse ziehen. Angebaut wird also fast das ganze Jahr über. Und ein Zuckerschlecken ist dieser Beruf auch nicht gerade. „Wir beginnen um sechs Uhr morgens und vor acht Uhr abends kommen wir im Sommer nie rein“, erzählt Martin. Ein 40-Stunden-Job ist das also nicht, aber die Freude daran wiegt das alles auf. Und im Winter ist es auch mal etwas ruhiger. Wir – das sind übrigens Martin mit seiner Frau Michaela, seine Schwester Mathilde, seine Eltern, Großeltern und manchmal noch Praktikanten aus der Landwirtschaftsschule.

Im Gegensatz zu nicht wenigen anderen gehört es für Michael dazu, sein Wissen auch weiterzugeben. „Am Anfang meiner ‚Karriere’ wollte ich mit Gewalt etwas Neues schaffen, wollte der Beste sein. Mit fortschreitendem Alter sehe ich das gelassener. Die Landwirtschaft ist eine Kulturform, wie man dem englischen Begriff ‚Agri Culture’ entnehmen kann. Jetzt geht es mir auch darum, überliefertes Wissen weiterzugeben. Und es macht mich schon sehr stolz, wenn alle vier meiner Kinder landwirtschaftlich tätig sind.“ Diese Wissensweitergabe geht noch weiter,  bei Vorträgen, zu denen ihn die Landwirtschaftsschulen einladen, und reicht bis hin zum Kunden, mit dem er bzw. die ganze Familie gerne mal einen Plausch hält und Fragen zu besonderen Sorten oder über deren Anbauweise beantwortet. Und das ist letztlich auch eine Besonderheit: Der “Verkäufer” – der zufällig zugleich auch noch der Produzent ist – nimmt sich Zeit für einen Plausch mit seinen Kunden. Versuchen sie das einmal in der Gemüseabteilung im Supermarkt …

Was passiert mit dem alten Bauhof?

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , ,
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Der Andrang der Investoren, die sich für das alte Bauhof Areal interessieren, hält sich in Grenzen. Derzeit werden wieder Gespräche mit Interessenten geführt.
Das alte Bauhof Areal

Im Frühjahr 2008 – also vor über zwei Jahren – ist der Wirtschaftshof in seine neue Heimstätte in Ramseiden übersiedelt. Seither wird das knapp 0,7 Hektar große ehemalige Bauhof Areal im Ortszentrum kaum genutzt. Im Auftrag der Stadtgemeinde und des Stadtmarketings wurde von der Beratungsfirma CIMA ein immobilienwirtschaftliches Stadtkernimpulsprogramm und eine „Pre-Feasibility-Studie” (Standort-analyse und Erhebung von wirtschaftlichen Eckdaten) erstellt. Gemeinsam mit lokalen Akteuren wurden auch konkrete Vorschläge für die Bebauung des alten Bauhofareals erarbeitet. Im Gespräch waren unter anderem ein City Spa Resort und eine Genussmarkthalle. Leider konnten keine Investoren und Betreiber für diese Projekte gefunden werden. Zu groß war das Risiko, zu unsicher die Rentabilität. Federführend bei der Investorensuche war die Firma CIMA, die sehr gute Kontakte in alle Wirtschaftszweige hat und auch andere Städte erfolgreich in Sachen Standortmarketing berät. Nicht zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise hielt aber bis jetzt viele Unternehmen von Investitionen ab.

Neue Ideen

Nun sollen auch angrenzende Grundstücke einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft und privater Grundeigentümer in das Konzept eingebunden werden. Im Gespräch ist derzeit ein innovatives gastronomisches Projekt mit einem Hotel. Auch über einen Musikpavillon samt öffentlichem Platz wird diskutiert. Fahrzeuge sollen in einer Tiefgarage parken können. Wichtig ist den handelnden Personen der Stadtgemeinde und des Stadtmarketings, dass die künftigen Projekte sich positiv auf die Belebung des gesamten Ortskernes auswirken. Das geht mit Wohnbebauung alleine nicht.

Warum kein Kino?

Saalfelden ist als Standort für ein Erlebniskino im Gespräch. Das alte Bauhof Areal ist für dieses Vorhaben leider nicht geeignet. Die hohe Verkehrsfrequenz eines Kinos und die Anrainersituation lassen den zentralen Standort für ein derartiges Projekt ausscheiden. Aber es gibt geeignete Plätze in unserer Stadt, über die derzeit mit Kinobetreibern verhandelt wird.

Bild: Bernhard Pfeffer

Der Ritzenhof – ein Haus mit Konzept

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , ,
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Die Bauarbeiten beim Ritzenhof schreiten zügig voran. Bereits im Oktober – rechtzeitig zu Beginn der Wellness-Saison – soll eröffnet werden.

Baustelle Hotel Ritzenhof

1980 eröffneten Hans und Elfriede Riedlsperger die Pension Ritzenhof. 1990 übernahm Sohn Hannes den Betrieb, 2003 erweiterten er und seine Frau Martina den Gebäudekomplex und wandelten den Beherbergungsbetrieb in ein 4 Stern-Hotel um. Die stetigen Weiterentwicklungen im Tourismus und die sich ändernden Bedürfnisse der Gäste ließen die Unternehmer nicht ruhen. Vor drei Jahren begann die Familie mit der Entwicklung eines neuen touristischen Konzeptes für das Hotel.

Im heurigen Frühjahr starteten die Bauarbeiten für den Umbau und die Erweiterung des Betriebes. Hannes Riedlsperger schloss mit der Stadtgemeinde einen Baurechtsvertrag über 60 Jahre ab, und so wurde auch öffentlicher Grund in sein Projekt integriert. Der Bauherr zu anfänglichen Bedenken der Bevölkerung: „Das Seeufer bleibt auch nach dem Umbau öffentlich zugänglich. Es gibt nur eine kleine hoteleigene Liegewiese, die mehrere Meter vor dem Ufer endet. Wir bezahlen einen handelsüblichen Pachtzins für die Nutzung des Gemeindegrundes. Da wurde uns nichts geschenkt“. Zu den Gesamtkosten des Vorhabens will Riedlsperger vorerst keine Zahlen nennen. Nur soviel, es gibt keinen Investor oder stillen Teilhaber im Hintergrund. Die Familie Riedlsperger finanziert das Projekt gemeinsam mit einer Bank.

Hotelier Hannes Riedlsperger

 

Gelebtes Konzept
Ein Lebensstil ausgerichtet auf Gesundheit und Nachhaltigkeit – das Konzept des neuen Ritzenhofes trifft den Zeitgeist der Gesellschaft. „Wir wollen unseren Gästen einen Mehrwert in ihrem Urlaub anbieten. Dazu gehen wir sehr individuell auf den Gast ein. Meine Frau Martina, eine Mitarbeiterin und ich haben zu diesem Thema sehr interessante Ausbildungen absolviert. Im Ritzenhof kommt nun ein von Ärzten entwickeltes Diagnoseinstrument zum Einsatz, welches für den Gast ein individuelles Programm für nachhaltige Regeneration ermöglicht. Dabei analysieren wir bei unseren Gästen die aktuelle Vitalität und gestalten danach entspannende Anwendungen und Freizeitaktivitäten oder Programme zur Aktivierung“. Aber nicht nur bei den Gästen wird Gesundheit und Wohlbefinden großgeschrieben. Auch für die Mitarbeiter gibt es eine eigene betriebliche Gesundheitsförderung, unterstützt von einem Fitnesscoach. Diese Initiative trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Angestellten bei, sondern wirkt sich natürlich auch positiv aus, wenn es darum geht, dem Gast die Philosophie des Hauses zu vermitteln. „Mir ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter vom Konzept des Hauses überzeugt sind. Auch meine Familie und ich praktizieren jenen Lebensstil, den wir unseren Gästen vermitteln. Ich persönlich habe die letzten Monate durch eine Ernährungsumstellung 14 Kilo abgenommen.“
Bei der Kulinarik wird im Ritzenhof ganz auf Regionalität gesetzt. Die Speisen sind ausgewogen und gesund, die Grundstoffe kommen von heimischen Anbietern. „Wir wollen unsere Gäste dafür sensibilisieren, wie sich richtige Ernährung, Bewegung und Lebensrhythmus positiv auf die Vitalität eines Menschen auswirkt“.

Architektur
Für die Architektur des Hauses zeichnet das Saalfeldner Büro Artelier 3 mit Architekt Ewald Heugenhauser verantwortlich. Wichtig war dem Hotelier, dass gemeinsam mit dem Architekten das touristische Konzept erarbeitet wurde und dies mit der Planung nun strikt umgesetzt wird. So ist eine durchgängige, einheitliche Linie gewährleistet. Die Architektur besticht durch schlichte Elemente, der Erholungssuchende soll keiner Reizüberflutung ausgesetzt sein. Eine zentrale Bedeutung hat der großflächige, unterirdische Wellnessbereich. Mit verschiedenen Saunatypen, Schwimmbereich, acht Anwendungskabinen für Massage und Beauty sowie Zugang zum Seebad ist er ein Highlight im Ritzenhof. Auch bei der Heizung setzt Riedlsperger auf Nachhaltigkeit. Die Gebäude werden nun mit Biomasse beheizt, nur zur Spitzenabdeckung kommt die bestehende Gasheizung noch zum Einsatz.
Bauleiter Peter Hagen zum Baufortschritt: „Unsere Aufgabenstellung ist vielschichtig und der Zeitdruck ist groß. Wir liegen trotzdem sehr gut im Zeitplan. Seit kurzem ist die Verkehrsverbindung zwischen Kollingwaldstraße und Ritzenseestraße wieder einspurig befahrbar. Die Seeterrasse und das Restaurant Ritzen sind ab 18. Juni wieder geöffnet“.

Personal gesucht
Der Personalstand des Hotels soll nun auf 40 Ganzjahresstellen verdoppelt werden. Derzeit feilt man am neuen Team und ist auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, von Schlüsselpositionen bis zu Teilzeitkräften.
Kontakt: Hotel Ritzenhof, Tel. 06582/73 806, Mail info@ritzenhof.at, www.ritzenhof.at.

Bilder: Bernhard Pfeffer