Viele Bürger entscheiden sich beim Wochenmarkt für Lebensmittel aus der lokalen Landwirtschaft. Das Stadtblatt ging der Frage nach, warum sich nicht mehr Landwirte für den Wochenmarkt entscheiden.
Der Saalfeldner Wochenmarkt ist für viele Bürger eine willkommene Anlaufstation, um sich mit Produkten aus der lokalen Landwirtschaft einzudecken. Hinter dem Ladentisch stehen jene Personen, die persönlich für die Qualität der Waren einstehen. Man vertraut seinem Gegenüber und zahlt auch gerne etwas mehr als im Supermarkt. In Zeiten von Genmanipulation und lebensgefährlichen Bakterien auf importiertem Gemüse sind Produkte aus der heimischen Landwirtschaft gefragter denn je.
Warum nicht mehr Landwirte?
Durchschnittlich 15 Anbieter treffen sich jeden Freitag am Rathausplatz, um ihre Produkte anzubieten. Etwas mehr als die Hälfte davon sind heimische Landwirte. Weniger als 10, bei mehr als 180 aktiven Landwirtschaftsbetrieben in Saalfelden. Warum sind es nicht mehr? Mit 2013 laufen die gültigen Agrar-Förderverträge (ÖPUL) aus. Was danach kommt, ist von der lokalen Bauernkammer bis zum Landwirtschaftsminister jedem klar: Die EU-Förderungen werden merkbar zurückgehen. Die Bauernkammer Zell am See rät ihren Mitgliedern bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen ab 2013 mit 20 Prozent weniger Fördermittel zu kalkulieren. Welche Schritte können Landwirte setzen, um weniger von Subventionen abhängig zu sein? Eine Lösung ist die Direktvermarktung an den Endverbraucher. Stadtgemeinde und Stadtmarketing schaffen dafür die Rahmenbedingungen in Form des Wochemarktes am Rathausplatz.
Der Hemmschuh
Erwin Kupfner ist Saalfeldner Ortsbauernobmann und hat selbst einige Jahre seine Produkte am Wochenmarkt verkauft. Er versteht die Zurückhaltung seiner Kollegen: „Ein Landwirt ist mit der Urproduktion – dazu gehören Mähen, Düngen, Füttern, Melken, Forstwirtschaft usw. – ausgelastet. Die Direktvermarktung ist ein eigener Beruf. Dafür bleibt in vielen Fällen nicht die Zeit. Weiters haben die meisten Betriebe nicht die geeigneten Räumlichkeiten und technischen Einrichtungen, um die gesetzlichen Vorgaben für die Lebensmittelproduktion zu erfüllen. Dazu wären große Investitionen notwendig.“ Kupfner führt auch die fehlende Absatzsicherheit auf einem Wochenmarkt als Problem an. „Was tun mit nicht verkauften Produkten, die nicht lange haltbar sind und einige Stunden bei hohen Temperaturen angeboten wurden?“ Insgesamt sieht der Ortsbauernobmann eher den Trend zum unselbstständigen Erwerb außerhalb der Landwirtschaft. Das ist für die Bauern der einfachere Weg und verspricht fixe Arbeitszeiten und Entlohnung, so Kupfner.





