Mit ‘feuerwehr’ getaggte Artikel

Ehrenamt als Auslaufmodell?

Verfasst von Florian Hörl | Tags: , , , , , , , , , ,
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2011 ist das „Jahr der Freiwilligen“. Wir haben für Sie beleuchtet, ob die Bereitschaft für ehrenamtliche Tätigkeiten abnimmt, wie die Situation in Saalfelden aussieht und was die Wissenschaft zu diesem Thema sagt.

 

Laut einer Erhebung der Statistik Austria waren im Jahr 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

Laut Statistik Austria waren 2006 rd. 45 Prozent der Österreicher (ab 15 J.) ehrenamtlich tätig.

 

Sind wir eigensinniger geworden? Fauler? Warum interessieren sich die Jungen nicht mehr fürs Helfen? Vorurteile lassen sich schnell finden, wenn sich die Frage stellt, wie es um die Freiwilligkeit steht. Aber was ist dran an der Schwarzmalerei?

Freiwilligkeit als Kapital

Was Freiwilligkeit für die Gesellschaft bedeutet hat der US-amerikanische Sozialwissenschaftler Robert Putnam untersucht und dabei Folgendes in seinem Buch „Bowling alone“ (was frei übersetzt so viel bedeutet wie alleine auf der Kegelbahn zu stehen) veröffentlicht. Putnam behandelt den Niedergang der Freiwilligkeit in den USA und spricht in diesem Zusammenhang von „social capital“, also sozialem Kapital. Die Grundidee dahinter ist eine Verbindung zwischen Menschen, von der beide Seiten profitieren, vor allem, wenn man sich gegenseitig hilft. Freiwilligkeit schweißt uns also enger zusammen. Dieser Zusammenhalt scheint in den USA immer mehr verloren zu gehen, weil die Menschen sich isolieren und nicht mehr zusammen mit anderen Grillfeste organisieren oder in Vereinen mitarbeiten. Aber warum? Gründe sieht Putnam im Anstieg der Patchwork-Familien, wo scheinbar keine Zeit mehr für außerordentliche Arbeit bleibt. Auch der Medienkonsum nimmt mittlerweile einen beachtlichen Teil der Freizeit der Amerikaner ein. Zugegeben, die USA sind seit jeher ein Sonderfall, aber wie ergeht es uns Österreichern?

Die Zugpferde im Ort

In Saalfelden gibt es zahlreiche Zugpferde für die ehrenamtliche Tätigkeit. Eines davon, besonders für junge Menschen, ist die Landjugend Saalfelden. Seit beinahe 65 Jahren gibt es diese Gruppe, die sich aus jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 35 Jahren zusammensetzt. Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins wird durch gemeinsame Aktivitäten gefördert, aber auch die Arbeit nach außen nimmt einen großen Teil der gemeinsamen Zeit ein. Die Landjugend ist nicht nur an Feiertagen im Laufe des Jahres aktiv, sondern sammelt auch mit viel Engagement Spenden für bedürftige Mitmenschen. Derzeit hält der Verein bei knapp 60 Mitgliedern, die alle großen Einsatz zeigen und einen soliden Mitgliederstamm bilden.

Feuerwehrmann werden …

… will nicht nur ein kleiner Drache, sondern wollen auch viele junge Saalfeldner. Ortsfeuerwehrkommandant Ernst Schreder zeigt sich deshalb begeistert über die gute Jugendarbeit bei der Truppe. Ab 12 Jahren dürfen Mädchen und Jungs in die Freiwillige Feuerwehr eintreten und erhalten neben einer fundierten Ausbildung auch die Möglichkeit, bei allerlei Veranstaltungen mitzuwirken. Nach der Ausbildung in der Hauptwache kommen die jungen Feuerwehrleute dann zu ihren Löschzügen (Letting, Harham, Wiesersberg, Wiesing). Gründe für den regen Zustrom an Nachwuchs sieht Ernst Schreder zum einen im interessanten und abwechslungsreichen Alltag eines Feuerwehrmannes, aber auch in der Gemeinschaft innerhalb der Löschzüge. Vermittelt wird die „Message“ durch gute Öffentlichkeitsarbeit, sei es über Kooperationen mit Schulen oder dem alle zwei Jahre stattfindenden Kinderfest. Nicht umsonst besteht unsere Feuerwehr aus ca. 230 aktiven Helfern, die 45.000 bis 50.000 freiwillige Stunden bei Einsätzen, Übungen und Veranstaltungen zubringen.

Förderung der Schi-Jugend …

… ist die Aufgabe des Schiklubs Saalfelden, der nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Sportlich gesehen ist der Schiklub, immerhin einer der größten im Land, gut aufgestellt, an Nachwuchstalenten mangelt es also nicht. Auch die Betreuung der jungen Sportler funktioniert dank engagierter Eltern sehr gut. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Viele Eltern sind zwar mit vollem Einsatz dabei, gehen aber als Hilfe verloren, wenn ihre Kinder selbst nicht mehr aktiv sind oder in einen höheren Kader aufsteigen. So manche gute Zusammenarbeit wurde dadurch schon aufgelöst, wie Klaus Danzer, Obmann des Schiklubs, bedauert. Solang aber Kinder nachkommen, bekommt man immer wieder Eltern, die sich zur Mithilfe bereit erklären. Eine größere Herausforderung stellt die Abwicklung von Bewerben dar. Wenn man z.B. ein Slalomrennen ausrichtet, benötigt man nicht nur Personal für die Zeitnehmung und die Auswertung, sondern auch viele Torposten und jemanden, der im Ziel die Startnummern einsammelt. „Dort wird es zunehmend eng“, so Obmann Danzer. Seit Jahren gibt es einen beständigen Kern an Mitarbeitern. Seit Jahren fehlen aber auch junge Mitarbeiter, um die Routiniers einmal abzulösen.

Den Saalfeldnern …

… kann man ein gutes Zeugnis ausstellen, was freiwillige Mithilfe anbelangt. Zumindest ist es noch nicht so weit, wie manche vielleicht glauben wollen. Wie sich das Ganze entwickelt, bleibt abzuwarten. Bis dahin: Danke für die Mitarbeit und kommen sie gut nach Hause!

Autor/Bild: Florian Hörl

Wenn ein Fest zum Kult wird

Verfasst von Doris Echtinger | Tags: , , , , , , , , , ,
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Das erste Wochenende im Juli ist in Saalfelden seit Jahrzehnten für ein ganz besonderes Fest reserviert, das Lenzinger Waldfest. Der Wald wurde in den letzten Jahren weniger, der Kultstatus hingegen nicht.  
Die „Gerstbodner“ - ein eingeschworenes Team bei der Organisation des Waldfestes.

Die „Gerstbodner“ - ein eingeschworenes Team bei der Organisation des Waldfestes.

Bereits seit mehreren Generationen ist das Lenzinger Waldfest für viele Jugendliche und Junggebliebene das Highlight unter den Sommerveranstaltungen. Vom ehemaligen Klassenlehrer über den Onkel, auf den man sonst nur bei Familienfeiern trifft, bis hin zum Jugendflirt aus der Nachbargemeinde – beim Waldfest trifft man auf viele bekannte Gesichter. Es macht den Anschein, als sei der halbe Pinzgau einmal jährlich im Fuchswald versammelt. In Wahrheit sind es nicht ganz so viele Besucher, die von der Feuerwehr Wiesersberg und dem Sportklub Lenzing mit Grillhendl und Bier versorgt werden. Mit bis zu 6.000 Gästen an drei Tagen zählt die Veranstaltung aber zu den größten und auf jeden Fall zu den traditionsreichsten der Region. 
 
Die Entstehungsgeschichte 
 
Hans Lengauer, Mitorganisator des ersten Waldfestes im Jahr 1979, erinnert sich an die Überlegungen der damaligen Sportklub Funktionäre: „Wir wollten auf keinen Fall eine herkömmliche Bierzeltfeier veranstalten. Nachdem im Fuchswald ein schönes Waldstück zur Verfügung stand, das sich als Festgelände eignete, entschieden wir uns, ein Waldfest zu organisieren.“ Sektionsleiter Johann Heugenhauser, Fuchsbauer aus Lenzing, stellte dem Verein den Grund gegen eine geringe Entschädigung zur Verfügung. Auch am Hof von „Fuchs Hans“ wurden Lagerräume für Speisen, Getränke und Material eingerichtet. Die Besucher genossen das Ambiente und die urige Stimmung im Wald. Gepaart mit stimmungsvoller Livemusik und den legendären Waldfest Hendln, ergab das den Flair, der das Fest weit über die Grenzen von Saalfelden hinaus bekannt machte und von Jahr zu Jahr mehr Besucher anzog. 
Ein Trachtenpärchen im Wald steht seit mehr als dreißig Jahren für das Waldfest Lenzing.

Ein Trachtenpärchen im Wald steht seit mehr als dreißig Jahren für das Waldfest Lenzing.

Das Besondere  

Auch wenn Borkenkäfer und Stürme dem Fuchswald in den letzten Jahren stark zugesetzt haben und das Fest derzeit eigentlich nicht mehr im Wald stattfindet, konnte das spezielle Ambiente weitgehend erhalten werden. Hermann Untermoser, der aktuelle Leiter des Organisationskomitees, ist überzeugt: „So ein Festgelände wie beim Lenzinger Waldfest gibt es kein zweites Mal in unserer Gegend. Die Gäste fühlen sich nicht eingeengt, was bei einem herkömmlichen Bierzelt oft der Fall ist. Zusätzlich grenzen die Qualität der Musikgruppen, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und der Familiensonntag das Waldfest von anderen Events ab.“  

Das Besondere am Lenzinger Traditionsfest ist auch der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, wenn es darum geht bei der Veranstaltung mitzuhelfen. Hermann Untermoser freut sich, dass es immer genug freiwillige Helfer gibt. Viele Mitarbeiter sind mit dabei, obwohl sie von den Einnahmen, die dem Sportklub Lenzing und dem Feuerwehr Löschzug Wiesersberg zu Gute kommen, nicht direkt profitieren. Der Gewinn beim Waldfest wird zu einem großen Teil in den Fußballnachwuchs und in die Ausrüstung der Feuerwehr investiert.  

Großes Fest – großer Aufwand  

Für das Organisationskomitee dauert die Arbeit, wenn auch nur im Kleinen, das ganze Jahr über an. Bestellungen und Abrechnungen erfolgen Monate vor oder nach der Veranstaltung. Jetzt wurde bereits wieder eine Musikgruppe für das nächste Jahr gebucht. Sechs Wochen vor der Veranstaltung geht`s dann in die heiße Phase. Da beginnt jeweils an den Samstagen der Aufbau. Die letzte Woche wird durchgearbeitet. Zwei bis vier Tage nimmt der Abbau nach dem Fest in Anspruch.  

Der jährliche Besucheransturm, der auch bei typischem „Waldfest-Wetter“ mit Regen und niedrigen Temperaturen nicht abreißt, gibt den Veranstaltern Recht – das Waldfest hat auch ohne Wald seinen Reiz. Und solange das so bleibt und die Lenzinger Dorfgemeinschaft weiterhin zusammenhält, werden die Gerüchte über ein Ende des kultigen Festes nur Gerüchte bleiben.  

Autoren: Doris Echtinger, Bernhard Pfeffer
Bild: Barbara Heugenhauser
Grafik: Hans Lengauer

Bilder Gallerie ”Waldfest 1998″ (c Barbara Heugenhauser):

Üben für den Ernstfall – Großübung der Einsatzkräfte

Verfasst von Elisabeth Voithofer | Tags: , , , , ,
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Schnell die Lage eines Ernstfalles zu überblicken, wer benötigt welche Hilfe und die Verletzten schnell zu versorgen, das wurde bei der Großübung trainiert.

Am Samstag, den 24. Juli 2010, wurden die Feuerwehr Saalfelden sowie das Rote Kreuz Pinzgau zu einem Gefahrengutunfall am Bahnhof Saalfelden mit vorerst unbekannter Verletztenzahl alarmiert. Die Echtheit der Situation war beeindruckend. Das Szenario: Ein Oberleitungsturmwagen kollidiert mit einer Wagengruppe, in der sich beladene Waggons mit Gefahrengut befinden. 20 Menschen werden dabei zum Teil schwerst verletzt.

Nachdem der Fahrdienstleiter des Bahnhofes über die Rufnummer 122 den Notfall meldet, treffen binnen Minuten die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie des Roten Kreuzes bei strömendem Regen am Unfallort ein und finden ein Trümmerfeld mit beschädigten Gefahrengutwaggons und mit zum Teil schwer verletzten Personen, die zuvor täuschend echt geschminkt wurden und ihre Opferrolle unglaublich realistisch spielen, vor. Während die Feuerwehr mit der Versorgung der Verletzten und dem Stoppen auslaufender gefährlicher Stoffe beschäftigt ist, werden nach einem ersten Lagebericht weitere Rettungskräfte aus Zell am See und Saalbach nachgeordert. Es werden eine Sanitätshilfsstelle mittels Zelten errichtetet, um die „Verletzten“ im Zelt weiterversorgen zu können, bevor sie mit den insgesamt acht Einsatzfahrzeugen abtransportiert werden. Nach gut einer Stunde sind alle Verletzten versorgt und die Gefahr an austretenden Giftstoffen beseitigt.

Rund 160 Personen inklusive Darstellern des Roten Kreuzes nahmen am gut einstündigen Einsatz teil. Sowohl das Rote Kreuz als auch die Feuerwehr Saalfelden konnten bei dieser Übung wertvolle Erfahrungen für Realeinsätze gewinnen.

Text/Bilder: Elisabeth Voithofer