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Alarmstufe “weiß”

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
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Bis Ende Jänner fielen in Saalfelden rd. 3,5 Meter Schnee, Ein Ausnahmewinter, der dem Winterdienst-Team des Wirtschaftshofes viele Nacht- und Überstunden beschert. Gefordert sind auch Eigeninitiative und Verständnis von Seiten der Bürger. Das Gesetz unterstreicht diese Forderung mit eindeutigen Aufgabenzuweisungen.

1:30 Uhr: Winterdienst-Boss Georg Eisenmann nimmt das Handy und wählt die erste Nummer in seiner Liste. Mit der kurzen Ansage „Gua Moang, zum Schneerama is!“ weiß das Gegenüber, was zu tun ist. Eine halbe Stunde später stehen alle verfügbaren Mitarbeiter beim Wirtschaftshof bereit – mehr oder weniger munter. Die fünfte Nacht hintereinander beginnt die Arbeit um diese Zeit und endet erst einige Stunden nach Mittag. Es wird im Schichtdienst gearbeitet. Der Schneepflug steht nur mehr zum Tanken still. An Tagen wie diesen ist der Fuhrpark des Wirtschaftshofes 24 Stunden im Einsatz. LKWs, Fräsen, Unimogs, Radbagger, Kleinlader, Gehsteigpflüge. Über 220 km Gemeindestraßen und rd. 50 km Gehsteige müssen innerhalb kürzester Zeit befahr- und begehbar gemacht werden. Saalfelden ist gerüstet für die Alarmstufe „weiß“.

Privatstraßen sind Fleißaufgaben

Die Stadtgemeinde hat die Pflicht, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Straßen und Wege so zu bearbeiten, dass keine Schäden an Menschen und Sachen entstehen, die auf den mangelhaften Zustand der Verkehrsfläche und auf vorsätzliche oder grob fahrlässige Handlungen des Wegehalters zurückzuführen sind. So sieht es das Gesetz vor. Zahlreiche Bürger dürften der Annahme sein, dass die Gemeinde die Verantwortung und damit auch die Kosten für die Instandhaltung sämtlicher Verkehrsflächen im Gemeindegebiet tragen muss, berichtet Wirtschaftshofleiter Kurt Binder. „An Tagen mit starken Schneefällen erhalten wir viele Anrufe von Bürgern, die sich beschweren, dass die Straßen zu ihren Wohnungen und Häusern nicht geräumt sind. In den allermeisten Fällen betrifft das Privatstraßen, die vom jeweiligen Wegehalter zu räumen sind. Wir als Gemeinde müssen uns bei starken Schneefällen in erster Linie auf die öffentlichen Verkehrsflächen konzentrieren. Das ist unser gesetzlicher Auftrag. Erst wenn wir den erledigt haben, können wir – nach Maßgabe der betrieblichen Möglichkeiten – weitere Services anbieten.“

Kopfschütteln

Die Masse der Bewohner schätzt den Einsatz des Wirtschaftshofes und zeigt Verständnis, wenn die Arbeit des Schneepfluges zu Schneeablagerungen in der Hauszufahrt führt oder die Einhaltung der Nachtruhe nicht immer möglich ist. Einzelne hingegen sorgen für Kopfschütteln, berichtet Kurt Binder. „Es gibt tatsächlich Bürger, die Anzeige wegen Ruhestörung bei der Polizei erstatten, weil der Schneepflug die Straßen vor ihren Häusern von meterhohem Schnee befreit. Unsere Arbeit ist nur in den Nachtstunden möglich, weil die Leute erstens am Morgen bereits passierbare Straßen und Gehwege erwarten und zweitens die kommunalen Fahrzeuge im Tagesverkehr für ein Verkehrschaos sorgen würden. Da gibt es einfach keine Alternativlösung.“

Regelmäßig gehen auch Anrufe ein, dass Mitarbeiter des Wirtschaftshofes private Garagenzufahrten räumen sollen, weil der Schneepflug die Ausfahrt zugeschoben hat. „Dazu muss ich sagen, dass unsere Fahrer wirklich Rücksicht nehmen, wo es geht. Aber wenn in einer Wohnstraße auf beiden Seiten Zu- und Ausfahrten sind, muss der Schnee irgendwo hin. Aus diesem Grund ist die Ablagerung von Schnee auf Privatgrundstücken auch gesetzlich gedeckt. Die meisten Bürger verstehen, dass wir den Schnee aus den Wohngebieten nicht sofort via Fräse und LKW abtransportieren können. Sonst würden wir drei Tage brauchen, bis wir unser Wegenetz einmal durch hätten. Aber einige sind in dieser Frage sehr intolerant und sehen nicht ein, dass nicht alle Aufgaben die Gemeinde – und somit die Allgemeinheit – übernehmen kann.“

Kleine Ursachen – große Wirkung

Wenn viel Schnee fällt, müssen alle zusammenhelfen, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten. Gemeinde, private Unternehmen, Einsatzorganisationen und natürlich auch die Bürger. Für den Einzelnen sind es nur kleine aber in Summe sehr wichtige Punkte, auf die Rücksicht genommen werden muss. Der Schnee von privaten Zufahrten, Vorplätzen und Parkplätzen darf nicht auf Gemeindestraßen abgelagert werden. Diese Vorgangsweise ist gesetzlich verboten und muss von der Gemeinde bei Wiederholungstätern auch mit Anzeigen geahndet werden. Kurt Binder weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: „Autos, die über Nacht auf öffentlichen Verkehrsflächen parken, erschweren die Schneeräumung für meine Mitarbeiter wesentlich. Durch präzise Wettervorhersagen ist es im Normalfall möglich, den PKW über Nacht von öffentlichen Verkehrsflächen zu entfernen. 95 Prozent der Fahrzeughalter schaffen das, 5 Prozent werden wir weiterhin bei ihrem Lernprozess begleiten müssen.“

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 Von Rechts wegen

  • Die Verpflichtungen zur Schneeräumung und Streuung ergeben sich aus § 1319a des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Juristen sprechen dabei von der „Wegehalterhaftung“. Wegehalter ist im Regelfall der Grundeigentümer. Wenn durch den mangelhaften Zustand eines Weges ein Mensch zu Schaden kommt oder eine Sache beschädigt wird, haftet der Halter eines Weges, sofern er oder seine Leute vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt haben.
  • Anrainerpflichten gemäß § 93 Straßenverkehrsordnung (StVO):
    (1) Die Eigentümer von Liegenschaften in Ortsgebieten, ausgenommen Eigentümer von unverbauten, land- und forstwirtschaftlich genutzten Liegenschaften, haben dafür zu sorgen, dass die entlang der Liegenschaft in einer Entfernung von nicht mehr als 3 m vorhandenen, dem öffentlichen Verkehr dienenden Gehsteige und Gehwege einschließlich der in ihrem Zuge befindlichen Stiegenanlagen in der Zeit von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr von Schnee und Verunreinigungen gesäubert sowie bei Schnee und Glatteis bestreut sind. Ist ein Gehsteig (Gehweg) nicht vorhanden, so ist der Straßenrand in einer Breite von 1 m zu säubern und zu bestreuen. Die gleiche Verpflichtung trifft die Eigentümer von Verkaufshütten.
    (1a) In einer Fußgängerzone oder Wohnstraße ohne Gehsteig gilt die Verpflichtung nach Abs. 1 für einen 1 m breiten Streifen entlang der Häuserfronten.
    (2) Die in Abs. 1 genannten Personen haben ferner dafür zu sorgen, dass Schneewächten oder Eisbildungen von den Dächern ihrer an der Straße gelegenen Gebäude bzw. Verkaufshütten entfernt werden.
    (6) Zum Ablagern von Schnee von Häusern oder Grundstücken auf die Straße ist eine Bewilligung der Behörde erforderlich.
  • Bei Schneewächten oder Eisbildungen an Dächern stellt das Aufstellen von Warnschildern oder an die Hauswand gelehnte Latten nur eine Sofortmaßnahme dar, unabhängig davon ist der Hauseigentümer jedoch gemäß § 93 Abs 2 StVO verpflichtet, das Dach zu reinigen und die Schneewächtern sowie das Eis zu entfernen.
  • Leider muss immer wieder festgestellt werden, dass Anrainer ihren Schnee von Vorplätzen, Parkplätzen und Dächern auf die Gemeindestraßen räumen und so zu einer Verschärfung der angespannten Schneelage auf den Straßen beitragen. Das Ablagern von Schnee auf Gemeindestraßen ist gemäß § 92 StVO verboten. Wer trotzdem den Schnee von seinem privaten Bereich auf die Straße räumt, kann, abgesehen von den Straffolgen, zur Entfernung, Reinigung oder zur Kostentragung für die Entfernung oder Reinigung verhalten werden.
  • Der Eigentümer hat „Straßenschnee“ in privaten Gärten zu dulden, das besagt § 10 des Salzburger Landesstraßengesetzes: Die Besitzer der an die Straße grenzenden Grundstücke sind verpflichtet, den Abfluss des Wassers von der Straße auf ihren Grund, die notwendige Ablagerung des bei der Schneeräumung von der Straße abgeräumten Schnees einschließlich des Streusplitts auf ihrem Grund und die Herstellung von Ableitungsgräben, Sickergruben u. dgl. auf ihrem Besitz ohne Anspruch auf Entschädigung zu dulden.

Große Bauprojekte im Jahr 2012

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , ,
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In Saalfelden wird ständig gebaut. Irgendwo steht immer ein Kran. Das Stadtblatt hat versucht, eine Übersicht über die großen Baustellen im Jahr 2012 zu schaffen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit! 

Hochbau

Schulzentrum Saalfelden
Ort: Lofererstraße (Weiselfeld)
Bauzeit: Oktober 2010 bis Mai 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- 2012 wird das Sonderpädagogische Zentrum fertiggestellt
- Eröffnung des Schulzentrums mit Tag der offenen Tür im Juni 2012

Kletterhalle „Felsenfest“
Ort: Leogangerstraße (SK Sportanlage)
Bauzeit: Oktober 2011 bis Juni 2012
Bauherr: Kletterhalle Saalfelden GmbH
- 18 m hohe Halle
- 1650 m² Kletterfläche
- 150 m² Boulderfläche
- Bergsport Shop
- Restaurant
- Duschen, Sanitäranlagen
Mehr Infos: www.facebook.com (Suchbegriff „Kletterhalle Saalfelden)

Kletterhalle „Felsenfest“ - Eröffnung im Juli.

Kletterhalle „Felsenfest“ - Eröffnung im Juli.

 

Wohnanlage „Oberbräu“
Ort: Bräugasse (altes HTL Schülerheim)
Bauzeit: Herbst 2012 bis Winter 2013/14
Bauherr: Habitat Wohnbau GmbH/Wals
- 35 Wohnungen
- 2 Doppelhaushälften mit Tiefgarage
Mehr Infos: Projektleiter Karl-Heinz Rossmann, Tel. 0664/131 67 62

Bräugasse - Wohnanlage statt Schülerheim.

Bräugasse - Wohnanlage statt Schülerheim.

 

Schülerheim Saalfelden
Ort: Almerstraße (Schulareal HTL/HBLW)
Bauzeit: Aug. 2011 bis Aug. 2012
Bauherr: GSWB
- 182 Betten
- Verpflegungs-, Lern- und Freizeiträume
Mehr Infos: www.studentenheim.at/blog

Brückenbau

Sanierung Brücke B 311 – Saalach
Ort: B 311 über Saalach (Gewerbegebiet)
Bauzeit: Zweite Jahreshälfte 2012
Bauherr: Land Salzburg
- Generalinstandsetzung
- keine Fahrbahnsperren, Geschwindigkeitsbeschränkung in der Bauphase

Sanierung Brücke B 311 – ÖBB
Ort: B 311 über ÖBB Gleise (Höhe SIG)
Bauzeit: Zweite Jahreshälfte 2012
Bauherr: Land Salzburg
- Tragwerksverstärkung und weitere Sanierungsmaßnahmen
- B 311 zeitweise nur einspurig befahrbar, Geschwindigkeitsbeschränkung

Sanierung Rettenbachmühl-Brücke
Ort: Bsuch über Saalach
Bauzeit: Herbst 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Erneuerung Tragwerk

Fernwärmenetz

Lofererstraße
Ort: Polizei bis Schülerheim Oberbräu
Bauzeit: 5 Wochen – Termin noch nicht fix
Bauherr: Salzburg AG
- Ausbau des Biomasse-Fernwärmenetzes

Straßenbau

Generalsanierung Mühlrain
Ort: Mühlrain
Bauzeit: Frühjahr bis Sommerferien
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Fertigstellung der Kanal- und Straßenbauarbeiten Mühlrain/Ritzenseestraße

Asphaltierarbeiten Lenzing – Euring
Ort: Lenzing/Kirche bis Ortsende Euring
Bauzeit: ca. 1 Woche im Sommer

Asphaltierarbeiten Dilling – Schmieding
Ort: B 164 bis Abzweigung Hof
Bauzeit: ca. 1 Woche im Sommer

Wasser-, Kanalbau

Retentionsbecken Ritzensee
Ort: Ritzensee/Parkplatz Seerestaurant
- Unterirdisches Retentionsbecken zur Verhinderung von Überflutungen im Bereich Mühlrain/Ritzenseestraße

Entlastungskanal Bsuch/Breitenbergham
Ort: Bsuch/Breitenbergham
Bauzeit: 5 Monate ab Frühjahr 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Fertigstellung des 2. Bauabschnittes in Breitenbergham

Sportstätten 

Umbau Sportanlage Bürgerau
Ort: Sportanlage Bürgerau
Bauzeit: Beginn Herbst 2012
Bauherr: Stadtgemeinde Saalfelden
- Sanierung und Erweiterung der Sportanlage in der Bürgerau

Im Herbst startet die Sanierung der Anlage.

Im Herbst startet die Sanierung der Anlage.

Radwegbau 

Radweg Harham
Ort: Harham bis Auffahrt Örgenbauernalm und weiter über das Gewerbegebiet Harham
- Verbindung zwischen Harham und Maishofen kann bis auf ein 70 m langes Zwischenstück (keine Zusage der Grundeigentümerin zur Grundablöse) geschlossen werden.

Radweg Grünhäuslsiedlung
Ort: Grünhäuslsiedlung bis Raikasiedlung
- Nach Fertigstellung des Schülerheimes kann die Lücke zwischen Grünhäusl- und Raikasiedlung geschlossen werden.

Bildquellen: Habitat Wohnbau, Archiv Stadtgemeinde Saalfelden

Neues Jahr -neues Budget

Verfasst von Andrea Kupfner | Tags: , , , , , ,
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Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ebenfalls die im aktuellen Budget vorgesehenen Mittel. Mitte Dezember hat die Gemeindevertretung mehrheitlich den Jahresvoranschlag (das Budget) für 2012 beschlossen.

So entsteht ein Budget

Der Jahresvoranschlag, auch Budget genannt, ist ein verbindlicher Finanzplan für Verwaltung und Politik. Bereits im September jeden Jahres eruieren die Sachbearbeiter die voraussehbaren Ausgaben für das Folgejahr. Das passiert einerseits mit Erfahrungswerten, andererseits anhand von konkreten Kostenschätzungen und Angeboten. Der Leiter der Finanzverwaltung bespricht mit dem Bürgermeister und dem Finanzstadtrat die Eckdaten für einen Budgetentwurf (Kosten für Großprojekte, Anpassungen bei Steuern und Abgaben, Prognosen für Ertragsanteile usw.). Bis Ende Oktober werden die gesammelten Daten zu einem Budgetentwurf verarbeitet. Ein Jahresvoranschlag muss immer ausgeglichen sein – gleich viele Einnahmen wie Ausgaben. Beim Budgetentwurf ist das noch nicht der Fall, die Ausgaben überwiegen. Der nächste Schritt ist also, das Budget auszugleichen. Das erfolgt unter Einbindung der Vorsitzenden aller politischen Parteien. Es ist Zeit, Prioritäten zu setzen. Wie aus der Ausgabenpyramide (Grafik rechts oben) ersichtlich, gibt es für die Politik nur einen begrenzten Spielraum für Investitionen. Große Teile des Budgets sind mit Fixkosten belegt, die auf Grund der gesetzlichen Aufgaben einer Gemeinde entstehen. Für das Jahr 2012 stehen etwa die Fertigstellung des Schulzentrums Markt, aufwändige Straßen- und Kanalsanierungen und die Erneuerung der Sportanlage Bürgerau auf der Prioritätenliste. Die Letztverantwortung für einen ausgeglichenen Jahresvoranschlag trägt der Bürgermeister. Liegt ein ausgeglichener Haushalt vor, kommen die politischen Gremien ins Spiel. Der Jahresvoranschlag, der zu diesem Zeitpunkt ein Druckwerk mit mehr als 350 Seiten ist, wird zuerst dem Finanzausschuss und danach der Gemeindevertretung vorgelegt. Nach mehr oder weniger heftigen Diskussionen wird das Budget beschlossen. Als letzter Schritt muss die Gemeindeaufsicht des Landes Salzburg den Voranschlag genehmigen. Liegt diese Genehmigung vor, kann das neue Rechnungsjahr beginnen!

Im Jahr 2012 werden die Ausgaben der Stadtgemeinde rd. 35 Mio. Euro betragen.

Im Jahr 2012 werden die Ausgaben der Stadtgemeinde rd. 35 Mio. Euro betragen.

 

Zuschüsse notwendig

Nicht immer können Einrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden. Beispiele für Betriebe mit einem Ausgabenüberschuss sind Kindergärten und Schwimmbäder. Um etwa bei der Badeanlage Ritzensee ausgeglichen bilanzieren zu können, müsste der Preis für einen Tageseintritt statt derzeit 4,40 Euro auf 6,40 Euro angehoben werden. Damit die Eintrittspreise jedoch auf einem für die gesamte Bevölkerung leistbaren Niveau bleiben, wird auf Steuereinnahmen (Ertragsanteile an Bundessteuern, Kommunalsteuer, Grundsteuer usw.) zurückgegriffen.

 
 

Nicht immer können Gemeindeeinrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden.

Nicht immer können Gemeindeeinrichtungen gänzlich durch Gebühren finanziert werden.

 

„Ich wollte bewusst der Günter bleiben“

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , ,
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Am 27. Oktober 1996 gewann Günter Schied bei einer Stichwahl die Bürgermeisterwahlen in Saalfelden. Seither sind 15 Jahre vergangen. Höchste Zeit für eine Zwischenbilanz.

 

Vor 15 Jahren wurde Günter Schied zum Bürgermeister von Saalfelden gewählt.

Vor 15 Jahren wurde Günter Schied zum Bürgermeister von Saalfelden gewählt.

 

Herr Bürgermeister, Sie sind nun seit 15 Jahren im Amt. Wie sehr hat diese Funktion die Person Günter Schied verändert?

„Ich habe bewusst versucht, der Günter zu bleiben und den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Ich lege keinen Wert darauf, ein Trepperl über den Bürgern zu stehen. Deshalb hoffe ich, dass ich mich durch mein Amt nicht wesentlich verändert habe.“

Am Beginn Ihrer Amtszeit mussten Sie sehr viel dazulernen. Was waren die härtesten Brocken?

„Ich wollte es am Anfang jedem recht machen. Ich musste schnelI erkennen, dass das nicht möglich ist. Ich habe unterschätzt, wie viel man als Bürgermeister in der Öffentlichkeit steht. Das Auftreten vor vielen Leuten, das Reden und das Präsentieren waren mir am Beginn unangenehm. Jetzt sind diese Auftritte Routine. Außerdem konnte ich nicht gut mit Kritik umgehen, ich fühlte mich persönlich angegriffen und machte mir am Mittwoch bereits Gedanken, was wohl am Donnerstag in den Wochenzeitungen stehen würde. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit Kritik umzugehen und mir eine dicke Haut zugelegt.“

Was zählen Sie zu Ihren großen politischen Erfolgen? Wo haben Sie Niederlagen einstecken müssen?

„Meine ersten Projekte als Bürgermeister waren die Neugestaltung der Badeanlage am Ritzensee, die Saunasanierung und -erweiterung und die Errichtung des Langlaufzentrums. Diese Schritte sind mir als große Erfolge in Erinnerung geblieben. Im Laufe der Jahre kamen etliche Projekte hinzu, darunter die Errichtung des Kunsthauses Nexus und des Congress, zahlreiche Schul- und Kindergartensanierungen und die Ausweisung von Baulandsicherungsmodellen und Gewerbegebieten. Ich habe mich für die Einführung der Citybusse und die Stadterhebung eingesetzt. Ebenso zähle ich den Neubau des Wirtschaftshofes zu meinen großen persönlichen Erfolgen. Da hatte ich zu Beginn auch in den eigenen Reihen mit Gegenwind zu kämpfen.

Als Niederlage empfinde ich die Schließung der Biberg Schilifte und das Scheitern der „Löwen Lifte“. Dieses Liftprojekt sah die Verbindung von Saalfelden und Viehhofen mit Schiliften und -pisten vor. Leider konnten wir uns damals gegenüber der Landeskommission für Schilift-Erschließungen nicht durchsetzen.“

Das Amt des Bürgermeisters wirkt sich stark auf das Privatleben aus. Welche Opfer schmerzen am meisten?

„Es war nicht leicht, dass ich so wenig Zeit mit meiner Familie verbringen konnte. Auch die Zeit für mich selbst fehlte über weite Strecken. Ich habe erkannt, dass ich mir diese Zeit nehmen muss. Vor allem die sportliche Betätigung wurde mir immer wichtiger und ich habe begonnen, mir bewusst Zeit für mich selbst freizuhalten.

In der Funktion als Bürgermeister verschwindet die Privatperson fast gänzlich. Auf dem Berg, am Sportplatz, in der Sauna – überall wird man als Bürgermeister wahrgenommen und kaum mehr als Privatmensch. Anliegen werden in allen Lebenslagen und zu jeder Uhrzeit vorgebracht. Mit dieser Tatsache muss man leben können.“

Politik und Korruption – gibt es auch für einen Bürgermeister viele Versuchungen?

„Ich wurde eigentlich sehr selten mit einschlägigen Angeboten konfrontiert. An einen Fall am Beginn meiner Amtszeit kann ich mich noch erinnern. Da wollte ein Bürger große Grünlandflächen in Bauland umwidmen. Er erwähnte in einem Vier-Augen-Gespräch, dass natürlich auch für den Bürgermeister ein Bauplatz herausschauen würde.

Häufiger kommt es vor, dass Bürger mit dem Verweis ‚Ich bin immer ein treuer Wähler gewesen‘ oder ‚Wie du weißt, bin ich schon lange ein Mitglied deiner Partei‘ eine Entscheidung zu ihren Gunsten erwirken wollen. Mit solchen Hinweisen kann man aber bei mir nicht punkten.“

Wo liegen in nächster Zeit Ihre Schwerpunkte? Welche Projekte sind für Saalfelden wichtig?

„Ich setze mich für die frühestmögliche Umsetzung der Nord-Süd-Umfahrung ein. Ebenso ist mir eine Verkehrslösung in Richtung Maria Alm wichtig. Weit oben auf meiner Prioritätenliste steht auch eine moderne Sportanlage in der Bürgerau.“

Wird der Name Günter Schied auf dem Stimmzettel der Bürgermeisterwahlen 2014 stehen?

„Ich mache meine Arbeit noch immer sehr gerne. Ich werde rechtzeitig vor den nächsten Wahlen eine Entscheidung treffen.“

Bild/Text: Bernhard Pfeffer

Mehrheitlicher Beschluss für Umfahrung

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , , , , ,
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Mit 18 zu 7 Stimmen entschied sich die Saalfeldner Gemeindevertretung Anfang Oktober für die Umsetzung einer Nord-Süd-Umfahrung. Der Vorschlag eines Alternativpaketes auf Probe wurde abgelehnt.

 

Mit 18 zu 7 Stimmen entschied sich die Saalfeldner Gemeindevertretung Anfang Oktober für die Umsetzung einer Nord-Süd-Umfahrung.

Mit 18 zu 7 Stimmen entschied sich die Saalfeldner Gemeindevertretung Anfang Oktober für die Umsetzung einer Nord-Süd-Umfahrung.


Der Sitzungssaal des Rathauses war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Bgm. Günter Schied den Tagesordnungspunkt „Verkehrslösung Nord-Süd, Umfahrungsvariante 16 oder Alternativpaket” verlas. Mehr als zwei Stunden wurde über den Punkt diskutiert. Auch über das vier Tage vor der Sitzung aktualisierte Angebot von Verkehrslandesrat Wilfried Haslauer. Bei einer kurzfristig anberaumten Besprechung versprach Haslauer den Saalfeldner Parteispitzen eine Umsetzung von Pförtnerampeln, Kreisverkehrertüchtigungen und Begegnungszonen ab dem Jahr 2012. Zusätzlich räumte er ein, dass bei einem Misserfolg des Alternativpaketes – eine Erfolgsbestimmung sollte im Jahr 2015 stattfinden – die Nord-Süd-Umfahrung weiterverfolgt werde. Falls dann doch eine Umfahrungsstraße gebaut würde, müsse die Stadtgemeinde die Kosten für die Umsetzung der Begegnungszonen an das Land zurückzahlen, so der Vorschlag von Haslauer. Genaue Kennzahlen, an Hand derer Erfolg oder Misserfolg bestimmt werden könnte, lagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

Nachdem zahlreiche Argumente ausgetauscht waren, fand eine geheime Abstimmung über vier Anträge statt. ÖVP und Grüne beantragten jeweils alternative Verkehrslösungen statt einer Umfahrung. Die FPÖ forderte in ihrem Antrag eine Bürgerbefragung zum Thema. Die Anträge von ÖVP, Grüne und FPÖ wurden mehrheitlich abgelehnt. Folgender Antrag der SPÖ wurde mit 18 zu 7 Stimmen beschlossen:

„Die Stadtgemeinde Saalfelden beschließt die letztprojektierte Umfahrung für Saalfelden (Variante 16) mit den bestmöglichen Lärmschutzmaßnahmen (Einhausung im Bereich Gründbühel und im Siedlungsbereich – südliche Zellerstrasse, Saalach- u. Biberweg, westliche Kohlengasse) sowie Begleitmaßnahmen im Bereich Kehlbach/Haid (Kreuzungsfreie Zu- und Abfahrt, Lärmschutzmaßnahmen für die Anrainer) und ersucht das Land Salzburg, diese Umfahrung laut Regierungsbeschluss der Salzburger Landesregierung (Spätherbst 2003) umzusetzen.”
 
Foto/Text: Bernhard Pfeffer

Besuch in der Vogelsangschule

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , , ,
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Seit 2009 gibt es in Saalfelden eine private Gesamtschule der besonderen Art. Das Stadtblatt hat der Vogelsangschule, einer pädagogischen Einrichtung für selbstbestimmtes Lernen, einen Besuch abgestattet.

 

Flor Ariana (6 Jahre) - hier im Mathematik Unterricht - bestimmt ihr Lerntempo selbst.

Flor Ariana (6 Jahre) - hier im Mathematik Unterricht - bestimmt ihr Lerntempo selbst.


Für jemanden, der die straffen Strukturen einer staatlichen Hauptschule genossen hat, ist die Vogelsangschule wie eine andere Welt. Bin ich schon in der Schule oder noch in der Wohnung des Direktors? Es ist so ruhig. Die ersten Schüler queren meinen Weg. Nach und nach treffen weitere Kids ein. Eine Schulglocke gibt es genauso wenig wie Hausaufgaben, Schularbeiten und Zeugnisse. Die Stimmung ist gut, das zeigt auch das Barometer im Flur an. Alle wirken zielstrebig und beschäftigt, keine Spur vom Chaos, das sich ein Außenstehender beim ersten Besuch in einer „Alternativschule“ erwartet. Forscherkreis, Lernatelier, Schulparlament – nein, auch die Begriffe am Stundenplan erinnern nicht an die eigene Schulzeit. Direktor Erich Dümler hat nicht zu viel versprochen, die Vogelsangschule ist eine Privatschule der besonderen Art.

Das pädagogische Konzept

„Wir gehen sehr individuell auf unsere Schüler ein“, erklärt der Direktor. „In den Primaria-Stufen steht vor allem das Prinzip ‚Tun vor Begreifen‘ im Vordergrund. Die Kinder sollen Gesetzmäßigkeiten durch das Tun begreifen und nicht durch den Kopf analysieren. Das führt auch zur besseren Wahrnehmung der Sinne. Unser pädagogisches Konzept basiert auf den Erkenntnissen von Maria Montessori und weiteren Reformpädagogen. Wir sind aber weder eine Montessori- noch eine Waldorfschule. Wichtig ist, dass die Kinder das Lerntempo selbst bestimmen und sich entsprechend ihren Talenten entwickeln. Das erleichtert dann auch die Berufs- oder Schulwahl nach der Pflichtschulzeit.“

Ausführliche Informationen

erhalten Sie am 21. November 2011, 20 Uhr, bei einem öffentlichen Infoabend in der Schule.

Daten und Fakten

  • Der Name “Vogelsang” stammt vom ersten Domizil der Schule, dem “Vogelsanghof” in Leogang
  • Privatschule mit Statut für den Pflichtschulbereich (6 bis 15 J.)
  • Lerngruppen: Primaria I (6 – 9 J.), Primaria II (9 – 12 J.), Sekundaria (ab 13 J.)
  • Derzeit: 2 Lernbegleiter, 14 Schüler
  • Schulgebühren/Monat: 250 Euro
  • Trägerverein: Verein Libelle, Obmann Erich Dümler, Tel. 06582/713 04
  • Standort: Bahnhofstraße 17 (Einfahrt Wiechenthalerweg)
  • Mehr Infos: www.vogelsangschule.at


Text/Bild: Bernhard Pfeffer

Auf der Suche nach einem Profil

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Für was stehen wir? Was sind unsere Stärken? Was unterscheidet uns von anderen? Diese und weitere Fragen möchte die Saalfelden Leogang Touristik (SALE) gemeinsam mit der Bevölkerung beantworten.


Jeder Mensch hat verschiedene Talente und Fähigkeiten, die ihn ausmachen. Die Summe aller Talente und Fähigkeiten ergeben den Charakter eines Menschen – in sich völlig einzigartig. Genau gleich verhält es sich bei einer Regionsmarke oder Destination. Die einzelnen Talente und Fähigkeiten, die historischen Stärken und Wurzeln zeichnen das Profil einer Feriendestination. Das Profil der Ferienregion Saalfelden Leogang ist derzeit sehr breit aufgestellt, für den Urlauber teils schwer erkennbar. Das möchten die heimischen Touristiker gemeinsam mit der Beratungsfirma Brand:Trust ändern.

Die Schritte zur Marke

Der erste Teil der Markenentwicklung besteht darin, die Talente und Fähigkeiten von Saalfelden Leogang zu finden. Tourismusobmann Hannes Riedlsperger beschreibt die Vorgehensweise: „Wir werden ca. 40 Menschen aus der Region befragen, wo sie die Stärken ihrer Heimatgemeinden sehen. Vom Bürgermeister zum Landwirt, vom Schilehrer zum Händler, vom Pensionisten zum Hotelier – Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Lagern sollen zu Wort kommen. Weiters werden bestehende Aufzeichnungen, Konzepte und Studien durchforstet. Am Ende werden alle Mosaiksteinchen zusammengetragen und zu Markenkernwerten (Charakter/Spitzenleistungen) verdichtet.“

Im zweiten Teil des Projektes werden Stammgäste und Besitzer von Zweitwohnungen zur Ferienregion befragt. „Spannend und sehr wichtig ist für uns auch die Sichtweise zur Region durch unsere langjährigen Gäste“, so der Tourismusobmann. „Weiters werden wir den Tourismusmarkt analysieren, um zu sehen, wo wir uns vom Mitbewerb abheben können. Auf Basis aller erhobenen Daten und einer sechsteiligen Workshop-Reihe mit dem Projektteam wird sich dann die Marken- und Regionspositionierung für Saalfelden Leogang herauskristallisieren. Dieses Ergebnis wird uns zeigen, worauf wir uns künftig konzentrieren müssen, eben das, was die Region ausmacht. Gleichzeitig werden sich aber auch Grenzen abheben, Grenzen, die wir einhalten müssen um authentisch zu bleiben. Es ist der Leitweg, der uns zeigt, wie künftig unser Tun und Handeln ausgerichtet ist, eben wie unsere Region die Dinge auf ihre Art und Weise anpacken muss.“

Erfolg nur mit der Bevölkerung

Nach Abschluss der Strategieentwicklung, bei der die Bürger miteinbezogen werden, liegt der Schwerpunkt der Markenentwicklung natürlich auf der Umsetzung. Wichtig ist, dass sich die Bevölkerung mit dem Konzept und der Marke identifizieren kann. Daher wird es im Anschluss regelmäßige Diskussionsrunden, Markenschulungen und Workshops geben, bei denen sich Bürger aktiv miteinbringen können. Hannes Riedlsperger ist sich sicher: „Wenn die Marke und deren Werte von der Bevölkerung mitgetragen werden, ist Saalfelden Leogang auf dem besten Weg, künftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Mit unseren eigenen Markenwerten sind wir auf dem besten Weg zur Entwicklung eines authentischen Tourismus, darauf aufbauend einer florierenden wirtschaftlichen Entwicklung mit der Bedachtnahme auf eine intakte Umwelt.“

Kein Wechsel an der Spitze

Geschäftsführer Stefan Pühringer bleibt weiterhin in seiner Position und wird die SALE auf dem Weg der Markenentwicklung durchgehend begleiten.

Text/Bild: Bernhard Pfeffer

Technical Park als Zukunftsprojekt

Verfasst von Andreas Rachersberger | Tags: , , , , , , , ,
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Wenn vom 29. August bis zum 9. September 2012 in Saalfelden und Leogang die Mountainbike-WM über die Bühne geht, soll mit dem Technical Park auch eine Sportanlage für die Zukunft stehen.

So soll die WM-Strecke in der Bürgerau aussehen. Der Technical Park ist als Dauereinrichtung geplant.

Luftbild von der geplanten WM-Strecke mit Technical Park.

 

Nach langem Hin und Her ist die Planung der Cross Country Strecke in der Bürgerau nun abgeschlossen. Trotz der Tatsache, dass sich das Vorhaben aufgrund von Widerständen einiger Interessensgruppen hinausgezögert hat, kam von Seiten des Weltradsportverbandes (UCI) kein Zweifel auf. Christian Rothart, Leiter des Organisationskomitees, dazu: „Erstaunlicherweise wurde vom internationalen Verband kein Druck ausgeübt. Mit der UCI läuft es derzeit wie in einer Partnerschaft. Sie haben gesehen, dass wir starke Anstrengungen unternehmen und unterstützen uns dabei.“ Der knapp 4,5 Kilometer lange Rundkurs weist 180 Höhenmeter auf und wird nur temporär für Wettkämpfe genutzt werden. Bei der Strecke gibt es bewusst keine Hochgeschwindigkeitspassagen sowie extrem schwierige Abschnitte, sie soll auch für U23-Fahrer bewältigbar sein. An sportlicher Attraktivität habe die endgültige Variante des Kurses gegenüber der ursprünglich geplanten Streckenführung nicht verloren, ist sich Rothart sicher. Der Start findet an der Lichtenbergstraße statt, um das Starterfeld bei einem langen Anstieg von Beginn an auseinanderzuziehen, die Zieldurchfahrt wird vor der Tribüne des Sportplatzes Bürgerau sein.

Nachhaltige Idee

Für die Nachhaltigkeit des Projekts soll ein sogenannter Technical Park sorgen, der auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern schrittweise bis zur Veranstaltung errichtet wird. Mit der WM selbst hat dieser zwar nichts zu tun, der Park soll aber zukünftig Saalfelden als Mountainbike-Standort repräsentieren und das Angebot in Leogang ergänzen. „Die Idee hinter dem Park ist, das Mountainbike fahren richtig zu lernen. Damit Neuanfänger bestimmte Hindernisse und Strecken bewältigen können, braucht man Übungsstationen“, klärt Mark Hauser, Streckenchef der Cross Country Strecke und Lehrer der Nordischen Skihauptschule, auf. Es wird drei verschiedene Rundkurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden geben, wo das Fahren über Hügel, Steilkurven etc. trainiert werden kann. Des Weiteren sind Geschicklichkeitsparcours geplant, wo die Biker lernen, auf schmalen Flächen die Balance zu halten. Hauser will seinen Schülern künftig den actionreichen Sport mithilfe des Parks näherbringen und das Biken in den Unterricht aufnehmen. Generell solle sich das Projekt auch in Richtung Vereinsarbeit orientieren. Im Vorfeld der WM kann sich Hauser gut vorstellen, allen interessierten Kindern die Möglichkeit zu bieten, an einem Probetraining teilzunehmen.

Der Wochenmarkt und der Hemmschuh

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , ,
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Viele Bürger entscheiden sich beim Wochenmarkt für Lebensmittel aus der lokalen Landwirtschaft. Das Stadtblatt ging der Frage nach, warum sich nicht mehr Landwirte für den Wochenmarkt entscheiden.

Nur rd. fünf Prozent der Saalfeldner Landwirte nutzen den Wochenmarkt.

Nur rd. fünf Prozent der Saalfeldner Landwirte nutzen den Wochenmarkt.

Der Saalfeldner Wochenmarkt ist für viele Bürger eine willkommene Anlaufstation, um sich mit Produkten aus der lokalen Landwirtschaft einzudecken. Hinter dem Ladentisch stehen jene Personen, die persönlich für die Qualität der Waren einstehen. Man vertraut seinem Gegenüber und zahlt auch gerne etwas mehr als im Supermarkt. In Zeiten von Genmanipulation und lebensgefährlichen Bakterien auf importiertem Gemüse sind Produkte aus der heimischen Landwirtschaft gefragter denn je.

Warum nicht mehr Landwirte?

Durchschnittlich 15 Anbieter treffen sich jeden Freitag am Rathausplatz, um ihre Produkte anzubieten. Etwas mehr als die Hälfte davon sind heimische Landwirte. Weniger als 10, bei mehr als 180 aktiven Landwirtschaftsbetrieben in Saalfelden. Warum sind es nicht mehr? Mit 2013 laufen die gültigen Agrar-Förderverträge (ÖPUL) aus. Was danach kommt, ist von der lokalen Bauernkammer bis zum Landwirtschaftsminister jedem klar: Die EU-Förderungen werden merkbar zurückgehen. Die Bauernkammer Zell am See rät ihren Mitgliedern bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen ab 2013 mit 20 Prozent weniger Fördermittel zu kalkulieren. Welche Schritte können Landwirte setzen, um weniger von Subventionen abhängig zu sein? Eine Lösung ist die Direktvermarktung an den Endverbraucher. Stadtgemeinde und Stadtmarketing schaffen dafür die Rahmenbedingungen in Form des Wochemarktes am Rathausplatz.

Der Hemmschuh

Erwin Kupfner ist Saalfeldner Ortsbauernobmann und hat selbst einige Jahre seine Produkte am Wochenmarkt verkauft. Er versteht die Zurückhaltung seiner Kollegen: „Ein Landwirt ist mit der Urproduktion – dazu gehören Mähen, Düngen, Füttern, Melken, Forstwirtschaft usw. – ausgelastet. Die Direktvermarktung ist ein eigener Beruf. Dafür bleibt in vielen Fällen nicht die Zeit. Weiters haben die meisten Betriebe nicht die geeigneten Räumlichkeiten und technischen Einrichtungen, um die gesetzlichen Vorgaben für die Lebensmittelproduktion zu erfüllen. Dazu wären große Investitionen notwendig.“ Kupfner führt auch die fehlende Absatzsicherheit auf einem Wochenmarkt als Problem an. „Was tun mit nicht verkauften Produkten, die nicht lange haltbar sind und einige Stunden bei hohen Temperaturen angeboten wurden?“ Insgesamt sieht der Ortsbauernobmann eher den Trend zum unselbstständigen Erwerb außerhalb der Landwirtschaft. Das ist für die Bauern der einfachere Weg und verspricht fixe Arbeitszeiten und Entlohnung, so Kupfner.

Umfahrung oder Alternativpaket?

Verfasst von Bernhard Pfeffer | Tags: , , , , , , , , ,
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2003 beschloss die Salzburger Landesregierung, dass Saalfelden nach Straßwalchen eine Umfahrung bekommt. Dieser Beschluss ist aufrecht. Doch nun bietet Verkehrsreferent Wilfried Haslauer eine Alternativlösung an.

16.000 Fahrzeuge fahren durchschnittlich pro Tag auf der B 311 durch Saalfelden

16.000 Fahrzeuge fahren durchschnittlich pro Tag auf der B 311 durch Saalfelden

16.000 Fahrzeuge fahren durchschnittlich pro Tag auf der B 311 durch Saalfelden. Diese Zahlen sind seit 2002 konstant. Es wird nicht wesentlich weniger, aber auch nicht mehr. Über 20.000 sind es an Spitzentagen, zum Beispiel an Samstagen in der Winter-Hauptsaison. Mit der bis vor kurzem aktuellen Umfahrungsvariante, die entlang der Saalach von Marzon bis Kehlbach führt, könnte ein Drittel des Durchzugsverkehrs vom Ortsgebiet auf die Umfahrungsstraße umgeleitet werden. Das belegen Gutachten von Verkehrsexperten. Eine Umfahrung des Ortsgebietes würde rd. 45 Mio. Euro kosten. Baubeginn wäre im Jahr 2016. Bei einem Treffen von Verkehrslandesrat Wilfried Haslauer mit der Saalfeldner Gemeindevertretung und den Pinzgauer Landtagsabgeordneten bestätigte Haslauer im Juni 2011, dass der Regierungsbeschluss aus dem Jahr 2003 aufrecht und verbindlich ist und dass eine Umfahrung Saalfelden vom Land finanziert werden kann.

Die Alternative

Das Land Salzburg bietet Saalfelden nun eine Alternative zur Umfahrung an. Ein Paket aus verschiedenen Maßnahmen, die laut Berechnungen und Simulationen eine merkbare Verkehrsentlastung für das Ortsgebiet bringen sollen. Verkehrsentlastung heißt nicht, dass weniger Fahrzeuge durch Saalfelden durchfahren würden, sondern dass jene Fahrzeuge, die durch Saalfelden fahren, das Ortsgebiet schneller passieren könnten und der innerstädtische Verkehr weniger vom Durchzugsverkehr auf der B 311 beeinträchtigt würde. Das Alternativpaket zur Ortsumfahrung könnte ab 2012 umgesetzt werden, kostet rd. 10 Mio. Euro und umfasst folgende Maßnahmen:

Pförtnerampeln

An den Ortseinfahrten der B 311 in Pabing und Saalfelden Süd würden Zählwerke in die Straße eingebaut. Ab einer Frequenz von mehr als 750 Fahrzeugen pro Stunde würden automatisch Ampeln aktiviert, die den Verkehr auf der B 311 so regeln, dass die Autos nur in Blöcken durch das Ortsgebiet fahren könnten. So hätten jene Verkehrsteilnehmer, die im Ortsgebiet über Kreisverkehre und Zufahrten auf die B 311 einbiegen bzw. die Bundesstraße queren wollen, bei den Rot-Phasen der Ampeln die Möglichkeit dies zu tun. Nach ersten Berechnungen der vom Land beauftragten Verkehrsplaner würden die Ampeln ca. 50 Sekunden rot sein und danach 40 Sekunden auf grün umschalten. Die Effektivität der Pförtnerampeln ist abhängig von der Umsetzung einer weiteren Maßnahme, dem Ausbau der Kreisverkehre.

Ausbau Kreisverkehre

Die Kreisverkehre „Interspar“ und „Moser“ würden so ausgebaut, dass ein zweispuriges Befahren möglich wäre. Beide Kreisverkehre müssten dafür auf einen Außendurchmesser von 40 m erweitert werden. Dafür wäre der Erwerb von privaten Grundflächen erforderlich.

Begegnungszonen im Zentrum

Innerörtlich würden am Stadtplatz und bei der Brandlbrücke neue Kreisverkehre errichtet. Dazwischen würden so genannte Begegnungszonen nach Schweizer Vorbild umgesetzt. Das heißt, es würde eine Tempo-30-Zone verordnet und sämtliche Zebrastreifen entfernt. Auch jener vor der Hauptschule Markt, der nach Aussagen von Experten ein wesentlicher Grund für den zähflüssigen Verkehr im Ortskern ist. Gleichzeitig würden die Rechte der Fußgänger und Radfahrer innerhalb der gesamten Begegnungszone gestärkt. Sie könnten überall und jederzeit die Fahrbahn queren, dürften jedoch die Fahrzeuge nicht unnötig behindern.

Mehr Geld für öffentlichen Verkehr

Eine Maßnahme, die tatsächlich für weniger motorisierten Individualverkehr sorgen könnte, wäre die Stärkung des öffentlichen Verkehrs im Pinzgauer Zentralraum (Bruck bis Saalfelden). Das Land würde jährlich zusätzlich 650.000 Euro in eine so genannte Linien- und Fahrplanoptimierung von Bus und Bahn stecken. Konkret wäre eine Busverbindung zwischen Saalfelden und Zell am See im Takt von 20 Minuten angedacht. Es würde auch in die Errichtung von zusätzlichen Haltestellen und Angebotsverbesserungen im Bereich der Schireisebusse investiert.

Maßnahmen im Großraum Pinzgau

Wenn sich Saalfelden gegen eine Umfahrung entscheidet, würden auch andere Pinzgauer Gemeinden davon profitieren. Das Alternativpaket des Landes umfasst nämlich die Beseitigung einer Engstelle auf der B 178 in Lofer, die Verbesserung des Knotens Lofer Nord, den Ausbau des Kreisverkehrs Bruck West und eine Verkehrsentlastung für Schüttdorf.